Bolivien – Mit dem Jeep durch die Salar de Uyuni

Was ein Abenteuer in der letzten Woche unserer Weltreise! Entspannung, Fehlanzeige, denn für uns ging’s vier Tage mit einer geführten Jeep Tour durch den Süden Boliviens, das Ziel: die größte Salzwüste der Welt!
Was folgt sind staubige Straßen, das Durchqueren der einsamsten Orte, nicht mehr zu wissen wo man überhaupt ist und wunderschöne Fotopunkte!

Diese Tour lässt sich super mit ein paar Tagen in San Pedro in der Atacamawüste verbinden. Von dort sind wir auch gestartet. Was es in San Pedro zu sehen gibt, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen:
Atacama Wüste – Chile: Tipps für 3 Tage in San Pedro de Atacama

Was wir erlebt haben, wo man so alles rum düst und ob uns die Höhe zu schaffen gemacht hat erzählen wir euch jetzt!

Zunächst: den richtigen Anbieter finden

Das ist gar nicht so einfach… In San Pedro de Atacama (und im Internet) gibt’s eine Menge Touranbieter, aber nicht alle haben einen guten Ruf. Das größte Problem sind alkoholisierte Fahrer und das war daher meine größte Sorge… Man sollte also bei den Touren nicht sparen und die günstigsten nehmen, denn erstens sitzt man anstatt zu sechst zu acht im Auto und zweitens werden die Fahrer schlecht bezahlt und das Risiko ist höher, dass man einen Alki erwischt.

Wir hatten den Touranbieter „Cordillera Travel“ und haben pro Person ~220$ für 4 Tage und 3 Nächte gezahlt. Wir sind von San Pedro in Chile gestartet und sind auch dort hin wieder zurück gekehrt. Viele bleiben in Uyuni und reisen von dort weiter durch Bolivien. Checkt ansonsten auch mal den Anbieter „World White Travel“, die waren mit uns in den Unterkünften und hatten auch anständige Fahrer.

Unser Jeep

Die Strecke durch die Salar de Uyuni

Die Route sah wie folgt aus:

Am dritten Tag endet man in Uyuni – dort endet die Tour für alle, die durch Bolivien weiter reisen. Für uns, die 4 Tage & 3 Nächte gebucht haben, ging es ca. 2,5 Stunden Richtung San Pedro und man übernachtet auf halber Strecke. Der letzte Tag ist dann reiner Reisetag und man kommt gegen 12 Uhr in San Pedro an. Manche Firmen bieten sogar an, am dritten Tag über Nacht nach San Pedro zurück zu fahren, aber bei Nacht wollten wir das nicht. Außerdem sind 8 Stunden im Jeep keine entspannte Nachtfahrt.

Der erste Tag durch Bolivien

Los ging’s um 7 Uhr von San Pedro de Atacama mit einem Minibus, der uns ca. 40 km zur Grenze gebracht hat. Dort ist erst mal Anstehen angesagt, denn man muss aus Chile ausreisen – und die nehmen das sehr genau!
Ganz anders dann am Grenzübergang zu Bolivien. Hier wurden unsere Pässe von unserem Touranbieter eingesammelt und er hat uns den Einreisestempel besorgt, verrückt! Aber hey, so mussten wir uns nicht in die riesige Schlange anstellen, anscheinend schmiert nur unser Anbieter die Grenzleute – gesehen haben die nie eine Person zum Pass, aber gut, willkommen in Bolivien…

An der Grenze ist dann Umsteigen angesagt! Nach dem Frühstück gehts vom Minibus in die Jeeps. Es sind immer sechs Leute im Auto und man kann sich selbst zusammenwürfeln. Das große Gepäck wird aufs Dach gehievt und los gehts!
Da wir nach San Pedro zurück gekehrt sind, haben wir unsere großen Backpacks im Hotel gelassen und hatten nur einen kleinen Rucksack dabei.

Am ersten Tag kommen schon ganz viele Haltepunkte. Der erste Halt ist an zwei Lagunen,

dann an einem Thermalbad (dort hat man 40 Minuten Zeit, liegt aber genau an der Straße)

Bei den heißen Quellen

und an einem Geysir. Alles sehr coole Fotopunkte, der Geysir war am coolsten, vor allem so unerwartet in dieser Landschaft.

Danach gings zum Mittagessen in unsere erste Unterkunft. Ach du kacke… dieses „Dorf“… Thomas hat sich bei der Frage, ob man lieber hier wohnen will oder in den Knast geht, für zweiteres entschieden… Die nächste größere Stadt ist hunderte Kilometern entfernt (wobei das Uyuni ist und da will man auch nicht wohnen!) und sonst ist da NIX, Wüste, ein paar Lagunen und Lamas. Für uns super schön das mal gesehen zu haben, aber für immer? Hilfe…
Nachts wird es dort arsch kalt und die Häuser sind sehr sehr einfach gebaut. Nicht verputzt, nicht gedämmt, alles aus Beton und super ungemütlich. Dementsprechend hübsch war auch die erste Nacht in einem 6er Zimmer… Ich war froh, dass Thomas mir seine Körperwärme gespendet hat, trotz 4 eigener Decken…
Puh, wenn wir die 6 Monate auf diesem Level gereist wären, hätten wir uns die Köpfe eingeschlagen.

Nach dem Mittagessen ging es zur „Red Lagune“, richtig toll!! In dem See leben um die 25.000 Flamingos!

Die erste Nacht haben wir auf 4.200 Höhenmeter geschlafen, gegen Abend hatte ich ein wenig Kopfweh und mir war leicht übel, aber am nächsten Morgen wars wieder weg. Thomas hat die Höhe gar nicht gemerkt.

Der zweite Tag Sightseeing im Nirgendwo

Trotz eines Schnarches habe ich geschlafen wie ein Stein, ja ja, diese Mehrbettzimmer 🙂

Der zweite Tag führt durch witzige Steinformationen, die vom Wind geformt wurden,

man fährt durch einen Canyon und am Colorado Berg vorbei

und hält an einer wunderschönen Lagune. Hier spiegeln sich die Berge im See, suuuuper hübsch!

Später kommt man noch durch einen anderen Steinwald und hält an einer anderen Lagune. Alles tolle Orte mit hübschen Fotomotiven!

Geschlafen haben wir in einem genau so schlimmen Ort wie zuvor. Übrigens sind die Bolivianer sehr unfreundlich und nicht gerade herzlich, also nicht wundern, wenn sie nie lächeln. Unser Fahrer meinte, dass liegt daran, dass das Land ständig von anderen Ländern bekämpft wird.
Im Dorf haben wir ein paar traditionell angezogene Frauen erspäht. Interessanter Stil. Sie sehen pummelig aus, aber nur weil sie ca. 8 Röcke übereinander tragen, habe schon wieder vergessen wieso… Nun, ob das wirklich nur die Röcke sind bezweifel ich ja 🙂

Uyuni In diesem Dorf konnten wir uns immerhin abends ein Bierchen gönnen, da wir nicht mehr in so hohen Höhenmetern unterwegs waren. Die „Supermärkte“ sind auch so ein Erlebnis für sich…

Der dritte Tag – Ab in die größte Salzwüste der Welt

Bevor es in die Salzwüste geht, stoppt man an einem Zugfriedhof kurz vor Uyuni. Wieso die Züge dort verrottet sind wurde uns nicht erzählt bzw. vielleicht haben wir es nicht verstanden auf spanisch 😉 Jedenfalls eine abgefahrene Fotokulisse!

Die Salzwüste

Nun  kommt das Highlight der Tour: die Salzwüste!
Ob mans glaubt oder nicht, die größte Salzwüste der Welt war geflutet!! Erst waren wir super enttäuscht, denn ich hätte gern diesen gebrochenen Salzboden durch die Hitze gesehen. Aber am Ende wars doch super cool, denn durch das Wasser war die Reflexion des Himmels viel ausgeprägter. Man muss nur aufpassen nicht zu verbrühen. Die Spiegelung der Sonne ist so extrem stark, dass man sich schwere Verbrennungen holen kann. Obwohl es super heiß war, haben wir daher lange Sachen getragen.
Das Wasser war ca. 5 cm tief und mit meinen Wanderschuhen wars optimal, Gummistiefel hat unser Anbieter nicht gestellt… Andere aus unserem Auto sind barfuß rein, muss aber ganz schön kalt sein! Echt abgefahren, dass der Boden in den Horizont übergeht. Hat mir gut gefallen!

Und was darf dort natürlich nicht fehlen? Perspektivenbilder!! Thomas war richtig begeistert so ein Scheiß mit mir zu machen, aber tja, da muss man(n) durch. Dafür haben wir dann noch ein trockenes Fleckchen gefunden.

Wegen des Wassers: Informiert euch lieber ob die Salzwüste zugänglich ist, unserer Fahrer meinte, dass es in ein paar Wochen (also Ende März/ April) nicht mehr möglich ist, mit dem Jeep da durch zu fahren. Wäre schade!

Letzter Halt: Uyuni

Die Tour am dritten Tag endet in Uyuni, wo man noch gemeinsam Mittag isst. Uyuni hat ein paar schöne Ecken, aber da ist auch der Hund begraben…

Von Uyuni aus gehts für die Rückkehrer nach San Pedro noch ca. 3 Stunden weiter Richtung Chile. Man übernachtet auf halber Strecke und fährt am vierten Tag bis an die Grenze nach Bolivien, wo man wieder von einem Mini Bus nach San Pedro gebracht wird.

Und das wars schon mit 4 Tagen in Bolivien! Die Tour hat uns super gut gefallen, nur sitzt man die meiste Zeit im Auto, da die Sehenswürdigkeiten sehr weit auseinander liegen. Das auf eigene Faust zu machen würden wir nicht empfehlen, denn es gibt 100 verschiedene Wege durch diesen Park und es gibt keine Hinweisschilder. Wenn man sich da verirrt und der Sprit zu Neige geht könnte es eng werden…

Noch ein paar Tipps für den Trip…

Wir hatten den Trip nach Bolivien im Gesamtpaket unserer Reise durch Chile & Argentinien gebucht und unsere Agentur hat uns vorab keine Infos zur Packliste gegeben… Gut das wir den Abend zuvor in San Pedro bei dem Touranbieter vorbei geschaut haben…

  • Den Tag vor Abreise keinen Alkohol trinken, man fährt von 2.400 Höhenmeter auf knapp 5.000für einige Aussichten, könnte also unangenehm werden
  • Klopapier kaufen – in keiner der Unterkünfte wird das gestellt, kein Plan wieso
  • Handtuch zum Duschen – ist nicht in der Übernachtung inklusive
  • 150 Bolivanos für den Parkeintritt p.P. plus Geld zum Duschen oder Klos abheben. Tauschen kann man in San Pedro von Pesos in Bolivanos
  • Wir hatten dazu noch ein paar Snacks, das Essen ist kein kulinarisches Highlight…

Es ist nun die letzte Woche unserer Weltreise angebrochen und wir fliegen von San Pedro nach Santiago de Chile und lassen es uns in der Weinregion und am Meer nochmal gut gehen 🙂

Bis bald,
Thomas & Julia

 

Eine Antwort auf „Bolivien – Mit dem Jeep durch die Salar de Uyuni“

  1. Wie traurig ,dass eure Reise uzende geht.es ist immerhin Erlebnis deine Berichte zu lesem?Aber wir freuen uns aber auch euch wieder zusehen?

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