Rundreise durch Kambodscha – Phnom Penh und das Phnom Tamao Wildlife Rescue Center

Kambodscha ist umwerfend! Ein Großteil machen die Menschen aus. Alle sind super herzlich und sehr interessiert was wir uns als Touristen ansehen. Am meisten erstaunen mich die guten Englischkenntnisse. Mit jedem kann man sich unterhalten! Heute Morgen standen wir an einer Bushaltestelle und direkt kam ein ca. 70 Jähriger Tuk Tuk Fahrer herbei und hat nicht versucht uns eine Fahrt anzudrehen, sondern er wollte wissen wo wir her kommen, was wir noch so machen und wie wir sein Land finden. Das gleiche am Abend zuvor mit einem Taxi Fahrer. Die Menschen sind spürbar dankbar, dass wir hier sind und geben uns direkt ganz viele Tipps. Nach den drei Tagen in Phnom Penh hat man das Gefühl das Land besser zu kennen. Die Massenhinrichtung die hier vor sich ging ist nämlich erst ca. 30 Jahre her und der Tourismus kommt erst langsam in Fahrt. Und das merkt man an den Menschen, der Infrastruktur und dem Leben auf der Straße.

Wir sind von Siem Reap (Link zum Artikel hier) aus nach Phnom Penh mit dem Post Bus gefahren. Die Fahrt dauert ca. 5 Stunden.
Infos zum Rumkommen im Land  gibts in unserem Gesamtartikel über unsere Rundreise durch Kambodscha:
11 Tage Rundreise durch Kambodscha: Route, Tip

Unsere Unterkunft:

The Essence Hotel

Das Hotel liegt 10 Minuten vom Kaiserpalast entfernt und hat uns gut gefallen. Die Zimmer sind sauber, haben die richtige Größe und die Klimaanlage kann man auch nachts anlassen. Das Frühstück war auch ganz gut. Wir würden wieder her kommen!

To Dos in Phnom Penh Stadt

Man liest hier und da, dass die Stadt selbst nicht viel zu bieten hat. Finde ich aber schon. Es kommt mir vor, als ob wir in dieser Stadt die einzigen Touristen sind. Man bekommt daher ein viel besseres Gefühl vom Leben der Menschen als in Siem Reap, wo Millionen nur nach Angkor Wat fahren. Hier ist kaum etwas für den Tourismus errichtet und es wirkt sehr authentisch. In Phnom Penh hat man zudem die Möglichkeit Einblicke in die traurige Geschichte des Landes zu bekommen.

Was hier ganz normal ist, wäre in Deutschland nicht tragbar. Zum Bespiel das Thema Sicherheit im Straßenverkehr. Wo wir den besten und sichersten Kindersitz holen würden, werden die Kleinkinder auf den Schoß gesetzt und los gehts auf dem Roller. Eine vierköpfige Familie passt locker auf einen Roller und ein TukTuk kann so einiges transportieren, Schieflage ist kein Problem. Oder auch Sicherheit am Arbeitsplatz. Geschweißt wird mit Flipflops und auf dem LKW sitzen Leute oben auf dem Führerhaus und fahren von a nach b. Wahnsinn!

Was wir unternommen haben:

Besuch des Killing Fields & dem Gefängnis S 21

Diese beiden historischen Orte sollte man miteinander verbinden. Die Killing Fields erreicht man mit einem Tuk Tuk Fahrer, das dauert ca. eine Stunde. Die Fahrt dorthin ist übrigens total interessant, denn man fährt quer durch die Stadt und kann sich einfach das Treiben ansehen. Wie anders der Verkehr und die Straßensicherheit hier ist. Wir sind zwei Mal liegen geblieben, weil die Zündkerze kaputt war. Aber kein Problem – man schiebt zum Straßenrand und wechselt die eben ?.

Danach fährt man zurück in die Stadt zum Genozid Museum Tuol Sleng, das frühere Foltergefängnis S-21. Gesamt kostet der Tag 25$ für den Fahrer plus jeweils 6-7$ p.P. für die Killing Fields und das S21. Bei beiden Orten sind Audioguides inklusive.

Killing Fields:

Wer die Geschichte hinter Kambodscha verstehen möchte, sollte sich die Killing Fields ansehen. Was hier geschehen ist, hatten wir nie als Thema in der Schule, dabei ist es mit den Machenschaften von Hitler zu vergleichen.
Und das verrückte: es ist erst ca. 30 Jahre her. Damals haben die roten Khmer ca. 1/3 aller Kamboschaner getötet.

In den Killing Fields landeten diejenigen, die nach der Folter im S21 Gefängnis noch am Leben waren. Sogar Babys wurden nicht verschont, denn man befürchtete eine spätere Rache der Kinder. Am schlimmsten fand ich den Baum, dort wo die Babys an den Füßen gepackt wurden und solange vor den Baum geschlagen wurden, bis sie tot waren. Unvorstellbar!

Da es in den späten 70iger Jahren passiert ist, hat eigentlich jeder Kambodschaner Freunde, Verwandte oder Familie, die dort umgekommen sind.

Ich hatte während des kompletten Audioguides eine Gänsehaut! Meiner Meinung nach gehört diese Geschichte auch zum Besuch von Kambodscha dazu, auch wenn es keine Spaßveranstaltung ist.

Gefängnis S21

Die damalige Schule wurde von den Khmer als Foltergefängnis umgebaut. Millionen von Menschen wurden wie Vieh gehalten, an den Beinen gefesselt und gequält. Als Grund nutzten sie erzwungene Geständnisse der Insassen, die es niemals gab. Hat man kein Geständnis erfunden, so wurde man solange gefoltert, bis man ein Verbrechen zugegeben hat.

Ein paar Dinge überschneiden sich mit den Infos aus den Killing Fields, aber trotzdem ist es einen Besuch wert.

Nach dem Besuch haben wir uns den Kaiserpalast angesehen

Royal Palace

Eintritt: 10$ p.P.
Kleidung: T-Shirt und Rock/ Hose über den Knien

Der Kaiserpalast sieht schon von außen total beeindruckend aus, daher wollte ich unbedingt mal rein. Ob es nun 10$ wert waren ist die Frage, aber ich fands ganz hübsch ? Zu sehen gibt’s eine Menger toller Bauten:

An unserem letzten Tag in Phnom Penh sind wir zum Wildlife Rescue Center gefahren.

Ab hier hatten wir Besuch von Andy, einem alten Freund aus Düsseldorf, der nun in Vietnam wohnt. Das war super 🙂

Phnom Tamao Wildlife Rescue Center

Anbieter: Wildlife Alliance
Kosten: 150$ p.P.
Dauer: 9h

Das Wildlife Rescue Center ist eine wohltätige Einrichtung. Sie nehmen Tiere auf, die z.B. gequält, unerlaubt als Haustiere gehalten oder auf dem Schwarzmarkt angeboten wurden. Viele Tiere haben keine Chance mehr ausgewildert zu werden und sind teilweise auch traumatisiert.
Ich hatte davon von einer Kollegin erfahren und hatte auch auf diversen Plattformen nur gutes gehört. 150$ sind auf jeden Fall ein Wort, aber immerhin kommt es 100% den Tieren zugute.

Der Phnom Tamao Park ist ca. eine Stunde außerhalb der Stadt. Auf dem Weg dorthin hält man an einem lokalen Markt und kauft Früchte für die Tiere:

Im Park angekommen startet das Programm direkt mit einem Highlight: Man trifft die Elefantendame Lucky. Lucky wurde als Baby von einem Transporter gerettet und hier her gebracht. Lucky ist so zutraulich, dass man sie aus der Hand füttern darf und auch eine Runde mit ihr spazieren geht. Sie lebt in keinem Gehege, sondern kann frei durch den kompletten Park laufen. Das ist schon recht einmalig, sonst wird eine Fütterung nur in Einrichtungen angeboten, wo die Elefanten für den Tourismus gehalten werden.

Danach gings zu den anderen vier Elefanten des Parks. Die müssen leider in ihrem Gehege bleiben, da sie zu aggressiv sind und nicht auf Kommandos der Pfleger hören.

Im Grunde ist dieser Tagesausflug wie der Besuch im Zoo. Nur legt man die Strecke mit dem Auto zurück und die Tiere haben genügend Platz. Natürlich nicht zu vergleichen mit der Natur, nur leider können viele Tiere nicht mehr freigelassen werden. Z.B. weil sie nie gelernt haben zu jagen, oder ein Revier zu verteidigen. Daher leben auch sehr viele Affen in Käfigen.

Ein cooler Affe war dabei. Man weiß nicht was ihm zugestoßen ist, aber anscheinend etwas mit Frauen, denn jedes Mal wenn eine Frau an seinem Gehege vorbei läuft, dreht er sich um und zeigt dir provokant seinen Hintern. Was so viel heißt wie: hau ab, ich mag dich nicht. Irgendwie putzig, aber auch schlimm was Menschen mit den Tieren anstellen.

Auf der Tour sieht man zudem noch Tiger, Leoparden, Otter und verschiedene Affenarten.

Würden wir das weiterempfehlen? Jein. Auf der einen Seite hilft man mit einem Ausflug dorthin den Tieren und bekommt „behind the scene“ Eindrücke. Auf der anderen Seite ist es am Ende des Tages ein Ausflug in den Zoo, wo die Tiere aber viel viel besser gehalten werden und eine andere Geschichte haben. Das Füttern der Elefanten war schon einmalig, die anderen Stopps fand ich nicht so überwältigend. Wer Zeit hat und die Investition aufbringen möchte ist es ein cooler Tag.

Restaurantempfehlung

Wir waren mal wieder Banausen und haben nicht asiatisch gegessen. Wer auch Bock darauf hat, können wir das Hops empfehlen.

Hops

Von diese Craftbeer Brauerei haben wir über eine Tuk Tuk Werbung erfahren ? Wer nach eine Abwechslung zum asiatischen Essen sucht ist hier genau richtig. Es gibt leckeres deutsches Essen und vernünftiges Bier. Das ganze Lokal ist total schön und gemütlich angelegt und sieht kein bisschen aus wie diese ollen Hofbräuhäuser, die man auch manchmal sieht. Auf Craftbeer Läden kann man sich beim Essen einfach verlassen ?

Mit dem Bus haben wir uns von Phnom Penh nach Kampot im Süden des Landes auf gemacht. Hier haben wir auch wieder einen Bus genommen (direkt zum Kampot Artikel hier klicken)

Falls ihr genau anders herum reist, dann könnte der Artikel „Rundreise durch Kambodscha – Siem Reap und Angkor Wat in drei Tagen“ interessant sein. 

Bis bald,
Thomas & Julia

 

Eine Antwort auf „Rundreise durch Kambodscha – Phnom Penh und das Phnom Tamao Wildlife Rescue Center“

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