Alaska Roadtrip Teil IV: Südalaska

Unsere letzte Woche in Alaska ist schon angebrochen! Es kam mir vor wie gestern, als wir mit Freunden noch was Essen waren… Für die letzten paar Tage steht der Süden Alaskas auf dem Plan.

Folgende Strecke sind wir gefahren:

Von Tok nach Palmer

Die Fahrt von Tok nach Palmer dauert ca. fünf Stunden, aber wie so oft in Alaska ist der Weg das Ziel. Die Strecke war atemberaubend schön. Denn auf dem Weg nach Palmer fährt man ganz nah an den Bergen vorbei. Man sieht zahlreiche Gletscher zum Anfassen nah, gigantisch wie weit die ins Tal kommen! Wir hatten an dem Tag perfekten Sonnenschein, sodass fast keine Wolken die schöne Aussicht verdeckt haben. Diese Gegend wird auch Mat-Su Borough genannt.

Der Matanuska Glacier

Auf dem Weg nach Palmer fährt man durch das Dorf „Glacier View“. Hier hat man die Möglichkeit zum Matanuska Glacier zu fahren. Dies ist Alaskas einziger Gletscher, der mit dem Auto erreichbar ist.  Schon von der Hauptstraße kann man den Gletscher sehen:

Matanuska Glacier

Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Auch wenn der Eintritt mit 30$ pro Person recht hoch ist, hat es sich gelohnt! Man fährt mit dem Auto ca. zwei Meilen über eine Schotterstraße und über schmale Holzbrücken, mit einem Wohnmobil würde ich da nicht unbedingt lang fahren (außer es ist ein Pick-up Mobil).
Am Ende der Straße sieht man den Gletscher schon ganz nah vor sich. Man kann auch eine Führung auf den Gletscher machen, aber das waren uns 100$ nicht wert.
Es gibt einen kleinen, ausgewiesenen Wanderweg zum Gletscher hin, der auch ganz schön nah ran führt, reicht unserer Meinung auch vollkommen aus! So nah war ich noch nie zu Fuß bei einem Gletscher! Ich Schissbux wollte auch mehrfach umdrehen 🙂 Man läuft auf diesem Wanderweg sogar teilweise schon auf dem Gletscher, sieht nur nicht so aus…

Palmer

Wer unsere vorherigen Alaska Artikel gelesen hat, weiß, dass wir nicht sehr angetan sind von Alaskas Städten. Wie Skagway gehört aber auch Palmer zu den Städten, die uns richtig gut gefallen haben. In Palmer mag das an dem schönen Panorama liegen, denn die Stadt ist eingekreist von einer tollen Berglandschaft. Zum dem hatten wir super Sonnenschein, das macht eine Stadt nochmal schöner. Wenn es regnet oder neblig ist hat aber auch diese Stadt nicht viel zu bieten 😉

Wir haben nicht in Palmer selber gewohnt, sondern ca. 20 Kilometer außerhalb am Knik River. Die Lodge liegt in einer Sackgasse und war einfach nur wunderschön! Hier konnte man richtig abschalten, man hört keine Autos, nur einige kleine Propellermaschinen, die auf dem Weg zum Knik Gletscher um die Ecke fliegen 🙂 Die Lodge besteht aus einzelnen Hütten, richtig toll gemacht. Können wir absolut empfehlen!

Was kann man in Palmer unternehmen?

Wir haben es in Palmer etwas ruhiger angehen lassen und sind am Ankunftstag gemütlich durch die Stadt geschlendert. Bei unserem Besuch im Supermarkt mussten wir uns echt zurück halten, man war der geil ausgestattet, besser als unser Edeka 🙂

Folgende zwei Dinge können wir empfehlen:

Wanderung auf „The Butte“

The Butte ist ein kleiner Hügel mitten in Palmer auf den man rauf wandern kann. Die Strecke ist nur ein Kilometer aufwärts aber mit 250 Höhenmeter, heißt man muss sich kurz anstrengen 🙂 Die Aussicht von dort lohnt sich aber! In der Ferne sieht man den Knik Glacier und alle die tollen Berge rundherum.

Flug über die Gletscher

Das war ein tolles Erlebnis! Mit einer kleinen Propellermaschine sind wir über die Gletscher bei Palmer geflogen. Noch nie habe ich so einen großen Gletscher gesehen! In Neuseeland hatten wir auch schon mal einen Heli Flug über den Franz-Josef Gletscher gemacht. Aber der ist nix gegen den Knik Gletscher! Ich hatte natürlich etwas Bammel in so einen Flieger zu steigen, aber es hat sich sowas von gelohnt. Die Flug war etwas holprig, sodass mir zwischendurch ziemlich übel war. Die Aussicht war dafür umso gigantischer! Der Gletscher ist zum Anfassen nah und man sieht all die Gletscherspalten, Wahnsinn! Thomas der Co-Pilot war auch glücklich, juhu! 🙂 (und ich froh wieder lebend gelandet zu sein…)
Gezahlt haben wir pro Person 200$ und der Flug ging ca. 1h20 mit einem super Piloten. Lustigerweise kann man direkt auf den Flughafen von Palmer fahren (ja ich meine wirklich fast bis zu Landebahn), dort findet man „Fly around Alaska„, die täglich Touren anbieten. Ich weiß nicht, ob man im Sommer vorbuchen muss, wir sind in der Off Season unterwegs und konnten um 17.30 Uhr noch den letzten Flug machen.

Und so siehts am Flughafen Palmer aus: Ein Golfplatz an der Landebahn (ohne Zaun) und wir konnte einfach so daher gehen 🙂 Hier ist die Welt noch in Ordnung!

Palmer Airport

Von Palmer nach Seward

Um von Palmer nach Seward zu kommen, muss man wieder über Anchorage. Die Fahrt bis nach Anchorage ist nicht besonders spannend. Die Fahrt von Anchorage nach Seward aber umso mehr! Wir sind schon zu Beginn unserer Reise durch Alaska ein Stück Richtung Seward am Turnagain Arm runtergefahren. Immer noch eine tolle Strecke am Wasser entlang! 🙂 Später fährt man durch eine tolle Berglandschaft.

Seward

Äääh… fast drei Wochen fahren wir durch die Pampa schlecht hin und wir sehen einen Schwarzbären mitten in Seward, wo 2.700 Leute wohnen?! Kaum zu glauben! Wir wollten gerad schauen in welchem Restaurant wir später was essen, da sagt Thomas so „Oh guck mal, ein Labrador“… haha, eher ein LabraBÄR – Mitten in Seward tapert der da lang, klettert auf einen Baum und mümmelt erst mal ein paar Beeren 🙂

Seward selbst liegt mitten im Kenai Fjord Nationalpark und hat uns sehr gut gefallen. Es gibt einen tollen Weg direkt am Wasser entlang. Wir haben am Hafen geschlafen, dort ca. startet auch dieser Trail. Seward ist eingerahmt von vielen Bergen, bei gutem Wetter sieht es einfach herrlich aus!
Und man sieht überall Otter, echt witzige Tiere. Die chillen den ganzen Tag auf dem Rücken, tauchen mal und futtern, sehr süß! 🙂

Wir waren zwei Nächte in Seward und haben eine Schiffsfahrt in den Fjord unternommen.
Gesamt ging die Fahrt drei Stunden und hat pro Person 88$ gekostet.
Witzig sind ja mal wieder die Asiaten… Buchen die eine solche Tour und ab der Hälfte der Fahrt pennen die erst mal ne Runde… Zu müde von den ganzen Selfis 😀

Unterkunft

Breeze Inn, 2 Nächte
Was ne schrammelige Butze… Also mir hats dort gar nicht gefallen. Total ungemütlich und komisch gerochen hat es auch. Würde ich nicht empfehlen (wobei es das am besten bewertete Hotel ist…). Neben uns hat auch noch so ein komisches Paar gewohnt, wir haben sie nicht gesehen, aber so stelle ich mir Bewohner solcher Motels vor. Ziehen laut ihre Rotze hoch… bah!

Auf nach Homer

Und wieder gehts ins Auto… Alaska ist echt so groß! Wenn wir nach Hawaii fliegen, sind wir erst mal froh nur kurze Strecken fahren zu müssen. Die Inseln sind so klein, da kann man in drei Stunden einmal rum fahren 😉

Die Strecke nach Homer fanden wir nicht besonders spannend, bei uns war es aber auch sehr zugezogen, sodass man nicht so weit gucken konnte.

Homer selbst war zu unserer Zeit sehr ruhig, denn auch hier legen große Kreuzfahrtschiffe an. Die Stadt liegt an einer Art Zunge, sodass man das Meer vor der Tür hat, aber auch noch sehr nah an den Bergen ist. Hier werden sehr viele Bear Viewing Touren und Whale Watching Touren angeboten. Beides hatte bei uns schon geschlossen. Bear Viewing stelle ich mir toll vor, nur kostet das auch ein Vermögen!

Wir sind bei unserer Ankunft direkt ins Visitor Center, die Frau war sehr engagiert und hat uns Homer verkauft als wäre es New York mit zig Sehenswürdigkeiten, haha! Zu einem Book Store meinte sie „This is a fun place to visit“ und zehn Minuten hat sie uns auch über alle Museen aufgeklärt, so so. Homer ist anscheinend bekannt für die Art Galleries 😉
Im Grunde genommen kann man durch „Downtown“ in 10 Minuten laufen, wir fanden es mal wieder weniger spannend… Und „Old Town“ besteht aus zwei Häusern, heißt Homer hat man schnell erkundet.

Es gibt noch den sogenannten „Spit“, dass ist eine lang gezogene schmale Landzunge die man mit dem Auto abfahren kann. Am Ende sind sehr viele Fischrestaurants. Wir sind diesen Trail abgelaufen, sind ca. 17 Kilometer hin und zurück. Ein entspannter Spaziergang mit viel frischer Luft und einer tollen Aussicht.

Was wir uns in Old Town zum Beispiel wieder gefragt haben: das Land istso wunderschön, wieso haben so viele so ein Chaos im Garten? In ganz Alaska ist es uns sehr aufgefallen, dass viele Leute total ungemütlich leben. Überall sieht man kaputte Autos und sonstiges Gerümpel.
Thomas hat es ganz gut beschrieben und meinte „Hier sieht es aus wie nach drei Tagen Rock am Ring“ 🙂

Old Town Homer

The Homer Spit Trail

Unsere Unterkunft

Kenai Peninsula Suites, Homer

Geschlafen haben wir ca. 5 Minuten außerhalb der Stadt in einer tollen Blockhütte. Soweit wir das hier sehen können, werden nur fünf solcher Hütten angeboten. Man ist auf einem Hügel und kann runter aufs Meer und die Berge sehen, richtig toll! Zudem gibts eine Feuerstelle und einen Hot Tub!

Restaurants ins Homer

Wir waren an zwei Abenden Essen und eins davon können wir wärmstens empfehlen!
Das erste ist in Old Town „AJ’s Steakhouse & Tavern“, ich fand die Alfredo Pasta mit Shrimps ziemlich geil (Thomas hat sich etwas wegen meinem Knofi Maul beschwert :))
Das zweite ist auf dem Spit „Ends Landing“, sprich das ganz letzte Haus und Hotel mit einer super Aussicht. Wir hatten dort zum Lunch ein Halibut Sandwich was lecker war, aber das Abendessen fanden wir nicht so geil (lauwarm und unwürzig). Aber das gute war, dass hier 30% off war und wir endlich einen Anreiz hatten King Crab Legs zu probieren, die sind sonst arsch teuer! Irgendwie waren sie lecker, aber auch etwas eklig zugleich. Vielleicht weil die Dinger echt riesig sind und man sie mit einem Nussknacker aufmachen muss 🙂 Wir dachten erst, dass sie uns zwei anstatt einem Bein gebracht hätten…

King Crab Legs

Morgen heißt es dann bye bye schönes Alaska! Die Rundreise durch dieses Land war wirklich wahnsinnig toll und die Nordlichter bleiben noch immer unser Nr. 1 Highlight. Heute an unserem letzten Abend ist das Stormlevel der Nordlichter nochmal richtig hoch, vielleicht haben wir gleich Glück, das wäre ein toller Abschied!
Uns erwarten nun anstatt 1-9 Grad ca. 28 Grad, raus aus den Winterklamotten und jeden Tag einschmieren, denn es geht weiter nach Hawaii!

Interessiert an einem Gesamtüberblick unserer Route? Dann schaut in unserem Artikel „Roadtrip durch Alaska: Gesamtroute, Hotels & Tipps“ vorbei.

Bis bald!
Thomas & Julia

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