Alaska Roadtrip Teil II: Zentralalaska & die Fahrt nach Kanada

Zum ersten Teil unserer Alaska Roadtrips durch Anchorage und den Denali Nationalpark gelangt ihr hier.

Dieser Artikel deckt folgenden Roadtrip-Abschnitt ab:

Von unserer letzten Station am Denali NP machen wir uns auf Richtung Fairbanks! Auf der Strecke haben wir auf Grund von viel Regen leider nicht viel gesehen. Der Tag war leider sowas von verregnet, dass wir uns ab Ankunft im Hotel gegen Mittags gar nicht mehr raus bewegt haben. Wir waren sogar so faul und sind zum Pizza Hut gefahren und haben eine viel zu große und fettige Pizza geholt, richtig eklig aber geil! 🙂
Den Tag mussten wir zudem auch nutzen um unsere Route umzuschmeißen. Leider hat der Top of the World Highway einfach letzte Nacht geschlossen. Dort schneits und da es eine Schotterstraße ist, wird die ab dem ersten Schnee dicht gemacht. Letztes Jahr war die Strecke bis Mitte Oktober offen.  Somit können wir die „8“ nicht mehr fahren und müssen eine Strecke doppelt fahren, schade!

Was tun in Fairbanks?

Fairbanks begeistert uns genauso wenig wie Anchorage. Bisher haben uns die Städte oder Dörfer in Alaska gar nicht gefallen. Ich finde alles so lieblos und zusammen geschustert. Es spielt sich die meiste Zeit alles drinnen ab und dafür fehlt die Gemütlichkeit.  Nun ja, in Alaska geht es auch um die Natur und nicht um die Städte, von daher haben wir auch nichts erwartet. Fairbanks stand auf Grund der Nordlichter auf unserem Plan.

Was ganz hübsch gemacht ist, ist die kleine Promenade entlang des Flusses. Man kann am Visitor Center parken und gemütlich dort spazieren gehen. Ansonsten hat man das Stadtzentrum schnell erlaufen.

Am zweiten, nicht verregneten Tag in Fairbanks sind wir den Steese Highway abgefahren.

Steese Highway

Der Steese Highway endet in der Stadt Circle, so weit sind wir aber nicht gefahren. Es lohnt sich aus unserer Sicht bis zu dem Punkt zu fahren, wo man eine super Aussicht auf das Tal und die Landschaft hat.

Danach wird es sehr eintönig, aber wir haben noch eine Elchkuh mit ihrem Baby gesehen : ) Wer Zeitnot hat, kann hier auf jeden Fall cutten.

Nordlichter gucken!

Fairbanks ist einer der besten Orte auf der Welt um Nordlichter zu gucken. Wir hatten riesen Glück mit dem Wetter und konnten sie tatsächlich an unserem zweiten Abend  sehen! Wir waren schon mal in Tromso in Norwegen zum Nordlichter gucken, aber das war nix gegen diese Nordlichter. Ich dachte bis gestern, dass man Nordlichter gar nicht mit dem eigenen Auge sehen kann, sondern dass nur die Belichtung der Kamera in der Lage ist das Grün aufzugreifen. Aber nein! Was wir hier erlebt haben war einmalig und unbeschreiblich! Am Anfang war es noch ein kleiner Nebel der am Himmel vorbei gezogen ist und dann wurde es stärker und stärker. Die Lichter sind so verdammt schnell über uns her gezogen, sie verändern in Sekunden ihre Form und Stärke! Teilweise haben die Lichter förmlich auf uns drauf geregnet, einfach richtig krass! Und es war sooo hell und grün! Sowas muss man selbst erleben, sonst glaubt man es nicht.

Lasst euch für dieses Ereignis keine teure Tour andrehen. Fahrt mit dem eigenen Auto etwas aus der Stadt raus. Wir haben einen klasse Ort gefunden, direkt am Fluss und kein einziges Licht, wenn ihr ein Auto habt absolut empfehlenswert. Fahrt am besten im Hellen kurz zu dem Ort, damit ihr es in der Dunkelheit findet!
Die GPS Daten lauten: 64.79411°N, 147.95488°W, Chena Pump Rd., Fairbanks AK 99709, Fairbanks North Star (ca. 12 Minuten raus aus Fairbanks)

Übernachtung: Best Western Plus Pioneer Park Inn, 2 Nächte
Super große Zimmer und recht gemütlich für ein Best Western!

Chena Hot Springs

Die Chena Hot Springs sind von Fairbanks eine gute Stunde Fahrt. Da wir durch die Routenänderung Tage gewonnen haben, haben wir spontan eine Nacht in den Hot Springs gebucht (es gab 50% Discount, yeeah).

Die Chena Hot Springs sind natürlich heiße Quellen, die das Resort für die Anlange nutzen. Es riecht also manchmal etwas nach faulen Eiern, wer schon mal auf Island war, weiß was ich meine 🙂 Aber eine ganz nette Anlage mit einem klasse Restaurant! Durch die Nebensaison haben wir nur 109€ für zwei inkl. Hot Springs Eintritt gezahlt, normalerweise zahlt man das Doppelte. Knapp 220€ wäre uns das definitiv nicht wert. Man darf sich ein solches Erholungsresort nicht wie unsere Thermen in Deutschland vorstellen. Alles ist etwas ranziger (nicht dreckig) und lädt nicht zum relaxen außerhalb der Becken ein. Neben den Hot Springs gibts noch ein Whirlpool, sonst nichts. Die Nebensaison hat also ihre Vorteile 🙂

Auch hier gibts wieder Schlittenhunde, diesmal war es viel viel größer als im Denali Nationalpark. Wir haben uns auch angesehen, wie die Hunde vor den „Schlitten“ (im Sommer ein Golf-Auto) gespannt wurden. Haha, die rasten dann vor Vorfreude völlig aus, bellen, hüpfen und warten auf den Startschuss. Bis dahin ist ein riesen Theater auf der ganzen Anlage, gefühlt alle 200 Hunde bellen, nach Start war es plötzlich ganz ruhig! 🙂

Perfekt für uns war das gute Wetter und der vorhergesagte Aurora Storm! Die Nordlichter waren an dem Abend so stark, dass sie schon um 21 Uhr zu sehen waren. Vom Pool aus hatte man leider nicht so einen guten Blick, da der Wasserdampf im Weg war, aber an sich schon ganz geil sich nicht draußen den Arsch abzufrieren 😉 Da es uns irgendwann dann zu heiß wurde, haben wir uns das Spektakel vom Rollfeld angesehen. Diesen Abend war es noch krasser! Wir hatten uns gerade umgezogen und sind über den Parkplatz gelaufen, da hören wir ein Gepfeife und Gejubel und dachten schon: wasn jetzt los? Schauen hoch und was ging da bitte über uns ab?! Die Nordlichter haben verrückt gespielt! Alles war violett und grün und war mega am tanzen! Richtig richtig abgefahren. Definitiv eins der einprägensten und außergewöhnlichsten Ereignisse unsere zahlreichen Reisen.

Übernachtung: Chena Hot Springs, 1 Nacht

Von Fairbanks nach Tok

Nun folgen zwei Tage mit lange Autofahrten… Unser Ziel:  Whitehorse in Kanada und Skagway und Haines in Alaska wegen Gletschern, Fjorden und Wanderungen. Von Chena bis nach Whitehorse sind es 1.023 km, alter Schwede! Leider kommt man sonst nicht da unten hin, außer man fliegt… Also nehmen wir zwei Tage Autofahrt gern in Kauf. Ob es sich lohnt? Oh ja!!

Den ersten Übernachtungshalt machen wir in Tok, einem mini Dorf, nichts los hier… Die Fahrt bis nach Tok ist nicht besonders spannend, da haben wir das erste mal kurz gezweifelt, ob diese lange Fahrt sich wirklich lohnt.

Unsere Unterkunft entschädigt es aber schon mal! Eigentlich wohnen wie hier im Haus von Einheimischen, die ein paar Zimmer haben. Heißt wir haben heute eine Küche und kochen erst mal Bollo, herrlich! 🙂

Übernachtung: Mooseberry Inn, 1 Nacht
Absolut zu empfehlen!!

Unsere Unterkunft in Tok

Von Tok nach Whitehorse in Kanada

Von Tok gehts weiter nach Whitehorse, heute stehen 622 km auf dem Zettel… Gesamt waren wir gute neun Stunden im Auto, wobei wir ziemlich oft gestoppt haben, denn die Fahrt war gigantisch! Auch wenn neun Stunden echt lang sind, so ist diese Strecke ein richtiger Roadtrip. Wir begegnen bis Haines vielleicht 10 Autos und auf der Strecke ist einfach nichts, Natur pur!
Besonders schön wird die Landschaft nach der Grenze zu Kanada, wir fahren heute einen Teil durch Yukon 🙂 Hier sind nur 90 km/h erlaubt, an die wir uns anfangs noch halten, aber dann irgendwann auf 120 aufgestockt haben, sonst dauert das Ganze noch länger… Die Straßen sind super gut ausgebaut und sehr breit….
Hier ein paar Eindrücke der Strecke:

Übernachtung: Inn at the Lake, 2 Nächte
Oh wow! Diese Unterkunft ist so unbeschreiblich toll! Wir haben uns von der erste Sekunde super wohl gefühlt! Das mini Hotel (8 Zimmer) liegt direkt am See und man hat daher einen soooo schönen Blick! Morgens frühstückt man gemeinsam mit den anderen Gästen an einem riesen Tisch und abends kocht der Chefkoch nur ein Gericht für alle. Top Qualität und super lecker! Eigentlich ist es wieder wie bei jemanden zu Hause und nicht wie in einem Hotel. Bisher das mit Abstand beste Hotel! Einziges aber: von Whitehorse sind es nochmal 50km hier her, liegt also etwas außerhalb, aber lohnt sich sowas von!

Hier am See haben wir unsere Seele baumeln lassen und haben einen kurzen Spaziergang zu Bibern gemacht, abgefahren diese Tiere! Ziehen die einfach ganze Büsche in ihrem Maul ins Wasser 🙂 Sehr süß!

Als nächstes geht es in den Süden Richtung Skagway und Haines! Zum Artikel gehts hier: „Alaska Roadtrip Teil III: Auf nach Südostalaska

Interessiert an einem Gesamtüberblick unserer Route? Dann schaut in unserem Artikel „Roadtrip durch Alaska: Gesamtroute, Hotels & Tipps“ vorbei.

Bis dahin,
Thomas & Julia

 

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