Alaska Roadtrip Teil I: Anchorage und der Denali Nationalpark

Alaska ist der erste Halt unserer Weltreise!! Wie lange haben wir darüber gesprochen, geplant, gebucht – und nun ist es so weit, es geht endlich loooos! Jeden Tag aufstehen wann wir wollen, machen was wir wollen, unfassbar! Nach einer Woche fangen wir so langsam an das zu realisieren und freuen uns unglaublich über diesen Luxus!

Beim Anflug auf Anchorage hatten wir perfektes Wetter und konnten die Landschaft von oben begutachten. Allein dieser Blick hat mich schon ins Schwärmen gebracht! Das Land muss unglaublich toll sein. Auf Bildern kommt das leider nicht so gut rüber, schon gar nicht durch ein Flugzeugfenster und mit einer Handykamera. Ich kann euch aber versichern: ES WAR DER HAMMER 🙂 Millionen kleine Flüsse und fette Gletscher im Hintergrund, hach!

In diesem Artikel erwartet euch folgender Streckenabschnitt:

Ankommen in Anchorage

Huch, wo sind denn all die Leute? Alaska scheint unter den Touristen noch nicht so verbreitet zu sein, klasse! Bei der Ankunft am Flughafen und beim Abholen unseres Mietautos und selbst bei der Fahrt zu unserem Hotel kam es uns für eine Großstadt total leer vor. Wir waren auch in der Tat der einzige Flieger der ankam und die einzigen Leute bei der Mietwagenfirma! Aber gut, hier leben knapp 300.000 Leute, das ganze Land hat 700.000 Einwohner und jährlich kommen nur 1,9 Mio. Urlauber her (zum Vergleich: Kalifornien hat 312 Mio. Urlauber pro Jahr!!) Abgefahren für die Größe des Landes!

Unser Hotel liegt mitten in Downtown, was erst mal klingt als ob wir dort sind wo der Bär steppt… Nur wo geht denn hier die Post ab? Wo ist die Fußgängerzone oder das Ausgehviertel und vor allem: wo sind denn all die Leute? Uns begegnet kaum eine Socke auf der Straße…
Anchorage hat keine wirkliche Innenstadt und auch Geschäfte sieht man nicht auf den ersten Blick. Wenn man etwas drüber nachdenkt, macht das auch Sinn, denn was wollen die Leute bei ca. 8 Monaten Winter mit einer Flaniermeile in der Kälte bei Schnee? Uns hat die Stadt daher optisch nicht so gut gefallen und aus unserer Sicht reicht hier ein Tag völlig aus. Außer man möchte shoppen bis zum Umfallen, dafür gibts genug Malls 😉

Was tun in Anchorage?

Essen, haha! Wir haben zwei tolle Brewing Houses entdeckt, diese werden auch von den Einheimischen empfohlen:

1. 49th State Brewing Company

2. Glacier Brewinghouse

Tipp: Das Raspberry Wheat Bier ist mega lecker! Kaum süß und nur ein Hauch von Himbeer Geschmack!

Beim Letzteren muss man unbedingt reservieren. Da wollten wir am ersten Abend hin, aber die Wartezeit betrug 1h20, daher haben wir direkt für den zweiten Abend reserviert. Lecker Bier, lecker Essen, kann man machen!

Im Reiseführer wird außerdem eine Radtour entlang des „Tony Knowles Coastal Trails“ empfohlen, wir haben das joggend erkundet und es war eine tolle Strecke entlang der Küste. Hier fängt gerade der Herbst an, sodass alle Bäume so langsam gelb werden, ein tolles Bild!

Am gleichen Tag sind wir mit dem Auto etwas in den Süden entlang des Seward Highway gefahren. Hier kommen wir zwar am Ende unserer Strecke hoch, aber das Wetter war so toll und außerdem wussten wir nicht, was wir uns in Anchorage noch ansehen sollten.

Der Highway führt am Turnagain Arm vobei, dass ist eine Meeresenge. Die Landschaft ist richtig toll und es gibt immer mal wieder Punkte zum Halten.

Übernachtung

Hotel Clarion Suites , 2 Nächte

Das Hotel ist in Downtown und von hier kann man alles erlaufen. Auch die Bars und Restaurants sind von dort um die Ecke. Gutes Frühstück, einwandfreies WLAN, saubere Zimmer und zentral, sehr zu empfehlen.Unser Hotel

Von Anchorage nach Talkeetna

Am nächsten Tag machen wir uns von Anchorage auf Richtung Denali Nationalpark. Da es bis dort aber zu weit ist, halten wir in Talkeetna, dieses kleine Dorf liegt südlich vom Denali Nationalpark.
Auf dem Weg dort hin über den Glenn Highway bekommt man den ersten Eindruck der genialen Landschaft. Was es richtig hübsch macht, sind die herbstlichen Farben, alles leuchtet gelb/ orange! Es hat leider den ganzen Tag geschüttet, sodass vieles im Nebel lag. Hatte aber auch seinen Reiz:

Talkeetna

Talkeetna ist ein 900 Seelen Dorf, klein aber fein! Das „Historical District“ besteht aus ca. 10 Häusern und ist echt niedlich, aber danach hört der Ort schon auf, ist sogar eine Sackgasse! 😉
Essen kann man super in der Denali Brewing Company!

Übernachtung:

Susitna River Loding, 1 Nacht

Was eine tolle Unterkunft! Die Lodge liegt direkt am Fluss und ist super idyllisch. Bei Booking wird sie als „außergewöhnlich“ bezeichnet, das kann ich bestätigen! Wir haben im Haupthaus geschlafen und hatten einen Blick Richtung Fluss, richtig toll! Es gibt kein Frühstück, aber unser Zimmer hatte eine kleine Küche mit Toaster, wir hatten vorher Bagels geholt.

Von Talkeetna zum Denali Nationalpark

Die Strecke bis zum Visitor Center des Denali Nationalparks sind wir gute vier Stunden gefahren. Auf der Strecke gibt es immer mal wieder tolle Aussichten auf die Landschaft. Auch bei strömenden Regen sah es toll aus, nur haben wir leider die Berge nicht gesehen, das würde sicher auch noch toll aussehen. Bis auf Fotostopps haben wir nicht gehalten. Hier einige Eindrücke:

Der Denali Nationalpark

Eintritt: 10$ pro Person für eine Woche

Bevor wir in unser nächstes Hotel in Healy eingecheckt haben, sind wir mit dem Auto durch den Denali Nationlpark gefahren, mittlerweile zeigt sich die Sonne und der Regen ist vorbei, yeah!
Der Park hatte leider oder eher glücklicherweise schon geschlossen. Die Saison hört ca. Mitte September auf. Eigentlich sollte der Park bis zum 30.09. geöffnet haben, jedoch wurde das auf Grund von Schnee und viel Regen Anfang September spontan nach vorn korrigiert.
Der Vorteil beim geschlossenen Park: bedeutet nur, dass die Shuttlebusse nicht mehr fahren, denn eigentlich darf man mit dem privaten Auto nur 15 Meilen in den Park fahren, den Rest muss man mit Shuttlebussen fahren. Das Doofe daran: steigt man aus, muss man mindestens eine Stunde warten, bis man wieder zusteigen kann. Sehr unflexibel, gerade falls es regnen sollte. Wenn der Park geschlossen hat, darf man 30 Meilen mit dem eigenen Auto rein fahren, klasse! Die Busse würden sogar 90 Meilen reinfahren, jedoch dauert  die Fahrt allein 12 Stunden!! Puh! Wir haben für die 30 Meilen schon drei Stunden benötigt, natürlich mit viel Gucken und Fotografieren. Von daher optimal!

Da wir noch zwei weitere volle Tage im Park Zeit haben, sind wir an diesem Tag nur durch gefahren ohne Wanderungen zu machen. Die ersten 15 Meilen ist die Straße geteert, dann beginnt eine gute Schotterstraße. Wir haben immer mal wieder für Fotos gehalten und haben sogar einen Elch gesehen, riesig die Viecher!! Bären haben sich nicht blicken lassen.

Eigentlich hatte ich gedachte, dass es im Denali NP nur so von Bären wimmelt und man echt aufpassen muss. Wir haben in den drei Tagen keinen einzigen gesehen. Der Park ist so unfassbar groß, vielleicht daher kein Wunder. Trotzdem hat es uns super gut gefallen!

Wenn der Denali NP schließt…

Was übrigens abgefahren ist: sobald der Park geschlossen hat, sind die Nachbardörfer wie ausgestorben! Viele Hotels, Restaurants und kleine Läden orientieren sich am Park und schließen, sogar die Türen und Fenster werden mit Brettern verbarrikadiert. Wir haben in Healy übernachtet, was ca. 20 Minuten vom Park entfernt liegt. Die einzige Brauerei wo man gutes Essen bekommt, macht am 25.09. komplett zu, genau so lange sind wir auch noch hier, Glück gehabt! Mal gucken wie das auf dem Rest der Route ist 🙂
Sollte Alaska als Reiseziel für euch in Frage kommen, so sollte man lieber 2 Wochen früher anreisen, um auf der sicheren Seite zu sein. Obwohl wir uns wundern, wieso die ganzen Läden abhängig vom Park früher schließen, denn schließlich kommen Touristen nicht spontan her, sondern haben alles lang vorher geplant.  Nun ja…

Übernachtung:

Aurora Denali Lodge, 3 Nächte

Wir würden die Lodge eher als Motel beschreiben. Sehr sauber, große Zimmer und gute gelegen. Die Zimmer sind aber eher funktional als gemütlich. Für uns völlig ausreichend, aber halt nicht zum Wohlfühlen. Frühstück gibts hier nicht, wir haben uns daher mit Bagels versorgt.

Die nächsten zwei Tage im Denali NP haben wir für Wanderungen genutzt:

Wanderung zum Mount Healy Overlook

Art: Hin und Rückweg sind gleich
Länge: 11,4 km
Dauer: 3 h
Höhenmeter: 760 hm

Unser erste Wanderung in Alaska!! Und ich habe natürlich wieder schiss von einem Bären überrascht zu werden. Damit muss man hier wohl leben… uns ist aber keiner begegnet 🙂 Auch kein Elch, die Viecher sind nämlich gefährlicher und extrem riesig!
Die Wanderung gehört schon jetzt zu meinen Favoriten, die ersten 1,5 Stunden läuft man noch mehr oder weniger durch einen Wald, aber dann kommen nur noch kleine Gebüsche und man hat einen super Blick über den kompletten Denali Nationalpark! Am Ende der Wanderung hat man dann den besten Blick aufs Umland, echt schön!
Wir sind dann noch etwas weiter auf dem Hochplateau gelaufen, war für mich eine entspanntere Wanderung, da man hier alles im Blick hat und Bären sofort sichtet 🙂 Zurück geht es den gleichen Weg. Begegnet sind uns nur ca. 10 Leute, was auch daran liegen mag, dass wir am Ende der Saison dort gewesen sind.

Auf dem Rückweg von der Wanderung haben wir noch bei den Schlittenhunden gehalten.

Besuch der Sledding Dogs

Huuuusky Welpen <3 Da geht mein Herz auf! Am Eingang des Denali NPs kann man nach ca 2 Meilen links die Schlittenhunde besuchen (zu sehen am Schild mit „Headquarters“). So süüß! Die meisten Hunde lagen faul in der Ecke bzw. auf ihren Hütten, weil sie etwas fertig waren vom Training des Tages. Im Sommer haben die Hunde nämlich „Urlaub“ und erst Mitte September werden sie wieder trainiert.

Wanderung über den Savage Alpine Trail

Art: Rundweg (haben wir zumindest daraus gemacht)
Länge: 10,4 km
Dauer: 3 h
Höhenmeter: 505 hm

Ok, ich nehme meine Aussage über die vorherige Wanderung zurück, diese Wanderung ist noch viiiel schöner hinsichtlich der Aussicht! Wer nur einen Tag im Denali NP hat, sollte den Savage Alpine Trail gehen. Der Unterschied zum Mt Healy Overlook ist, dass man nur ca. 15 Minuten durch einen kleinen Wald geht und ab dann einen genialen Blick hat und immer weiter aufsteigt. Hier habe ich mich auch direkt „sicher“ gefühlt, denn man konnte alles überblicken. Bilder sagen mehr als tausend Worte, daher seht selbst:

Diese Wanderung ist eigentlich eine One-Way Wanderung und es wird empfohlen den Shuttle Bus zurück zum Auto zu nehmen. Da dieser aber nicht mehr fährt, sind wir den Weg entlang der Straße zurück gelaufen.  Unser Auto hatten wir am Mountain Vista Trail stehen. Wir fanden diese Richtung deutlich einfacher zu wandern, denn der Abstieg ist ziemlich steil am Ende. Wie rum man läuft ist aber schnurz.

Die Amerikaner haben auch wieder den Vogel abgeschossen… Zur Zeit wird im Denali die Straße erneuert, sodass ein Pilot Auto die Autos einen bestimmten Abschnitt begleitet (was ein Job…). Wir sind ja am Ende ein Stück dieser Straße zum Auto zurück und dann hält ernsthaft dieses Pilot Auto neben uns und sagt, dass wir super vorsichtig sein müssen, denn da sind Teermaschinen, die seien sehr gefährlich! Wenn wir gleich noch daher laufen, würde sie uns mitnehmen.  Äh ja, wir machen uns Sorgen um Elche und Bären die uns angreifen könnten, aber stimmt, über Teermaschinen die aus dem Gebüsch raus schießen und uns überrollen könnten, sollten wir wirklich nachdenken! 🙂

Unser erster Eindruck nach einer Woche Alaska

Alaska ist der 49. Staat der USA, daher liest man ganz oft „The 49th State“, so heißt auch eine der größten Brauereien! Ah ha! Wieder was gelernt.
Alaska ist ein wunderbares Land für Naturliebhaber! Ich hatte erwartet, dass die Landschaft ähnlich zu Kanada ist, aber nee, irgendwie doch nochmal etwas (positiv) anderes. Es gibt riesige Highways, nur fragen wir uns für wen die gebaut wurden! Entweder uns begegnen kaum Leute, weil wir am Ende der Saison sind, oder weil der Tourismus noch nicht so verbreitet ist. Who knows…
Die Leute sind jedenfalls alle sehr sehr offen, fast jeden Abend wurden wir von Locals im Restaurant angequatscht woher wir kommen etc. Und daher kommt auch eine weitere Erkenntnis: Hier scheint jeder Verwandschaft aus Deutschland zu haben, sehr witzig!
Unser erster Eindruck ist jedenfalls sehr positiv und Alaska sollte unbedingt auf der Reiseliste stehen!

Das Wetter ist vergleichbar mit unserem Herbst. Temperaturen ca. zwischen 8-18 Grad, für uns sehr angenehm zum Wandern. Kälter wirds aber nun, wenn wir Richtung Fairbanks fahren. Im September ist auch die beste Zeit um Nordlichter zu sehen! Mal schauen ob wir Glück haben!

Nun gehts weiter Richtung Fairbanks. Später müssen wir leider unsere Route umplanen, da der Top of the World Highway wegen Schnee geschlossen hat.
Du möchtest wissen was wir um und in Fairbanks unternommen haben? Dann schau direkt hier vorbei: „Alaska Roadtrip Teil II: Zentralalaska & die Fahrt nach Kanada

Interessiert an einem Gesamtüberblick unserer Route? Dann schaut in unserem Artikel „Roadtrip durch Alaska: Gesamtroute, Hotels & Tipps“ vorbei.

Bis bald,

Thomas & Julia

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