Rundreise durch Japan: Drei verrückte Tage in Tokio

Für mich war es der erste Trip nach Japan und in meinem Kopf habe ich mir Tokio vorgestellt wie das Japanfest in Düsseldorf: Hunderte von verkleideten Japanern im Manga Style! Irgendwie stimmt das aber so gar nicht, schade 🙂 Japaner, habe ich gelernt, sind noch ordentlicher als Deutsche und halten sich strikt an Regeln. An den Bussen und Bahnen stellt man sich in einer gekennzeichneten Linie brav hintereinander, Gedrängel gibt es nicht. Das mit dem Mundschutz habe ich noch nicht ganz verstanden, denn Japan ist eins der saubersten Länder der Welt. Nirgends liegt Müll herum (obwohl es schwer ist einen Mülleimer zu finden) und in Restaurants bekommt man als erstes Feuchttücher für die Hände gereicht. In der U-Bahn gibt es sogar Personal, das über die Fahrpläne und die Geländer wischt! Wofür also den Mundschutz? Nun ja…

Hier ein paar Fakts bzgl. Anreise und Unterkunft:

Fahrt Flughafen – Stadt:

Narita Express (ca. 25€)
Gelandet sind wir gegen 10 Uhr in Tokio. Vom Flughafen bis zur Tokio Station sind es ca. 45 Minuten mit dem Schnellzug (wir haben uns gegen den Bus entschieden, denn der hätte 1,5-2 Stunden gebraucht, je nach Verkehr).

Hotel:

3 Nächte im Villa Fontaine Kudanshita – sehr gut angebunden, sauber und ruhig mit einfachem Frühstück. Absolut ausreichend!

Öffentliche Verkehrsmittel:

Man kann alles mit der U-Bahn erreichen! Wir haben anfangs ein 24h Ticket gekauft (600 Yen pro Person). Empfehlenswert ist aber das All Day Ticket (Metro + Toei), mit dem man die verschiedenen Bahnbetreiber fahren darf (1000 Yen pro Person). In Tokio gibt es nämlich mehrere U-Bahn Betreiber, sodass man ohne dieses Ticket darauf achten muss, dass man in einem Verband bleibt.
Wir waren sehr positiv überrascht wie gut das Bahnsystem in einer so riesigen Stadt funktioniert. Auf den Straßen sind kaum Autos unterwegs, Stau gibt es nicht – und das bei ca. 38 Mio. Einwohnern!

Sightseeing Tag 1

Tokio hat ca. 38 Mio. Einwohner – heißt es gibt eine ganze Menge verschiedener toller Viertel! Wir haben am ersten Abend das Viertel Shibuya erkundigt.

Das Viertel bietet Unterhaltung für Jedermann! Ich habe mich ein bisschen gefühlt wie in Las Vegas, gemischt mit dem Times Square in New York und einer Prise Asia-Touch a là Thailand.
Am bekanntesten ist das Viertel wegen der „Shibuya Crossing“, der belebtesten Straßenkreuzung der Welt. Hier werden alle Fußgängerampeln gleichzeitig grün, sodass von allen Seiten ein riesen Haufen Menschen die Kreuzung überqueren. Gut zu beobachten von der ersten Etage des Starbucks!
Die Kreuzung ist direkt bei der Shibuya Station.

Von der Shibuya Kreuzung aus geht es dann tiefer ins Viertel! Neben bekannten Shopping Läden gibts Millionen Restaurants, Karaoke Bars, verrückte Spielhallen und ein Haufen Kitsch. Hier kann man also einfach nur durch schlendern und gucken! Fasziniert war ich von den Bestellautomaten fürs Essen, kannte ich bisher nicht: Viele Restaurants haben vor oder im Laden ein Automat wo man sein Essen bezahlt und über eine Nummer bestellt. Das dazugehörige Menü mit den Nummern hängt daneben. Vielleicht umgehen es die Japaner so englisch sprechen zu müssen? Keine Ahnung, aber mal etwas anderes 🙂
Außerdem prägt das Straßenbild die vielen bunten Getränkeautomaten, verdursten kann man in Tokio schon mal nicht!

Essenempfehlung:

Genki Sushi in Shibuya: man bestellt über ein Tablet und das Essen kommt direkt vor die Nase gefahren, klasse, lecker und günstig!

Sightseeing Tag 2

Tsukiji-Fischmarkt

Heute starten wir mit einem Besuch beim größten Fischmarkt der Welt, hier wird neben Fisch auch Gemüse und Früchte gehandelt.
Ausgestiegen sind wir an der Tsukiji Station. Man sollte zunächst an den ganzen kleinen Ständen vorbei bis ganz ans Ende gehen (auch wenn die schon zum Halten und Gucken einladen), denn dort ist die eigentliche Handelshalle. Wir haben uns leider etwas lang an den Ständen vor der eigentliche Halle aufgehalten, sodass wir das Handeln der Fische nicht mehr aktiv sehen konnten. Man sollte demnach gegen 10.30 Uhr in der Haupthalle sein, die liegt ca. hier.
Begeistert waren wir alle von den ganzen kleinen Lädchen und Gassen am Anfang des Fischmarkt Viertels. Überall wurde geschnippelt, gekocht und gebraten und von allen Seiten roch es verlockend. Eine tolle Atmosphäre!

Von dort haben wir uns auf den Weg zum Meiji Jingu Park gemacht.

Meiji Jingu Park:

Ausstieg an der Yoyogi Station
Wir waren im oberen Teil des Parks und haben uns den Meiji-Schrein angesehen. Der Hauptschrein war leider verhüllt und wurde renoviert.
Im Park kann man außerdem eine Reihe von Sake Fässer bestaunen. Wie wir dann im Laufe des Urlaubs festgestellt haben, findet man die Sake Fässer an vielen Schreinen 🙂 Trotzdem hübsch!

Im südlichen Teil des Parks kann man zudem sehr gut die Kirschblüte beobachten, allerdings waren wir ein paar Tage zu früh dran, sodass wir den Teil nicht gemacht haben. Verlassen haben wir den Park am Torri Gate, denn Thomas wollte zur Takeshita Street.

Kaum gehen wir über die kleine Brücke entdecken wir ein KATZENCAFEEEE 🙂 Da sind wir also erst mal kurz reingehuscht!
Eintritt zahlt man ca. 600 Yen ohne Getränke/ Kuchen für 30 Minuten. Wir waren alle zuerst skeptisch, ob man solche Cafés unterstützen sollte, wir waren aber sehr positiv überrascht. Die Katzen haben super viel Platz, eine Menge Klettermöglichkeiten und durch eine Katzenklappe können sie auch raus aus dem Café und sich zurück ziehen. Ich fand es ein cooles Erlebnis 🙂
Diese Cafés gibts auch mit diversen anderen Tieren wie Eulen, Schlangen (bah!) oder Kaninchen.

Danach sind wir weiter zur Takeshita Street. Die Straße ähnelt wie vielen Straßen in Tokio einem bunten Lichterfest.

Von dort sind wir nach Shinjuku, denn dort wartet die Robotershow… yeeeaah! Shinjuku ähnelt sehr Shibuya, auch hier Millionen bunter Reklameschilder, Restaurants und co.

Robotershow:

Was ein verrückter Scheiß! Man kann es kaum in Worte fassen…haha! Caro und ich wollten erst nicht mit, denn das Ganze kostet 50€, aber was macht man nicht alles den Männern zu Liebe 🙂
Eigentlich kann man die Show so beschreiben, dass jede Minute crazy verkleidete Manga – oder Manga Leute auf Robotern bzw. anderen Gefährten reingefahren kommen. Entweder eine Manga Frau auf einer Kuh, einem Hai, einem Dino oder sonstige absurde Transportmittel 🙂 Dazu laute Musik und die Darsteller brüllen irgendwas auf japanisch. Ich würde sagen, dass man sich sowas mal ansehen muss, denn man glaubt es erst, wenn die wirklich vor einem herfahren.
Eine Story ergibt die Show nicht, aber eine Menge Unterhaltung und etwas Kopfschütteln. Dafür 50€ zu nehmen kann man auch nur in Japan machen 😀 Fazit: hingehen!

Gebucht: Robot Restaurant (50€ pro Person ohne Essen/ Trinken)
Zu finden in Shinjuku

Witzig fand ich, dass sehr viele Restaurants ihr angebotenes Essen als Plastik Auslage präsentiert haben, wer kommt denn auf so eine Idee? 🙂

Sightseeing Tag 3

Kirschblüte in Japan, mein persönliches Number One Ziel das zu sehen. Nun ja, leider sind wir 3-4 Tage zu früh in Tokio, die Blüten sind noch zu 🙁

Ein super Spot ist normalerweise der Ueno Park, dort gibts einen tollen Tunnel mit Kirschbäumen. Leider bei uns weniger spektakulär. Daher werden wir nochmal kurz vor Abflug einen Abstecher in den Ueno Park machen.

Nachdem ich kurz traurig war, dass sich die Blüten nicht gezeigt haben, sind wir weiter nach Asakusa.

Asakusa:

Caros Reiseführer ist clever und hat uns empfohlen zum Visitor Center gegenüber vom Kaminarimon Eingang zu gehen. Dort kommt man kostenlos zur Dachterrasse und hat einen super Blick auf den Asakusa Schrein.
Danach sind wir runter ins Getümmel und sind die Gasse bis zum Schrein gelaufen. In der Gasse ist ein Stand nach dem anderen aufgereiht. Man findet eine Menge Souvenirs, Essen und andere interessante Dinge.

Der letzte Punkt auf dem Tagesprogramm war der Skytree Tower, das zweithöchste Gebäude der Welt!
Wir wollten gegen 17.30 Uhr auf den Tower, um die Stadt sowohl im Hellen als auch im Dunklen sehen zu können. Wir haben uns dann für die Fastlane entschieden, da die Schlange viel zu lang war. Das Ticket kostet 25€ und man ist in ca. 15 Minuten oben – das war es uns wert.
Der Skytree hat mir mit am besten in Tokio gefallen. Von dort oben sieht man erst mal wie groß Tokio ist. Vor allem als es dunkel wurde, sah die Stadt richtig cool aus!

Nach dem Besuch auf den Skytree haben wir noch einen schnellen Abstecher ins Kagurazaka Viertel zum Essen gemacht. Was eine positive Überraschung! Das Viertel hatten wir erst gar nicht auf den Schirm, sollte man aber unbedingt mal hingehen, super gemütlich. Dort hatten wir auch das beste Sushi (Tsukiji Sushiko).

Sightseeing Tag 4

Heute ist Abreisetag, daher haben wir uns nur eine Punkt vorgenommen: den Kaiserpalast bei uns um die Ecke!
Frei rumlaufen kann man nur in einem Teil des Parks (Imperial Palace East Garden). Geflasht hat uns der Park nicht so sehr. Er ist sehr großflächig, aber viel zu bieten hatte er unserer Meinung nach nicht.

Daher wollten wir noch zum eigentlichen Kaiserpalast. Gut vorbereitet wie wir waren, wussten wir nicht, dass dort nur 300 Leute am Tag mit einer Genehmigung rein dürfen 🙂 Aber kein Problem, wir haben uns kurzerhand in die Schlange gestellt und ein Ticket geholt – in der Hoffnung im eigentlichen Park mehr zu sehen. Ok, ich bin vielleicht kein repräsentatives Beispiel für Kultur, aber auch die anderen fanden die Tour mega langweilig und viel zu „organisiert“. Wer ein Ticket haben möchte, sollte gegen 11.30 Uhr dort sein (Gegenüber Tokio Station), um 13 Uhr wird man dann reingelassen. Reisepässe sind Pflicht, also nicht vergessen. Man sitzt zunächst in einer riesen Halle und vorn erzählt jemand etwas auf japanisch über die Geschichte des Palasts, war total seltsam… Gegen 13.45 Uhr gehts dann mit 300 anderen Leuten los mit einer geführten Tour durch den Kaiserpalast. Da die Japaner ja sehr ordentlich sind darf man nicht einfach irgendwo gehen, sondern muss brav auf der richtigen Seite laufen, wenn man das nicht tut kommt auch direkt jemand und weist dich in die Bahn zurück 🙂
Die Tour ging bis 15 Uhr und besondere Gebäude gibts da drin leider nicht. Der Kaiserpalast an sich ist auch wenig spektakulär. Wir würden nicht empfehlen dort hinzugehen, in den 3 Stunden kann man auf jeden Fall unterhaltsamere Dinge erleben. Hier ein paar Bilder:

Gegen 16 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Kamakura gemacht.

Fazit: Um Tokio in Ruhe zu genießen sollte man 5 volle Tage einplanen.  Die Stadt ist mega groß und jeder Stadtteil ist für sich eine eigene Stadt. Uns hat Tokio mega gut gefallen, auch wenn wir eher Naturliebhaber sind. Uns hat aber ein wenig der Flair der Stadt gefehlt, eine Altstadt gibt es nicht, dafür ist es interessant wie moderne auf Tradition trifft. Definitiv einen Besuch wert.

Ihr benötigt einen Gesamtüberblick unserer Route? Dann schaut mal hier vorbei:
Städtehopping in Japan: Route, Tipps und Highlights

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.