Mit Wohnmobil und Baby entlang der deutschen Alpenstraße

Der erste Urlaub mit Baby! 🙂 Wir hatten keine Ahnung was auf uns zukommen wird, aber es hat prima geklappt! Wegen Corona haben wir uns für einen Wohnmobil Trip entschieden, denn so waren wir a) je nach Wetter/ Corona Lage örtlich flexibel, b) hatten für Paul alles an einem Ort und mussten nicht jeden Tag alles ein und auspacken und c) konnten halten wann immer der Kleine Hunger hatte oder quengelig war.

Am Ende haben wir uns für die deutsche Alpenstraße entschieden. Die startet in Lindau am Bodensee und endet in Berchtesgaden. Geschafft haben wir es in 10 Tagen nur bis zum Spitzingsee. Mit Baby dauert doch alles etwas länger 🙂

Auf einen Blick

Reisezeitraum: Anfang Oktober (10 Tage)
Wohnmobilmiete: Roadfans.de
Route: Lindau, Bad Hindelang, Garmisch-Patenkirchen, Spitzingsee

Da wir Paul nur maximal drei Stunden am Stück im Maxi Cosi lassen wollten, haben wir auf dem Hinweg bei einem Kumpel in Kaiserslautern gehalten und auf dem Rückweg bei Freunden in Stuttgart und zur Übernachtung in Frankfurt. Das hat bzgl. Stillen/ Fahrlaune perfekt geklappt!

Unser Wohnmobil über Roadfans.de

Standort: Mohnheim
Kosten: 680€
Buchung: roadfans.de

Thomas hat sich einen Wolf gesucht, bis er endlich einen Wohnmobilanbieter mit unseren Reisedaten und Anforderungen gefunden hat. Wir haben nämlich erst zwei Wochen vor unserem Trip das Mobil gebucht und wie wir alle wissen boomt die Wohnmobilbranche dieses Jahr.
Die Roadfans sind ein Startup wo alles komplett digital abläuft, selbst die Abholung! Wir haben das Mobil am Standort Mohnheim gebucht.
Die Preise variieren nach dem Baukastenprinzip: Umso mehr Pakete man dazu bucht, desto teurer wird es. Wir haben z.B. das Küchenpaket (40€) gebucht, aber nicht sowas wie Bettwäsche/ Handtücher oder „Garten“-möbel/ Grill.
Mit Baby empfehlen wir ein Mobil, wo hinten 2 Einzelbetten sind und man in der Mitte ein weiteres Bett einziehen kann. Somit hat man auf der Breite des Wohnmobils eine riesen Liegefläche und kann den Kleinen im Nestchen optimal zwischen sich legen. Am Ende haben wir sogar auf der Liegefläche gegessen und haben den Tisch gar nicht gebraucht.

Unser Bett

Was auch praktisch war, ist das der Kinderwagen ohne Umbau in die Garage gepasst hat. Das einzig nervige: Man muss den Tisch vor jeder Fahrt abbauen, da sonst der Maxi Cosi nicht auf die Sitzbank passt.
Übrigens sehr witzig: In vielen Dingen sind die Deutschen sehr pragmatisch unterwegs… und wie befüllt man den 140 (!) Liter Wassertank?! Mit einer GIEßKANNE!!! Thomas wollte sich erst beschweren, dass die den Schlauch vergessen haben und meinte, dass er nur ein Gießkanne gefunden hat – hahaha!

Unser Wohnmobil

Campingplätze entlang der deutschen Alpenstraße

Was die Campingplätze in Deutschland angehen waren wir enttäuscht oder wohl verzogen durch Kanada und Norwegen. Leider sind die Stellplätze gar nicht mit unseren vergleichbar. Obwohl wir, wenn möglich, Naturcampingplätze gewählt haben, gibts meist Strom und man steht in Reih und Glied. Von Privatsphäre keine Spur (in Kanada hat man z.B. ein richtigen Waldabschnitt für sich mit Grillstelle und fester Bank/ Tisch). Im Herbst war das für uns völlig ok, da man eh nicht mehr im Campingstuhl draußen sitzt, aber im Sommer würde ich das nicht so toll finden.
Der einzig richtig hübsche Stellplatz war am Spitzingsee, da man wirklich direkt am See parkt.

Hier die Liste der Campingplätze:

 

Gezahlt haben wir zwischen 20-35€ die Nacht. Strom zahlt man extra, den haben wir aber nie benötigt.

Die Stopps entlang der Route

Mit einem 5-Wochen Baby geht alles etwas langsamer… Daher sind wir auch nur bis zum Schliersee gekommen und nicht bis nach Berchtesgaden.

Lindau am Bodensee

Den ersten richtigen Stopp haben wir in Lindau eingelegt. Zu empfehlen ist der Campingplatz P1 Blauwiese, denn man läuft nur ca. 20 Minuten von dort auf die wohnmobilfreie Insel. Der Stellplatz ist für eine Stadt völlig in Ordnung!

Sehenswert ist die Insel Lindau mit all den schönen Gassen und natürlich den Blick auf den Bodensee. Wir waren sowohl morgens als auch abends auf der Insel. Besonders abends hat die Stadt nochmal einen anderen Charme. Außerhalb der Insel haben wir nichts erkundet.

Bad Hindelang

In Bad Hindelang haben wir unsere erste Wanderung unternommen. Der Naturcampingplatz am Hotel Wiesengrund liegt direkt an der Hornbahn, mit der wir auf den Berg gefahren sind.
Von dort kann man eine schöne kurze Runde mit Start und Ende an der Bergstation machen. Wir mussten ja erst mal testen wie Paul das Wandern in der Trage so findet. Fazit: er hat direkt gepennt 🙂
Die Aussichten von dort oben sind schon mal ganz hübsch!
Runter sind wir gelaufen.

Zu empfehlen ist das Wirtshaus Wiesengrund, sehr lecker und direkt am Campingplatz.

Garmisch-Patenkirchen

Uuuh der damalige Corona Hotspot! Dafür das wir ca. 3 Wochen nach dieser Meldungen dort waren, waren von Abstandsregeln keine Spur, etwas erschreckend! Zu einer Wanderung am Eibsee fährt eigentlich ein Shuttle Bus, den man als Camper kostenfrei nutzen kann. Dieser war aber so überfüllt (und das in der Nebensaison), dass wir lieber ein Taxi genommen haben.

In Garmisch sind wir zwei Nächte geblieben. Der Campingplatz liegt mit Blick auf die Zugspitze. Ganz hübsch, wenn man nicht so gequetscht aneinander stehen würde 😉

Sehr zu empfehlen ist ein Ausflug zum Eibsee. Durch die Nebensaison war hier glücklicherweise kaum etwas los, laut Thomas Recherchen ist das wohl ein Instagram Hotspot!
Mit dem Wohnmobil braucht man die Anreise nicht versuchen, es gibt genau 5 Parkplätze, da muss man schon viel Glück haben. Wie bereits oben geschrieben sind wir mit dem Taxi hin, da uns der Bus zu heikel war. Zu Corona Zeiten wollten wir uns nicht in einen überfüllten Bus quetschen.
Um den Eibsee am besten im Uhrzeigersinn gehen, dann hat man die schönsten Ausblicke am Schluss.

Ebenfalls sehenswert ist die Altstadt von Garmisch. Vom Campingplatz aus kann man einen hübschen Panoramaweg durch den Wald unternehmen. Dabei kommt man automatisch am Berggasthof Almhütte vorbei – sehr lecker!

Spitzingsee

Den Spitzingsee hatten wir erst gar nicht so auf dem Schirm, eigentlich hatten wir den Tegernsee oder Schliersee angepeilt.
Der Tegernsee hat uns nicht sehr angesprochen bzw. waren wir mit einem Camper nicht erwünscht. Wir konnten keinen einzig ausgewiesenen Parkplatz für Wohnmobile finden. War aber nicht schlimm, denn das Publikum war uns eh zu schnöselig.

Den Spitzingsee hat mir eine Freundin empfohlen und es war wirklich toll dort. Der Ort besteht nur aus ein paar Wirtschaften und es ist eine Sackgasse plus ein tolles Wandergebiet. Daher sind wir auch hier zwei Nächte geblieben.

Für deutsche Verhältnisse ein richtig toller Campingplatz:

Platz mit Ausblick auf den See

Empfehlen können wir zwei Wanderungen:

Vom Taubenstein über die Rotwand

Falls ihr nur Zeit für eine Wanderung habt, dann empfehle ich diese. Wir sind zunächst mit der Taubensteinbahn hoch und von dort geht’s direkt los.
Der Anfang ist leider etwas kraxelig, gerade mit Baby in der Trage. Ich wollte schon fast umkehren, aber Thomas ist sehr trittsicher und es sind wirklich nur ca. 20 Meter. Danach ist der Weg super gut zu gehen und einfach herrlich! Die Ausblicke sind der Wahnsinn!
Einkehren kann man prima im Rotwandhaus.

Über den Rotkopf

Die zweite Wanderung am Schliersee startet ohne Bahn, dafür aber mit einem ganz schön steilen Anstieg, meine Herren! Oben angekommen hat man einen tollen Blick und man kommt an schönen Almen zur Einkehr vorbei.
Nicht kinderwagengeeignet (die erste Wanderung aber auch nicht ;)).

Reisen mit Baby

Mit Baby zu reisen fanden wir super entspannt. Paul war zu dem Zeitpunkt 5 Wochen alt. Er liebt die Trage und hat während der Wanderungen sofort geschlafen. Die Strecken haben wir so gewählt, dass wir maximal drei Stunden zu einer Hütte gebraucht haben. Da haben wir ihn rausgenommen, gestillt und dann ging es maximal 2-3 Stunden zurück.
Vor der Reise haben wir uns noch einen Wollwalk von Hessnatur zugelegt, dieser Wollanzug reguliert die Temperatur von allein und somit war er immer optimal gekleidet.
Geschlafen hat er in einem Nestchen zwischen uns.

Fazit: Liebes Virus, verschwinde! Wir wollen weiter reisen!

Bis hoffentlich bald,
Thomas & Julia

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