Rundreise durch Vietnam Teil VI – Der Norden: Hanoi, Halong Bay & Sapa

Über Silvester wollten wir gern in einer Großstadt sein – Hanoi hat sich somit perfekt angeboten. Nur doof, dass die Vietnamesen ein anderes Neujahr haben und somit nach 3-4 Raketen und 20 Sekunden Schluss war mit Feuerwerk und um 0.02 Uhr alle Vietnamesen nach Hause geströmt sind ? Das Komische: es war ein riesen Bühne aufgebaut, es waren DJs dort und Partymusik – nur hat alles nach zwölf abrupt aufgehört… Nun ja, wir hatten noch sehr viel Spaß den Abend!

Nach Silvester und einem Katertag ging es für uns drei Tage auf ein Boot in die Halong Bucht und danach zwei Tage nach Sapa.
In diesem Artikel haben wir den Norden Vietnams zusammengefasst und es folgen unsere Tipps zur Hauptstadt, der ruhigen Halong Bucht und Sapa.

Hanoi – Tipps und Erfahrungen

1,5 Tage in Hanoi reichen vollkommen aus. Wir waren erst zwei Tage über Silvester in Hanoi und nach der Rückkehr aus der Halong Bucht nochmal zwei Tage, die hätten wir nicht gebraucht. Ehrlich gesagt war ich fast schon genervt von der Stadt. Man kommt einfach nie zur Ruhe, da überall, egal wo du bist, Roller sind. Die hupen dich durchgängig an und die Bürgersteige sind komplett mit Rollern zugeparkt. Auf Dauer bekommt man nen Rappel… Generell hab ich mich bisher in Vietnam nicht wirklich wohl gefühlt. Oft fand ich es irgendwie ekelig, vor allem die Streetfood Läden – und die sind eigentlich immer total einladend. Die Hälfte des Essens liegt unter dem Tisch, dazu kommen Servietten und andere undefinierbare Dinge – nicht so meins.
Weiß auch nicht, wieso mir das hier so stark aufgefallen ist, in anderen asiatischen Ländern hatte ich einen ganz anderen und positiven Eindruck. Vietnam schafft es jedenfalls nicht auf die Liste meiner Best Of Länder. Es kann ja schließlich nicht immer alles super toll und ein Must See sein, das gebe ich gern zu 🙂 Mit Halla und Kathrin hatten wir aber trotzdem sehr witzige drei Wochen!

Die Stadt hat für unseren Geschmack nicht so viel an Aktivitäten zu bieten. Gefallen hat es mir besser als in Saigon, da die Stadt viel mehr Flair hat. 

Unsere Unterkunft

Golden Legend Diamond, 2 Nächte

Das Hotel liegt super zentral in der Altstadt, sodass wir alles erlaufen konnte. Es war sauber und die Zimmer waren groß genug. Sogar Wäsche konnte man abgeben (Kilopreise, nicht pro Stück). Wir hatten die anderen 2 Nächte ein anderes Hotel, dieses war aber weit aus besser.

Was wir in Hanoi unternommen haben

Hanoi Old Quarter – Durch die Altstadt schlendern

Da wir hier auch gewohnt haben, waren wir in diesem Viertel oft unterwegs. Die einzige richtige Sehenswürdigkeit ist die St. Joseph’s Cathedral. Ansonsten lohnt es sich einfach nur durch die Straßen zu schlendern, es gibt viele tolle Fotomotive in den Gassen!

In einer Gasse haben wir einen super guten Massage Laden namens Midori Spa entdeckt. Als wir von der Halong Bucht wieder kamen, haben wir ein drei Stunden Paket gebucht, war klasse!
Übrigens ist das Spa auch neben der 4 P’s Pizza ?

Die Train Street

Eine sehr abgefahrene „Straße“. Hier fährt der Zug mitten durch ein Wohngebiet und zwar nur wenige Zentimeter von den Häusern entfernt. Kurz bevor der Zug kommt, fangen die Anwohner an die Markisen einzufahren. Wir waren zufällig genau um 15.20 Uhr dort, dann kommt auch in etwa der Zug. Puh, der ist uns ganz schön auf die Pelle gerückt.
Wenn der Zug durchgefahren ist, werden die Gleise wieder ins Leben der Einwohner eingebunden und es fahren Roller über die Gleise – echt ein komisches Bild 🙂

Der Hoan-Kiem See

Dann gibt’s in Hanoi noch den Hoan Kiem See mit der hübschen Brücke und der Pagode im Wasser. Wir sind dort Abends einmal rum gelaufen – sehr toll beleuchtet!

Ganz witzig war ein kleiner Straßenabschnitt am See, wo man für Kleinkinder ferngesteuerte kleine Autos mieten konnte. Heißt dort sind lauter Kids rumgedüst – wieso gabs sowas bei uns früher nicht? An diesem See scheinen sich jedenfalls eine Menge Einheimischer aufzuhalten.

Hoan Kiem See

Was wir ausgelassen haben, ist die Wasserpuppenshow – laut Reiseführer ein Muss, aber wir haben schon mehrfach gehört, dass es richtig schlimm ist 🙂

Restaurantempfehlungen für Hanoi

Chopsticks

Der Laden hatte bei uns erst ganz frisch aufgemacht. Die Bedienung ist noch etwas unkoordiniert, aber das Essen war spitze! Geht aber nur zur Vorspeise hier her und esst frittierte und frische Springrolls – super lecker!

Pho 10

Der Schlange nach zu urteilen das beste Pho Restaurant in ganz Hanoi. Und ja, es war wirklich super lecker! Man muss ca. 15 Minuten warten – es lohnt sich! Wir haben auch andere Pho Läden im ganzen Land getestet: Pho 10 war bisher der beste Laden!

4 P’s

Ja, mal wieder Pizza, einfach zu lecker! Ich kann so langsam kein asiatisches Essen mehr sehen ? Das 4 P’s gibt’s auch in Saigon, wo wir natürlich auch mehrfach waren…

Chop Burger

Yam Yam, geile Burger und Craft Beer! Wer mal wieder nach Alternativen sucht…

Halong Bucht – Drei Tage auf dem Boot

Gut das wir erst am 02.01. aufs Boot sind, mit unserem Kater hätte das unschön begonnen ?
Von diesem Touranbieter habe ich in einem Blog gelesen. Wichtig war mir, dass wir nicht direkt in der Halong Bucht starten, denn da muss es von Touristen nur so wimmeln. Wir haben daher die Tour von der Insel Cat Ba aus begonnen, dies soll wohl noch ein Geheimtipp sein…

Touranbieter: Cat Ba Ventures
Kosten: 214$ p.P. auf einem 4er Boot
Tour: 3 Tage – 2 Nächte

Los ging die Reise von Hanoi aus. Wir wurden mit einem Auto abgeholt und zum Fähranleger in Haiphong gebracht. Puh, was eine hässliche Stadt und ein furchtbarer Hafen – wir hatten kurz überlegt, ob wir nach Rückkehr der Tour eine Nacht dort bleiben…
In Cat Ba angekommen wurden wir direkt empfangen und mit dem Auto zu einem anderen Fähranleger auf der Insel gebracht. Um 12 Uhr gings dann endlich los aufs Wasser – juhu! Nach der stressigen Stadt Hanoi mit den zig Rollern haben wir uns sehr auf Ruhe gefreut!
So sah unser Boot aus:

Genug Platz für uns 4! Noch immer sind wir mit meiner Schwester und Halla, Thomas’s Kumpel unterwegs 🙂
Vom Boot darf man nicht viel erwarten, einen Gemütlichkeitspreis wird es nicht gewinnen. Das Klo und die Dusche waren richtig eklig – wobei man dazu sagen muss, dass ich echt pingelig bin. Zähneputzen musste ich mir an der frischen Luft, sonst hätte ich gebrochen 😉
Aber die meiste Zeit verbringt man eh draußen, also wars halb so wild! Das Wetter war glücklicherweise so gut, dass wir oben auf dem Deck sitzen konnten. Bei Regen wäre es richtig doof!

Der Tagesablauf sah an den drei Tagen immer recht ähnlich aus. Jeden Tag gings mit dem Kanu aufs Wasser und wir haben wir tolle Buchten und Strände erpaddelt, sind durch Höhlen gerudert oder haben uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Es war einfach richtig entspannend.

Nur schade, dass die Halong Bucht sehr zugemüllt ist. Überall schwimmt Müll herum. Zum Schwimmen lädt es oft nicht ein…

Interessant fand ich das Leben der Einheimischen in der Halong Bucht. Es gibt an einigen Orten ganze Dörfer auf dem Wasser und manchmal nur einzelne „Häuser“. An manchen Floating Villages sind wir mit dem Kanu vorbei. Herrjee, wie die da leben, richtig schlimm! Die Menschen dort leben vom Fischfang, heißt sie holen den ganze Tag in einer Hockposition den Fischfang aus den Schleppnetzen. Das „Klo“ besteht aus zwei Brettern am Ende des Schiffs mit einem Stofflappen drum herum…  Und ich ekel mich vor der Dusche auf dem Boot… Wie oft ich auf der Reise durch Asien dankbar bin, dass wir in Deutschland aufgewachsen sind und wie wir leben dürfen. Das wird einem erst bei längerem Aufenthalt in Asien klar.

Fazit:
Eine 2 Tages / 1 Nacht Tour reicht aus. Die Natur sah immer recht ähnlich aus, auch wenn eine Bucht schöner sein soll als die andere. Ich fand alle toll und den letzten Tag paddeln hätten wir nicht mehr gebraucht. Wären wir zu einer anderen Jahreszeit gefahren, dann hätte man auch gut 3 Tage auf dem Boot verbringen können. Im Winter reichen meiner Meinung nach 2 Tage, gerade wenn man mit Regen rechnen muss.
Generell würde ich empfehlen den Norden Vietnams nicht im Dezember zu besuchen, sondern Vietnam zu stückeln. Mehr dazu folgt in unserem Gesamtartikel zur Rundreise in Vietnam.

Die beste Jahreszeit ist übrigens Mai bis August für die Halong Bucht.

Für Kathrin und Halla ging es danach zurück nach Deutschland und für uns zwei Tage nach Sapa mit dem Nachtzug.
Diesmal hatten wir ein richtiges Luxusabteil nur für uns beide, dafür zahlt man auch den doppelten Preis (ca. 45$ p.P.) Das war es uns wert, als wir bei unseren Nachbarn gesehen haben, dass ein Paar inklusive Kleinkind eingezogen ist 🙂

Nachtzug nach Sapa

Sapa – Durch die Reisfelder Vietnams

Theoretisch sollten wir in den Bergen Sapas ganz viele Reisfelder sehen… Nun ja, wir konnten an beiden Tagen ca. 50 Meter weit gucken – weit und breit keine Reisterrassen in Sicht 🙁 Sehr schade, es soll so hübsch sein. Keine einzige Sekunde sind die Wolken verschwunden, dafür ganz viel Regen! Aber wie schon öfters erwähnt war es keine gute Idee im Dezember den Norden zu besuchen.

Unsere Unterkunft

Botanic Sapa Hotel, 2 Nächte

Unser Hotel war so super! Das Hotel hat nur vier Zimmer und es ist super gemütlich und die Besitzer total nett. Da es in Sapa sehr kalt werden kann, ist jedes Zimmer mit einer Heizdecke ausgestattet, total muckelig! 🙂 Absolut empfehlenswert!

Der erste Tag…

Am ersten Tag waren wir noch hoch motiviert und sind ins  Dorf namens Cat Cat gelaufen. Von Sapa ca. 3 Kilometer den Berg runter. Ich würde ja gern schöne Bilder vom Weg zeigen, aber haben wir nichts gesehen.
Das Dorf ist meiner Meinung nicht gerade authentisch. Man muss Eintritt zahlen, um durch die interessanten Gassen laufen zu dürfen – schon mal seltsam, wenn man „nur“ durch ein Dorf schlendern möchte. In den Gassen ist alles auf den Tourismus ausgelegt: eine Verkaufsbude nach der anderen. Man kommt auf dem Rundweg an einem Wasserfall vorbei, bei uns war der aber total braun wegen des Regens. Mich hats nicht so begeistert, aber uns hat auch die Sicht in die tolle Berglandschaft gefehlt, vielleicht vergisst man dann eher die Buden 🙂

Den Rest des Tages haben wir auf der muckeligen Heizdecke im Bett verbracht, ich hatte leichtes Fieber und war platt – blöde Klimaanlage im Nachtzug…

Der zweite Tag…

Der zweite Tag hat begonnen wie der letzte aufgehört hat: strömender Regen. Die Nacht ist sogar ständig Strom ausgefallen. Um zu unserem Hotel zu gelangen musste man einige Treppen runter gehen, der Weg war zeitweise ein kleiner Fluss!

Sapa
Da ich noch immer etwas angeschlagen war, wollte ich nicht den ganzen Tag durch den Regen rennen, daher sind wir nur durch Sapa geschlendert. Wir sind am See vorbei geschlendert, der auch ein Meer hätte sein können, denn man konnte diesmal nur 10 Meter weit sehen 😉

Sapa

Und wir waren noch in der Markthalle, wo die Einheimischen anscheinend einkaufen.

Danach haben wir uns eine 2-Stunden Massage gegönnt, die war richtig klasse! Und der Laden war super gemütlich, dass ich sowas hier nochmal erlebe 😉 Daher kann ich „Sapa La Belle Vie Spa“ wärmstens empfehlen!

Das wars nun mit der Rundreise durch Vietnam. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das mal sagen, aber ich bin froh morgen in den Flieger zu steigen 😉

Vieles würden wir nach diesen 4 Wochen in Vietnam anders planen. Alle Tipps und Erfahrungen haben wir hier zusammengefasst:
4 Wochen Rundreise durch Vietnam: Route, Highlights & Tipps

Bis bald aus Südafrika,
Thomas & Julia

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