Sechs Tage in Canggu, Bali: Unser Fressmarathon…

Ihr erwartet nun hundert Tempel, tausend Strände und eine Menge Reisterrassen? Dann ist dieser Artikel diesmal nicht so informativ und „nachreisewürdig“ und eher etwas für unsere Familie und Freunde, die nur wissen möchten, was wir so treiben. Denn wir haben diesen Zwischenstopp aus zwei Gründen eingelegt: a) Essen, Essen, Essen und b) keinen Sightseeing Drang. Denn auf Bali waren wir vor ca. zwei Jahren schon mal und haben damals das ganze Programm gemacht (dazu gibts leider keinen Artikel, ist zu lange her). Nach China war uns nach nix tun. Wir wollten keine Städte mehr sehen, nicht den ganzen Tag auf den Beinen sein und vor allem einfach in den Tag hinein leben.

Uh einen Tempel haben wir doch besucht, der war nämlich neben dem Strandcafé 😉

Batu Bolong Beach

Unsere ersten 6 Tage auf Bali

Was wir den ganzen Tag gemacht haben? Buchstäblich von einem Essen zum nächsten Bier zum nächsten Essen gefahren… Zwischendurch haben wir uns massieren lassen, sind etwas durch die Reisfelder rumgejuckelt oder lagen am Pool… Es war unglaublich entspannt, wir haben es sehr genossen! Wir hatten keinen inneren Stress etwas zu verpassen, sondern haben uns bei allem Zeit gelassen, wir saßen z.B. mit Thomas Bekannten Rik und Kim zwei Stunden beim Essen und haben gequatscht. Was ich daran so toll fand, ist das man was vom Leben auf Bali mitbekommt. Die beiden leben schon länger hier und haben ein paar spannende Dinge erzählt, die du als Tourist gar nicht mitbekommst. So muss z.B. bei einem neuen Bauland eine Zeremonie abgehalten werden, um die gute Geister zu erwecken und die Bösen zu vertreiben. Dafür werden meist Tiere geopfert und in die Ecken des Grundstücks vergraben, heißt bei Rik und Kim liegen nun tote Küken im Boden… Interessant fand ich auch, dass die beiden nochmal eine Zeremonie machen musste, weil ein Bauarbeiter auf dem Grundstück gefallen ist. Heißt drei Tage lang mussten die bösen Dämonen vertrieben werden, eine Selbstverständlichkeit. Oder einmal wurde bei denen im Laden eingebrochen, auch da mussten sie mit einem platten, getrockneten Huhn durch den Laden fegen, um die Geister zu vertreiben 😉 Für uns ist das eine witzige Vorstellung, aber für die Hindus ein normales Ritual…

Wir wohnen in Canggu, ein so toller Ort am Strand! Mit dem Roller kann man einfach drauf los düsen und all die schönen Straßen abfahren. Überall gibts kleine Lädchen und eine Menge verschiedener Lokale. Ich liebe diesen Ort! Die schönste Straße ist die Jl Pantai Batu Bolong.
Also Tipp Nr. 1: Mindestens 2-3 Nächte in Canggu bleiben und den Ort auf sich wirken lassen 🙂 Damals haben wir definitiv zu wenig Zeit hier verbracht.

Und diese Reisterrassen in Canggu… soo schön!

Dazu wohnen wir so entspannt! Ein alter Freund von Thomas aus Oldenburg hat sich auf Bali niedergelassen und sich hier ein richtiges Anwesen aufgebaut. Eins der Häuser war genau fünf Nächte frei (es dient nur der Langzeitvermietung). Das hat den Aufenthalt nochmal 100x entspannter gemacht. Es war wie im Hotel, nur viel viel toller. Seht selbst:

Ein Problem auf Bali…

Wie schon vor zwei Jahren finde ich Balis Stände leider hässlich. Warum? Weil überall Müll herum liegt. Leider haben die Balinesen keinen Sinn für Naturschutz. So fahren die Leute teilweise auf ihren Rollern und lassen einfach Müll nach und nach fallen um ihn so zu entsorgen.  Und was ganz schlimm ist: unsere nette Putzfrau konnte einen Tag nicht zur Arbeit kommen, da ihr Haus knietief im Wasser stand (es ist Regenzeit). Und wieso? Weil ihre Nachbarn ihren Müll in den Fluss werfen und ihr Haus etwas niedriger liegt. Das Wasser kann nicht mehr richtig durch den Fluss abfließen und landet bei ihr im Haus. Nach starkem Regen sehen die Strände noch schlimmer aus, denn der Müll aus den Flüssen landet im Meer. Das ist die Schattenseite auf Bali! Ich hoffe sehr für die Insel, dass die Regierung darauf bald reagiert.

Der Müll auf Bali

Hier Bilder vom Botong Beach. Das Meer sieht nicht so schön klar aus und auch der Strand an sich gefällt mir nicht so gut. Für mich jedenfalls kein einladender Strand, wo man gern den ganzen Tag verbringt.

Und das ist der Echo Beach, aber mit einer super Strandbar um Surfer beobachten!

Dafür überragt aber der Rest der Insel mit seiner Natur, dem Essen (!!) und vor allem den Menschen, die super nett und hilfsbereit sind. Wir hatten damals einen Platten am Roller und die Menschen haben uns sofort geholfen und uns nicht über den Tisch gezogen. Darüber waren wir sehr erstaunt.

Noch eine schöne Sache auf Bali sind die täglichen „Offerings“ der Hindus. Es sind Opfergaben für ihre Götter. Jeden Tag liegt also an allen möglichen Ecken ein solches Offering – an Hofeinfahrten, im Auto, an den Kassen und sogar vorn am Roller! Man muss echt aufpassen nicht drüber zu trampeln, was schnell passieren kann…

Canggu

Das Wichtigste: Essen

Auf Bali findet man die beste Küche in den Warungs. Warungs sind eigentlich kleine Küchen auf Rollern, aber hier auf Bali gibts ganz viele Restaurants die sich so nennen, also kein richtiges Straßenessen.
Man kann eigentlich bedenkenlos überall essen und wird sicherlich nicht enttäuscht. Trotzdem listen wir unsere Spots mal auf, denn all diese Warungs waren allein von der Einrichtung total gemütlich! Es gibt auch viele Warungs die eher praktisch und ungemütlich eingerichtet sind 🙂 Ich schreibe nun auch nicht viel zu den einzelnen Warungs, denn zu allen kann man sagen: super hübsch und geiles Essen! Nicht überall hatten wir die Kamera dabei…

  1. Warung Yess
  2. Sawah Bali
  3. Warung Oke
  4. Warung Dandelion

Strandbars & Frühstück

Wir essen natürlich nicht nur warm 😉 Hier waren wir Frühstücken und haben Bier getrunken:

  1. Milk and Madu zum Frühstück: mega geil ist das Goat Sandwich und das Avocado Sandwich! Hier waren wir 3x 😉
  2. Und beim Echo Beach Club in der Nähe gibts eine Strandbar, ihr werdet sofort sehen welche ich meine. Die Anlage ist gigantisch groß, aber der Blick vorn aufs Meer super, denn man kann die ganzen Surfer beobachten.

Echo Beach

Mit dem Roller durch die Reisfelder

Ein Muss auf Bali ist einen Roller zu mieten! Dafür benötigt man den Internationalen Führerschein und etwas Mut für die Straßen. Wir haben uns eigentlich schon darauf eingestellt wieder an jeder Kreuzung von der Polizei angehalten zu werden. Vor zwei Jahren sind wir entweder zu weit links gefahren (bei 20 Rollern neben uns), waren nicht angeschnallt (auf einem Roller…) oder haben nicht an der Haltelinie bei rot gehalten (mit 10 Rollern vor uns). Nun ja, das hat wohl ein Ende, die Polizisten dürfen anscheinend die Leute nicht mehr abziehen.  Somit brauchten wir das vorher abgezählte Geld gar nicht, jippi! Vor zwei Jahren musste man niemals die volle Strafe zahlen, sondern hat einfach behauptet nicht mehr dabei zu haben. Hat immer geklappt.
Rund um Canggu gibts zahlreiche Reisfelder, wir sind einfach drauf los gefahren!

Der letzte ultimative Tipp: Unser Fahrer Jimmy

Kontakt: komangjimmy@gmail.com

Wir haben Jimmy vor zwei Jahren kennengelernt, damals hat er uns auf Bali einen Tag herum gefahren. Seit dem haben wir ihn sicherlich an 10 Leute weiterempfohlen, die es ebenfalls fantastisch fanden. Denn Jimmy fährt euch nicht zu irgendwelchen Accessoireläden, sondern macht nur das was ihr sehen möchtet. Dieses Jahr hat er uns auch wieder vom Flughafen abgeholt und wir wurden als Dankeschön für all die Gäste zu ihm nach Hause zum Mittagessen eingeladen. Seine Frau hat uns bekocht, es gab Nasi Goreng und Chicken Satay, meine Lieblingsspeisen, juhu! Es war ein tolles Erlebnis zu sehen, wie die Einheimischen hier wohnen. Alle Balinesen haben einen Familientempel auf dem Grundstück:

Zu Besuch bei Jimmy

Hier werden mehrfach am Tag die Opfergaben hingelegt. Durch die ganzen Tempel vor den Häusern wirken viele Viertel auf Bali sehr besonders. Schon sehr interessant diese Kultur.
Der Baustil ist immer sehr sehr klinisch, heißt weiße Fliesen und keine Gemütlichkeit. Hier kann man etwas in die Wohnung rein schauen:

Zu Besuch bei Jimmy

Ein tolles Erlebnis das mitmachen zu dürfen! Wir haben das erste mal einen solchen Urlaub gemacht, also uns nichts angesehen und einfach nur in den Tag hineingelebt. Und ich muss sagen – es war toll! Wir hätten sonst nie so viele interessante Dinge über die Kultur erfahren. Eigentlich schade, dass man nicht immer die Zeit hat genau so zu reisen. Bzw. ist mir natürlich irgendwie auch mein Jahresurlaub zu schade um „nichts“ vom Land gesehen zu haben.

Und nun gehts nach Nusa Penida auf die Nachbarinsel. Da werden wir dann wieder etwas aktiver, denn die Insel kennen wir noch nicht 🙂

Bis bald
Thomas & Julia

 

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