Vier Tage Sightseeing durch Hongkong

Hallo Hongkong, die nächste Millionenstadt auf unserer Reise durch China…
Man merkt, dass wir wieder in einer Stadt sind, wo die Menschen unsere Sprache sprechen. Das erste mal spricht auch ein Fahrer mit uns und wir sind nicht gefühlt die einzigen westlichen Menschen 🙂

Hongkong hat mich vom ersten Tag an fasziniert! Auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt fährt man durchs Grüne, hach!
Beeindruckend wie viele Leute hier auf engem Raum wohnen. Die Stadt ist in die Höhe gebaut und verglichen mit Peking und Shanghai ist alles viel viel enger. Aber logisch, wo soll sich die Stadt auch hin ausbreiten? Über die Grenze nach China nicht möglich (da Hongkong eine Sonderverwaltungszone Chinas ist) und auf der anderen Seite ist das Meer, also baut man halt in die Höhe.

Die Temperaturen sind nun deutlich höher, wir haben es um die 28 Grad mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Unsere Unterkunft

Sohotel, Soho

Unser Hotel liegt mitten im belebten Viertel und natürlich ist hier auch kein Platz. Sehr lustig, denn ich hatte das erst gar nicht auf dem Schirm, dass hier wirklich alles so mini ist. Beim Einchecken meinte der Hoteltyp noch, dass wir unsere Backpacks gern in den Gepäckraum legen können. Und ich noch so zu Thomas: „Hä, wieso sollen wir das abgeben, wir bleiben doch vier Nächte.“ Haha, dann habe ich das Zimmer gesehen. Kuschelig! Unsere Packcubes sind goldwert, denn das Zimmer besteht tatsächlich nur aus einem Bett! Alles was man braucht! Wer frisch zusammen ist, sollte vielleicht nicht in Hongkong starten 😉

Sohotel

Der erste Tag

Da wir gegen Mittag angekommen sind, hatten wir noch den restlichen Nachmittag zur Erkundung der Stadt.
Heißt wir sind zunächst von unserem Hotel aus kreuz und quer durch die Stadt gelaufen. Was ein Unterschied zu Shanghai und Peking! Auch kein Wunder, denn bis 1997 gehörte Hongkong noch zu UK. Das merkt man auch! Nicht nur, dass hier alle gut Englisch sprechen, sondern auch an den Geschäften. Überall gibt’s leckere Bäckereien und wir müssen zum Frühstück nicht mehr zu Starbucks, yeah! Besonders gern mag ich den Baustil, ich muss ständig nach oben schauen!

Und was ich besonders mag: die Stadt ist umgeben von Bergen und man sieht unbebaute Natur! Hier z.B. :Montane Mansion
In Peking und Shanghai hat man bis zum Horizont nur Hochhäuser gesehen. Sehr sympathisch.
Die Stadt wirkt etwas „unordentlicher“ als Shanghai, aber mit sehr viel Flair!
In den kleinen Gassen gibt total viele Stände und Märkte, es sieht einfach nur einladend aus!
Hongkong Innenstadt

Was nur etwas eklig gerochen hat, sind diese Lädchen, wo getrocknete Fischsachen verkauft werden und davon gibts hier so viele!

Hongkong Innenstadt

In der Nähe unseres Hotels ist auch ein Barviertel. Hier stehen viele Leute mit ihrem Drink draußen und genießen den Abend, sehr cool! Wir waren in der Bar „The Boilermaker“, hier auf Google Maps, in dem Viertel kann man sich austoben!

Auf zum Victoria Peak

Der Victoria Peak liegt gaaaanz oben auf dem Berg. Da wir den Weg runter gelaufen sind, kann ich sagen: ich würde hoch fahren! 🙂

Wir hatten erst überlegt die Peak Tram zu nehmen. Wer aber Zeit und Geld sparen will, nimmt sich ein Uber. Wir haben umgerechnet ca. 5€ gezahlt und waren in 10 Minuten oben. Bei der Bahn stand eine riesen Schlange!

Der Peak ist gigantisch! Die Aussicht auf die Skyline… wow! Jetzt sieht man sehr gut, wie die Stadt in der Fläche begrenzt ist und wie schön sie von den Bergen umgeben ist. Es empfiehlt sich gegen 16.30 Uhr hochzufahren, dann sieht man die Skyline im Hellen und Dunkeln!

Wir sind sogar noch weiter hoch bis zum eigentlichen Peak. Von hier kann man auf die andere Seite des Berges runter schauen. Bei uns etwas diesig, aber sehr schön! Hat was von Thailand.
Runter sind wir dann den Fußweg. Meine Güte war der steil! Also so richtig steil! Wer hier hoch geht, weiß was er für den Tag getan hat 🙂

Der zweite Tag

Für den zweiten Tag in Hongkong hat Thomas einen Tagesausflug zur Insel Lantau geplant. Raus aus der Stadt und ab ins Grüne, juhu!
Hier steht der Big Buddha und das Fischerdorf Tai O auf dem Plan.

Die Insel Lantau

Ich bin beeindruckt, in nur 45 Minuten mit der Fähre ist man komplett raus aus der Stadt und steht im Grünen. Oh ja, Hongkong gefällt mir!

Auf der Insel angekommen sind wir direkt in einen Bus Richtung Ngong Ping gestiegen, dort wo der große Buddha steht. Bis dahin fährt man eine gute halbe Stunde über die Insel. Es ist richtig schön hier! Man fährt an Sandstränden vorbei und der Bus muss in den Bergen ganz schön arbeiten!

Der Tian Tan Buddha

Den 34 Meter hohen Buddha sieht man schon auf der Busfahrt auf dem Berg thronen, wow!
Man darf kostenlos bis ganz hoch zum Buddha (also hier kein Ticket andrehen lassen, außer man möchte ins Innere). Echt Wahnsinn wie groß der ist!

Auch die restliche Anlage um den Buddha sieht sehr hübsch aus! Und hier laufen Kühe rum, verrückt!

Der Wisdom Path

Am Buddha vorbei gibt es noch ein paar Wanderungen. Da wir noch  andere Stationen auf dem Plan hatten, sind wir nicht zum Lantau Peak hoch. Soll aber toll sein! Stattdessen sind wir den Wisdom Path gelaufen. Hier steht man nun komplett in der Natur und hat einen tollen Blick aufs Meer! Nach so vielen Städten war das richtig toll!

Von dort sind wir dann mit dem Bus ins Tai O Fischerdorf gefahren. Der Bus braucht ca. 30 Minuten (auch wen Google etwas anderes sagt).

Das Fischerdorf Tai O

Dieses Dorf wurde vom Tourismus gerad zu überrollt, das war zumindest unser Eindruck. Es war sehr beeindruckend, aber erschreckend zugleich. Die meisten „Häuser“ stehen auf Stelzen im Wasser und geben ein tolles Bild ab, komplett anders als unsere Welt. Es gibt zig schöne Fotospots und das komplette Dorf ist wirklich super interessant, uns hat es sehr gut gefallen. Aber puh, wenn ich so leben müsste… Bei vielen Häusern stand die Tür offen, dort stand dann ein total moderner Fernseher und dazu ein paar Gartenmöbel. Das Ganze vielleicht auf 14qm und überall war etwas provisorisch geflickt. Da wird einem bewusst mit welchem Glück wir aufgewachsen sind. Für die Menschen ist eine solche Wohnung selbstverständlich, eine gemütliche Einrichtung kennt man hier glaube nicht, oder das Geld dafür fehlt. Jedenfalls hat es mich sehr beeindruckt, aber auch nachdenklich gemacht.
Hier ein paar Eindrücke:

Von dort sind wir wieder zurück zum Fähranleger und haben uns Hongkong bei Nacht angesehen.

Tip: Den Trip nach Lantau kann man ganz easy allein machen, es ist nicht nötig eine Tour für 110€ p.P. zu buchen! Rüber sind wir mit der Fast Ferry (Hin-und Rückfahrt ca 7€ p.P, Pier 6). Dann benötigt man drei Busfahrten für gesamt 3€ p.P., ein Schnapper!

Hongkong bei Nacht

Bei Nacht wirkt die Stadt nochmal ganz anders! Unser Plan war es Dim Sum in einem Sternerestaurant zu essen, da es von mehrer Leuten empfohlen wurde. Dieses Restaurant liegt im Osten der Stadt. Dort sind auch die riesigen Shoppingmalls, man kommt sich vor wie auf dem Times Square in New York! Sollte man sich mal ansehen.

Restaurant: Din Tai Fung

Ein Sternerestaurant? Klingt erst mal abgehoben und viel zu teuer. Aber nein, die Preise sind ok und es war soooo lecker! Das war unser erstes Dim Sum (übersetzt viele kleine Speisen). Sehr zu empfehlen sind die Dumplings und Wotons! Gezahlt haben wir umgerechnet ca. 51€! Man sollte 30-45 Minuten Wartezeit einplanen, der Laden ist mega angesagt und man kann nicht reservieren.

Der dritte Tag..

…ist leider total verregnet 🙁 Also haben wir uns mal wieder um unsere Wäsche gekümmert (in Hongkong wäscht man übrigens mit kaltem Wasser….) und haben ansonsten ein paar Shoppingcentern besucht. Richtig krank wie groß die Center hier sind!! Teilweise sind die so groß, dass man 15 Minuten nach dem Ausgang ins Freie sucht!

Der letzte Tag

Ich wollte am letzten Tag gern in den östlichen Teil von Hongkong, dort gibts nämlich die „Monster Buildings“. Das sind Wohnhäuser in der typischen Bauweise Hongkongs. Das Besondere: man sieht die Gebäude in einem „u“ stehen und daher sind sie ein richtig guter Fotospot!

Auf dem Weg zu den Montane Mansions

Zu den Gebäudekomplexen sind wir in die Bimmelbahn gestiegen. Die eiert zwar 55 Minuten dort hin, aber von der Doppeldecker Bahn kann man nochmal super die Stadt auf sich wirken lassen. Die Stadt ist einfach toll!

Eingestiegen sind wir bei „Western Market“, also recht am Anfang, wodurch wir ganz vorn oben einen Platz bekommen haben. Aussteigen muss man bei „Mount Parker Road“.

Die Montane Mansions

Von der Haltestelle aus geht man in Fahrtrichtung der Bahn die Straße hoch und an der nächsten Kreuzung ist schon das Gebäude. Einfach kurz googeln, ist leicht zu finden 🙂

Ich fands dort sehr beeindruckend! Zwar sieht man in der ganzen Stadt genau diese Bauweise, aber dadurch, dass  die Gebäude hier als „U“ stehen, hat es nochmal eine andere Wirkung. In dem kompletten Komplex leben mehr als 50.000 Menschen, wow! Wer gern fotografiert sollte sich das mal ansehen.

Auf nach Tsim Sha Tsui

Von den Montane Mansions haben wir uns auf den Weg auf die andere Seite Hongkongs gemacht, und zwar nach Tsim Sha Tsui. Man kann auch eine Fähre im Osten nehmen, man muss nicht zurück nach Central.
Das war ganz praktisch, denn so kann man einmal an der Promenade her laufen, die sehr hübsch ist!

Leider hat dann wieder der Regen eingesetzt 🙁
Sehr blöd, denn um 16 Uhr hatten wir eine Reservierung zur „Tea Time“ im Ritz Carlton, uuh! Was machen wir denn da?! Von hier hat man wohl einen tollen Blick und nachdem uns mehrfach die Tea Time empfohlen wurde, hatten wir dort Monate vorher einen Fensterplatz reserviert.

Tea time im Ritz Carlton

Würden wir das nochmal machen? Eher nein… Es hatte leider immer noch geregnet, sodass man nix von der tollen Aussicht des Hotels gesehen hat. Eigentlich liegt es gegenüber von Hongkong und bietet daher eine geniale Sicht auf die Stadt mit den Bergen. Wir hatten diesen Blick:

Teatime im Ritz Carlton

Yeah!
Ich weiß nicht, was wir dazu gesagt hätten, wenn wir eine gute Sicht gehabt hätten… Dazu kommt noch, dass die Teatime pro Set um die 35€ kostet, inklusive  Tee so viel man will und kleine Leckereien (Kuchen, Sandwiches usw.). Wir wussten leider nicht, dass man das auch nur für eine Person bestellen kann, denn bei all you can drink zahlt man ja auch nicht für eine Person und die andere trinkt so mit 😉 Also lagen wir am Ende bei rund 70€ für Tee und einer Etagere voll Kleinigkeiten, übertrieben viel – oder wir sind einfach nicht die richtige Zielgruppe.
Hat uns jedenfalls nicht vom Hocker gehauen, weder der Tee, noch das Essen. Meiner Meinung nach kann man sich das Geld sparen und bei guter Sicht lieber in die Bar gehen…

Teatime im Ritz Carlton

Von hier aus sind wir zum Nightmarket gelaufen.

Temple Street Nightmarket

Boah, dahin zu kommen war vielleicht ein Akt. Rund um das Ritz Carlton sind nur so olle bewachte Wohnungen, heißt man kann nirgends durch. Irgendwann standen wir an einer Autobahnauffahrt und dann in einer Shopping Mall, wo wir keinen Ausgang gefunden haben. Jede Rolltreppe oder Ausgang hat ins nächste Gebäude geführt… Schließlich sind wir an einem Busterminal geendet, der aber auch in einem riesen Gebäude war, nun gut, dann sind wir halt mit dem Bus raus unter freien Himmel! 🙂 So Großstädte sind echt manchmal anstrengend!

Der Night Market liegt in einer coolen Gegend! Hier ist einiges los und überall gibts kleine Garküchen wie in Thailand. Der Nachtmarkt selber war nicht so spannend. Im Grunde gibts alle fünf Tische dasselbe und jeder verkauft nur Schrott und nachgemachten Scheiß 😉

Mit der Fake Ware ist eh so eine Sache, ich bin immer noch schockiert wie das in China geduldet wird. Auf dem Rückweg zum Pier sind wir an „richtigen“ Geschäften vorbei gelaufen. Und da gabs einen riesen Bose Laden, sah kein Stück ranzig aus, ich würde den Unterschied nicht auf den erstem Blick sehen… Verrückt!

Die Lightshow

Nun kommt unser nächstes Highlight des Tages – die Lasershow. Beschrieben wird es als „Hongkongs top sightseeing attractions“ und sollte auf der to-do Liste ganz oben stehen. Also entweder standen wir am falschen Ort oder haben irgendetwas anderes verrafft… Unser Standort sollte eigentlich korrekt gewesen sein, wir standen an der Tsim Sha Tsui Promenade. Jedenfalls gingen pünktlich um 20 Uhr ein paar Laser auf den Gebäuden an. Nach fünf Minuten haben wir uns gefragt, ob das nun schon die Lasershow sein soll… Es sah nicht wirklich spektakulär aus, eher wie ein Diskolicht aus dem Nachbardorf 😉
Nun ja, die Sicht von der anderen Seite ist auch ohne Lasershow toll! Aber ganz anders als in Shanghai. Die Skyline hier beeindruckt eher durch die Breite, nicht durch die Gebäude an sich. Da war Shanghai deutlich cooler.

Hongkong Tsim Sha Tsui

Der Abend hat dann aber mit meinen persönlichen Highlight geendet: ein Burgerladen!!! Ich hatte irgendwie sooo Bock auf Burger und etwas zu essen was ich kenne… Bei den Dim Sum Sachen hatten wir auch schon eklige erwischt…
The Butcher Club heißt der Laden, jammy!

Nun werden wir gleich abgeholt und es geht nach Guilin, unsere letzte Station in China!
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Bis bald,
Thomas & Julia

PS: Ihr sucht nach einem Gesamtüberblick unserer Route durch China? Dann schaut im Artikel „Auf eigene Faust 14 Tage durch China – Tipps & Highlights unserer Route“ vorbei.

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