Drei Tage Peking & Ausflug zur Chinesischen Mauer

Von Hawaii nach Peking… Wenn das nicht mal eine Umstellung ist!  Schon beim Ausstieg aus dem Flieger haben wir den ersten Unterschied gespürt! Es war sau kalt und es hat in der Nacht gefroren… brrrr!
Aber egal, jetzt sind wir ganz neugierig auf China! Zwar sind wir nur drei Tage in Peking, aber ich glaube das reicht mir erst mal.

Der erste Eindruck…

Mein erster Eindruck: Gar nicht so schlimm wie erwartet! Ich finde es ist ähnlich zu Thailand, nur nicht  ganz so chaotisch und mit weniger Rollern, aber trotzdem crazy! Straßenregeln gibt’s hier nicht. Linksabbieger nehmen dem geradeaus Verkehr die Vorfahrt, wenn jemand aus einer Seitenstraße kommt, dann guckt der gar nicht erst und jeder wird angehupt.

Der typische Verkehr

Wundert mich daher nicht, dass es in Peking 300 (!) Verkehrstote pro Tag (!) gibt… Als Fußgänger muss man sehr vorsichtig sein, grün heißt nicht, dass es frei ist. Wir haben leider auch schon einen Unfall gesehen und waren schockiert wie gleichgültig die Menschen dran vorbei gegangen sind.

Die hawaiianische Gemütlichkeit und Ruhe hat hier definitiv ein Ende. Man ist nie allein, wo kommen denn all die Chinesen her?! Uns sind gefühlt nur eine Hand voll Europäer begegnet. Kein Wunder also, dass ich wirklich durchgängig ganz hart angestarrt wurde. Hätte nicht gedacht, dass es in einer Großstadt wie Peking so außergewöhnlich ist blond zu sein.
Und auf das worauf ich gewartet habe, folgt beim Einchecken im Hotel! Zieht der Typ genüsslich seine Rotze bis in die Spitze seines Hirns! Danke, so möchte ich begrüßt werden! 🙂
Kommunikation ist auch so eine Sache… Kaum jemand spricht Englisch!

Das Thema Smog…

Ich hatte mich auf viel Smog eingestellt, aber am ersten Tag war es total klar. Da dachte ich schon „was hat Thomas denn, ist doch gar nicht so schlimm!“.
Nun ja, am letztes Tag habe ich dann gesehen und gefühlt was Smog heißt… Es gibt eine Webseite namens „Bejing Air Polution„, an dem Tag war der Index bei über 200, also sehr ungesund.

Smog
Nach ein paar Stunden merkt man, wie man ganz ganz leichte Kopfschmerzen bekommt, die Luft ist einfach richtig schlecht! Was ich krass fand: a) war keine Wolke am Himmel, aber trotzdem konnte man ohne Probleme in die Sonne gucken, da so viel Smog davor hing.

Smog

Und b) arbeitet der Körper wie verrückt gegen die Partikel in der Luft. Thomas’s Uhr misst durchgängig den Puls und sein Puls lag bei 154, normalerweise ist das sein Puls beim Joggen. Ich find’s ganz schlimm, wie die Menschen hier täglich damit klar kommen müssen. Ich bin ganz froh diese Luft nur drei Tage einatmen zu müssen.

Was wir uns angesehen haben:

Auf zur Verbotenen Stadt

Eintritt: 40 Yuan (~5€), Ausweis nicht vergessen!

Die erste Sightseeingtour auf eigene Faust geht zur Verbotenen Stadt. Was uns direkt auffällt: Individualtourismus ist hier überhaupt nicht angesagt! Uns begegnen zig geführte Truppen, die immer schön an ihren verschiedenen Mützen zu erkennen sind, sehr spaßig! Vor allem, wenn man sieht wer die Gruppe verloren hat, Mensch waren die mutig!

Verbotene Stadt

Und meine Fresse, sind wir auf einem ausverkauften Konzert?! Wem Massentourismus ein Fremdwort ist, sollte hier mal herkommen…

Verbotene Stadt

Da ich mich null mit China befasst habe (Thomas war Planungsminister), dachte ich, die Verbotene Stadt sei heute ein belebtes Viertel, wo Menschen leben und es viele Restaurants und Geschäfte gibt. Aber man lernt ja nie aus: es ist ein reiner Kaiserpalast mit zig (wer hätte es gedacht) Palästen und man kann einmal durch laufen. Übrigens gibt’s nur einen Eingang, wir standen natürlich beim Ausgang und haben uns schon gewundert wo diese Schar von Chinesen herkommt…

Die Paläste sind auf jeden Fall sehenswert. Man nennt es Verbotene Stadt, da früher niemand auf das Gelände durfte. Da wir Kulturbanausen sind, hat es uns aber ziemlich schnell gelangweilt, denn alle Gebäude sehen gleich aus.

Weiter zum Jingshan Park

Wenn man beim Kaiserpalast rauskommt, kann man gegenüber in den Jingshan Park laufen. Auf dem Weg wird uns 100x angeboten mit einer Rikscha auf den „Berg“ zu fahren… Auf dem Berg ist nämlich ein kleiner Palast. Von dort hat man einen super Blick auf die Verbotene Stadt und auch den Rest der Stadt. Obwohl „Rest“ kann man nicht sagen, die Stadt ist soooo groß, bis zum Ende kann man da nicht gucken!

Von dort laufen wir in die ursprüngliche Altstadt von Peking

Die traditionellen Hutongs

Als Hutongs wird ein bestimmter Baustil und Gassen in Peking beschrieben. Die Häuser sehen alle gleich aus, sind einstöckig und haben nur ein kleines rotes Fenster. Ich frage mich, wie duster es in den Wohnungen sein muss… Gemütlich sieht’s jedenfalls nicht aus, aber es strahlt einen bestimmten Flair aus.
Diese Aufnahmen stammen von zwischen dem Beihai und Jingshan Park.

Und was hier überall verkauft wird sind diese kleinen roten Äpfel, wir wissen nicht genau was es ist und haben uns nicht getraut es zu probieren. Den Verkäufer zu fragen was es ist, ist nutzlos, er antwortet nur wie viel es kostet 🙂 Bisher haben wir niemanden getroffen, bei dem wir denken er spricht unsere Sprache, dann würden wir mal fragen 🙂

Tour 1 - Jinsitao Area

Wuhu, eine gekennzeichnete Walking Tour

Ui, wir haben eine Touristeninfo entdeckt, da spricht zwar auch keiner unsere Sprache, aber wir haben eine Karte ergattert. Dort sind zwei Laufstrecken eingezeichnet, wir starten am Quinhai Square und laufen die Tour 1 einmal ab.

Absolut zu empfehlen, nun kommt man durch alle die belebten Gässchen und kleinen Ramschlädchen. Man muss aufpassen, dass man nicht von den zig Rikscha Touren oder Rollern umgedüst wird! Auf der Tour kommt man durch die typischen Hutongs und irgendwann zu einer Mischung aus der traditionellen Bauweise und einem entspannten Barviertel. Hier gibt’s nun  ganz viele Restaurants die nicht aussehen wie Wohnzimmer 🙂
Ein Teil des Weges führt an einem See vorbei. Hat uns sehr gut gefallen!

Ausflug zur Chinesischen Mauer

Anbieter: Über Viator
Kosten: 91€ pro Person
Kosten für Lifte: 200 Yuan pro Person

Wenn man in Peking ist, sollte man sich auch Zeit für die Chinesische Mauer nehmen. Wir haben beschlossen eine Tour zum Abschnitt Mutianyu zu machen. Dahin fährt man von Peking aus ca 1,5h, aber es lohnt sich! Denn hier war es fast menschenleer. Ich habe mich auf Massentourismus eingestellt, wo man sich über die Mauer schieben muss…. Aber so ist es anscheinend nur im Nord-Westen, was viel näher an Peking liegt.

Die Tour ist um 7 Uhr gestartet und wir waren nur zu zweit, wie klasse ist das denn?! Der frühe Start hat sich gelohnt, denn die Parkplätze sind noch leer und wir konnten super schöne Bilder ohne Menschen machen. Als wir gegen 11 Uhr wieder runter sind, wars viel viel voller. Allein deswegen können wir die Tour empfehlen – man ist vor der Masse da und das ist viel wert.

Gestartet sind wir an den Gondelliften, von dort sind wir erst nach links gelaufen und dann nach rechts bis zum Sessellift bzw. Rodelbahnabfahrt. Es empfiehlt sich so rum zu starten, denn dann ist es nicht so steil! Wir hatten von 9-11.30 Uhr Zeit die Mauer etwas abzulaufen, die Zeit hat perfekt gepasst.
Wir fanden es mega schön und hatten auch Glück mit dem Wetter! Und hey, wir wurden 3x angepupst, was will man mehr! 🙂

Runter sind wir mit der Rodelbahn, was ein Spaß!!

Auf dem Rückweg haben wir dann zum Lunchen (ist in der Tour inklusive) gehalten. Meeegaa lecker!

Essen nach der Great Wall Tour

Die Tour können wir sehr empfehlen, absolut komfortabel. Der Fahrer stand auf die Sekunde bereit, einen so guten Service hätten wir nicht erwartet! Auch unser Tourguide konnte super Englisch und hat uns einiges über das Leben in Peking berichtet, super interessant!
Eine Sache fand ich abgefahren: Die Autos haben bestimmte Nummern auf ihren Nummernschildern und die Regierung hat festgelegt wann welche Autonummern in die Stadt reinfahren dürfen. Heißt man darf nicht jeden Tag in die Stadt fahren. Unser Fahrer hat daher drei Autos… Aber so einfach ist das wohl nicht überhaupt noch an Nummern ranzukommen… Ziel ist es, den Smog einzudämmen.

Der Himmelsaltar

Eintritt: 20 Yuan pro Person

Zum Himmelsaltar haben wir das erste mal einen Didi genommen, das ist ein Uber Fahrer und hat ca. 2€ für 10 km gekostet, super! (Mehr zu Didi weiter unten)
Natürlich war die Reisegruppe rote Mütze auch wieder am Start 😉

Team Rotkäppchen

Diese Sehenswürdigkeit aus verschiedenen Tempeln war früher ein Sammelpunkt für die Kaiser Chinas. Hier wurde für eine gute Ernte im nächsten Jahr gebetet!
Ganz hübsch anzusehen.

Weiter gings mit einem Didi zum „The Place“.

The Place & die Atmosphere Bar

Dies ist ein Einkaufszentrum, wer also etwas Shoppen will ist hier richtig. Ich habe mir meinen ersten Selfie Stick geholt, yeah! Zwar bin ich drei Jahre hinter dem Trend, aber hey!
Von dort sind wir zum China World Trade Center gelaufen, um auf die Atmosphere Bar zu gehen, Pekings höchste Bar.  Die ist etwas schwer zu finden, also nach dem Shangri-la Hotel suchen, dort ist die.
Hier haben wir das erste mal den kompletten Blick auf eine Smog City gehabt. Sehr beunruhigend! Smog

Von dort sind wir mal wieder ins Didi gestiegen und sind zum Silk Market gefahren.

Ein Fake-Markt

Sehr interessant! Eine kleines Shoppingcenter, wo es nur gefakte Sachen gibt… Wer also etwas von Adidas, North Face oder sogar Rolex sucht, kann sich austoben 🙂 Ich finde es sehr erstaunlich, dass es in China einfach so erlaubt ist, Marken so zu spiegeln. Es gab eine Elektro Ecke mit Bose Lautsprechern, iPhones usw. Den Unterschied sieht man auf den ersten Blick gar nicht!

Spaziergang um den Houhai See

Nun hat uns der Didi Fahrer zum Drum Tower gefahren, von dort haben wir einen Spaziergang um den Houhai See gemacht. Das ist die „Tour 2“ der oben beschriebenen Walking Tour.
Eine tolle Strecke, denn man kommt nochmal an unzähligen Hutongs und belebten Straßen vorbei. Man sieht aber auch ruhige Ecken um den See herum.

Der Night Market an der Wangfujing Street

Am letzten Abend wollten wir uns noch einen Night Market anschauen. Der war gar nicht so weit von unserem Hotel entfernt. Auf dem Weg dort hin haben wir auch eine riesige Fußgängerzone entdeckt! Bei Nacht echt cool!

Der Night Market startet gegenüber von KFC. Baah mich hats direkt geekelt! Am ersten Stand wurden lebendig Skorpione aufgespießt und die haben noch gezappelt, widerlich! Ich war ganz froh, dass wir zuvor schon gegessen hatten. Das Essen war nichts für mich, auch wenn ein paar Sachen recht normal aussahen 🙂 Es war interessant mal drüber zu schlendern!

Was braucht man in Peking?

  1. Die App Didi
    Didi ist das chinesische Uber! Hat uns die Reise durch die Stadt sehr erleichtert. Man hinterlegt seine Kreditkartendaten und los gehts! Kein Taxifahrer kann einen verarschen und man kommt definitiv am Ziel an. Fanden wir sehr hilfreich
  2. Internet für unterwegs
    Hier hat uns unsere Google FI Karte das erste mal richtig geholfen, denn alle Google Services funktionieren. Heißt wir konnten Google Maps benutzen, was uns sehr viel Zeit erspart hat!

Tipp: Am Flughafen nicht anquatschen lassen für eine Fahrt ins Hotel. Die Taxen sind viel günstiger!

So sehen übrigens manche „öffentlichen“ Klos aus…

Öffentliches Klo...

Wo kann man was essen?

Ich habe mich schon verhungern sehen… Wir können nix lesen und uns nur Bildchen angucken. Fragen stellen geht auch nicht, spricht ja niemand unsere Sprache 😉 Aber nein, wir sind nicht verhungert, sondern haben jeden Abend ziemlich geil gegessen!
Wir waren an zwei Abenden im selben Restaurant, ups!

Little Yunan
Super gemütlich! Wir hatten einen Wok mit Kartoffelecken und Hühnchen in einer scharfen Soße, dazu noch Frühlingsrollen! Am zweiten Abend gab’s Brokkoli, Gehacktes aus Schein und Kartoffelstreifen.

Little Yunnan

Unsere Bleibe

Prime Hotel, 3 Nächte

Was ein riesen Bunker, aber so sind sicherlich alle Hotels hier. Für unsere Bedürfnisse war es absolut ausreichend. Das Hotel ist sehr westlich orientiert, es ist sauber , die Türen und Fenster schließen und das reicht uns 😉 Und das Beste: wir haben nach 6 Wochen das erste mal deutsches Frühstück gehabt! Es gibt richtige Brötchen, Wurst und Käse!!! Was ein Paradies…
Die Lage ist außerdem ganz gut, denn zur Verbotenen Stadt sind es nur ein paar Gehminuten.

Nun heißt es Weiterreisen nach Shanghai. Ich bin sehr gespannt, denn Peking hat mich schon positiv überrascht und Shanghai stelle ich mir ohnehin cool vor.

Bis bald,
Thomas & Julia

PS: Ihr sucht nach einem Gesamtüberblick unserer Route durch China? Dann schaut im Artikel „Auf eigene Faust 14 Tage durch China – Tipps & Highlights unserer Route“ vorbei.

 

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