Drei Tage Shanghai und die Füße qualmen…

Die nächste Station in China ist Shanghai… Der Smog ist am ersten Tag vergleichbar mit Peking, ein richtiger Dunst hängt über der Stadt. Auch die Autofahrer sind genauso bekloppt, wobei ich nun schon entspannter bin, wenn der Taxifahrer 5 cm vor dem Hintermann rein zieht…
Shanghai gefällt mir etwas besser als Peking, wahrscheinlich weil es viel westlicher orientiert ist. Alles scheint etwas „ordentlicher“, Benehmen hat hier aber auch keiner. Unser Taxifahrer hat auf der Fahrt 2x gerülpst und sogar gepupst!!! Baaahhh!

Unser Hotel liegt richtig geil! Wir sind im „Hyatt on the Bund“ und haben einen genialen Blick auf die Skyline Shanghais. Die Skyline ist echt Bombe, bisher die beeindruckenste die ich gesehen habe! Von der Rooftop Bar namens Vue ist der Ausblick gigantisch! Auch wenn man nicht in diesem Hotel wohnt, lohnt sich ein Besuch (Eintritt kostet dann 110 Yuan). Hier mal der Unterschied von zwei Abenden, einmal mit Smog, einmal ohne. Beide Bilder sind nicht bearbeitet!

Skyline bei Nacht - ohne Smog

On the Bund Promenade bei Nacht

Krass oder?

Und wie in Peking sind rote Hochzeitskleider angesagt. Die Fotos werden komischerweise am Straßenrand gemacht?! An einem Abend sind wir mit dem Didi zum Hotel und ohne Witz, da standen in einem kurzen Abstand 18 Hochzeitspaare am Straßenrand und haben Fotos gemacht. Wenn sie immerhin auf die Promenade gegangen wären, um im Hintergrund die Skyline zu haben… aber so? Sehr seltsam 🙂

Der erste Tag

Fangbang Middle Road

Den ersten halben Tag nutzen wir um von unserem Hotel das „On the Bund“-Viertel abzulaufen. Dies führt am Ufer gegenüber der Skyline entlang. Am ersten Tag war es total diesig durch den Smog, am zweiten Tag total klar! Tagsüber sieht man den Unterschied nochmal extremer! Wie weit man plötzlich gucken konnte…

Bei der „Dongman Rd“ sind wir dann rechts Richtung Fotopunkt „Shanghai Old Street“ abgebogen, um zum Chenghuang Tempel zu kommen. Zunächst läuft man durch eine kleine Straße mit lauter Ramschläden, was die alles verkaufen… Hier würde man fürs Schrottwichteln voll geile Sachen finden 😉

Chenghuang Market (City God Tempel of China)

Nach ein paar Metern sieht man auf der linken Seite einen Tempel. Genau so habe ich mir die Verbotene Stadt in Peking vorgestellt. Denn hier gibt’s hunderte Lädchen und Fressstände und sogar eine Art Markthalle mit einer Kantine, wenn man das so beschreiben kann…. Da haben wir uns sogar getraut etwas zu essen. Ein kulinarisches Highlight war es nicht unbedingt, aber eine lustige Erfahrung. Denn man läuft wie in einer Kantine an verschiedenen Gerichten vorbei und kann sich einfach etwas nehmen und am Ausgang bezahlen.

Auf diesem Markt haben wir auch unsere erste Teezeremonie gemacht, die war sehr cool! War auch nur Zufall, denn ein ehrenamtlich arbeitender Opa aus Shanghai hat uns angesprochen und die Teezeremonie empfohlen. Kostet 50 Yuan pro Person und man testet sechs Teesorten, bis auf Eine waren alle top!

Und so hieß der Laden:

Der zweite Tag

Am zweiten Tag haben wir es etwas ruhiger angehen lassen, die Stadt lag eh morgens im totalen Smog mit einem Index von über 240! In China sind wir das erste mal auf die Fitnessstudios angewiesen, draußen Sport machen kann man leider vergessen… Wir haben uns an diesem Tag den Smogwert von Neu Delhi, Indien angesehen… dieser lag bei 999, bei 1.000 ist Ende, heftig!

Nanjing Road

Gegen mittag waren wir dann ready für unseren Stadtmarsch! Heute steht als erstes die Nanjing Road auf dem Plan, Shanghais größte Shopping Straße!

Ganz zu Beginn haben wir das Paradies entdeckt, eine westliche Bäckerei!! Die hatten richtiges Brot, Croissants, Bretzel und vieles mehr. Da mussten wir uns natürlich erst mal eindecken 🙂 Die Bäckerei heißt „Hogan bakery“… lecker!

Die Shopping Straße ist verrückt! Eigentlich ist es eine Fußgängerzone, aber das juckt die Rollerfahrer überhaupt nicht. Die schießen mit einem Tempo da durch und hupen dich auch noch an, frech! 🙂
Und was einem mega auf dem Zeiger geht, sind die selbst installierten Laufsprecher oder auch Megaphones. Die stehen am Eingang von Geschäften, und immer derselbe Satz schallt heraus, seltsames Marketing!

Am Ende der Shopping Straße kommt man automatisch zum People’s Square.

People’s Square

Dieser große Platz ist total ordentlich angelegt und man kommt sich definitiv nicht vor wie in einer asiatischen Großstadt! Ich fands da sehr hübsch, denn mit den ganzen verglasten Hochhäusern im Hintergrund sah es schon echt schick aus! Wir hatten einen super smogfreien Nachmittag, sodass die Gebäude in der Ferne klar zu erkennen waren. Das ist nicht selbstverständlich, wie wir schon selbst festgestellt haben!

People’s Park

Vom Square kann man dann in den People’s Park laufen… Mega toll angelegter Park, man kommt sich etwas vor wie im Central Park, haha! Alles um einen herum ist schön grün und super sauber. Sind wir hier echt in Shanghai?! Wahnsinn! In China leben so viele Menschen, die müssen alle einen Job haben. Wir vermuten, dass es deswegen hier so sauber ist. Auch in Peking ist uns das schon aufgefallen, nirgends lag Müll herum.
Was in China auch sehr angesagt ist, ist Kartenspielen im Park. Ganz oft sieht man eine kleine Truppe von Männern, die um einen kleinen Parktisch stehen und eine Runde zocken.
Würde es hier nicht so viel Smog geben, wäre Shanghai sicherlich eine sehr lebenswerte Stadt!

Die Rooftop Bar vom Peace Hotel

Nach so viel Lauferei braucht man eine Pause! Also sind wir rauf auf die Rooftop Bar des Peace Hotels an der Uferpromenade. Der Eintritt ist frei, die Sicht hervorragend und die Preise ganz ok. Für einen Moscow Mule zahlt man ca. 11 €.

Als wir dann zum Essen mit einem Didi Fahrer fahren wollte, ist etwas Verrücktes passiert. Sehr schade, dass man bei solchen Sachen nicht nachfragen kann was los ist! Wir steigen also bei dem Didi Fahrer ein und plötzlich fährt ein Polizei Roller vor den Wagen. Die diskutieren, dann kommt der Polizeimann ins Auto, nimmt das Handy von dem Didi Fahrer und fährt weg inklusive Papiere und Handy. Wir so häääää ? Nun gut, wir mussten dann aussteigen, denn ohne Handy keine App, keine Fahrt… Irgendwas muss der Didi Fahrer falsch gemacht haben, zumindest haben wir so seine Reaktion gedeutet, als er sich über sich selber geärgert hat.

Zum Restaurant sind wir dann schließlich mit einem anderen Fahrer gekommen ? Das Lost Heaven, in dem wir waren, war übrigens sensationell lecker, da lohnt sich auch eine 30 Minuten Fahrt!

Der dritte Tag

Uiiii, der letzte Tag startet mit purem Sonnenschein und einem Smog Index von 45! Wow! Das haben wir erst mal ausgenutzt und sind an der Uferpromenade entlang gejoggt. Joggen an der frischen Luft, wie schön!

Den restlichen Tag haben wir für die Erkundung des „Pudong“ Viertel genutzt. Das ist das Viertel mit den ganzen Skyline Gebäuden, die andere Seite des Ufers.

Der Sightseeing Tunnel

Also hier müssen die Chinesen auf Drogen gewesen sein… Es gibt verschiedene Wege, um auf die andere Seite zu kommen. Wir haben beschlossen den Sightseeing Tunnel zu nutzen, denn dies schien uns der schnellste Weg. Mit dem Auto bei dem Dauerstau hätte das sicher ewig gedauert…

Es macht Sinn sich hier bereits ein Kombi Ticket zu holen. Wir haben für ca. 31€ p.P. ein Hin- und Rückfahrt Ticket für den Tunnel geholt, plus den Eintritt für den Shanghai Tower, das ist das zweithöchste Gebäude der Welt! Wenn man die Tickets einzeln holt ist es deutlich teurer!

Zurück zum Tunnel: Im Grunde genommen ist es ein einfacher Tunnel, der unter dem Fluss entlang geht und man sitzt in einer Mini Gondel auf Schienen. Die Chinesen haben sich aber gedacht, dass man das Ganze etwas attraktiver gestalten muss. Also besteht der Tunnel aus einzelnen Abschnitte, wir glauben es waren Naturereignisse oder so… obwohl nee, das macht auch keinen Sinn.

Jedenfalls blinken überall bunte Lichter und es dröhnt Musik. Keine Ahnung was das darstellen sollte ? Man ist aber schnell drüben, war lustig!

Pudong Viertel

Drüben angekommen sind wir direkt zum Shanghai Tower. Hier drüben auf der anderen Seite verlaufen die Fußgängerwege oberhalb der Straße, verrückt! Das ganze Viertel ist verrückt. Alles ist super gepflegt und zurecht gemacht. Sehr interessant den Kontrast zu sehen! Es ist eine Mischung aus Bürogebäuden und riesigen Shoppingmalls!

Der Shanghai Tower ist sehr zu empfehlen! Das ist das höchste Gebäude in Shanghai und das zweithöchste der Welt, schon beeindruckend!
Da wir keinen Smog hatten, war die Aussicht super lohnenswert! Hier ein paar Bilder:

Danach sind wir vorn am Ufer entlang gegangen. Richtig hübsch!

Da unsere Uhr schon wieder 20km für diesen Tag angezeigt hat, sind wir nochmal auf die Rooftop Bar des Peace Hotels und haben von dort den Sonnenuntergang angesehen!

Restaurantempfehlungen:

Auch in Shanghai sind wir nicht verhungert! ? Hier können wir aber nur ein Restaurant empfehlen. An den anderen Tagen waren wir auf einem Markt und am letzten Tag haben wir das gesuchte Restaurant nicht gefunden und haben Pizza gegessen, huch…

Lost Heaven, French Concession

Unbedingt reservieren! Absolut gemütliches Restaurant mit mega leckerem Essen! Das Restaurant liegt in einem Edelviertel und ist preislich im Vergleich deutlich höher. Wir haben für 2 Vorspeien, 2 Hauptspeisen plus 3 Cocktails 55€ gezahlt, fanden wir völlig in Ordnung!

Mein Fazit

Shanghai ist eine tolle Stadt die super viel zu bieten hat! Uns haben die Skyline und die Rooftop Bars am besten gefallen!
Unser Handy sagt uns, dass wir im Schnitt in Shanghai 24 Kilometer am Tag gelaufen sind… In Peking sah es nicht viel besser aus. Erholung ist das hier definitiv nicht 😉 Daher haben wir unsere Reiseroute auch etwas geändert und fliegen nach den ganzen Städten, zwar erst nach Singapur, aber dann nach Bali. Dort waren wir schon mal, heißt wir haben keinen „das muss ich unbedingt sehen Stress“! 🙂

Nun reisen wir nach Hongkong für vier Nächte. Danach geht’s aber nochmal nach China und zwar nach Guilin.

Bis bald,
Thomas & Julia

PS: Ihr sucht nach einem Gesamtüberblick unserer Route durch China? Dann schaut im Artikel „Auf eigene Faust 14 Tage durch China – Tipps & Highlights unserer Route“ vorbei.

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