14 Tage durch den Osten der USA – Indian Summer in New England & Montreal

So kurzfristig haben wir schon lange nicht mehr das Ziel ausgewählt– eine Woche vor Abreise haben wir den Flug nach Boston gebucht. Das nenne ich mal spontan 😉 Und ja, dieses Jahr waren wir irgendwie nur in den USA unterwegs, huch!

Unsere Urlaubstage lagen perfekt im Forecast des Indian Summers (letzte September, erste Oktoberwoche), daher hat sich New England super angeboten – und für Thomas ein riesen Vorteil: Hier liegen die Bundesstaaten des Craft Beers 😉 Daher wurde dieses mal kein Backpack aufgegeben, sondern ein großer Koffer mit einem Handgepäckskoffer im Inneren. Tja, so packen Männer. Lieber weniger Klamotten und dafür ein Koffer voller Craft Beer 😉

Unsere Route

Den Trip nach Montreal hatten wir erst gar nicht eingeplant, liegt aber optimal und ist in einem 2-Wochen Urlaub sehr gut machbar!

  1. Boston: 2 Nächte
  2. Provincetown, Cape Cod: 2 Nächte
  3. Portland: 1 Nacht
  4. Camden: 1 Nacht
  5. Bar Harbor: 2 Nächte
  6. Jackson (White Mountains): 2 Nächte
  7. Montreal (2 Nächte)
  8. Rutland (1 Nacht)
  9. Sturbridge (1 Nacht)
  10. Boston (2 Nächte)

Auto oder Wohnmobil?

Eigentlich stand für uns sofort fest, dass wir mit dem Wohnmobil los wollen, allerdings waren die Preise enorm hoch. Allein für Stellplätze hat man um die 30-40$ gezahlt, plus knapp 3.000€ für das Wohnmobil für 12 Tage, das war uns zu viel.

Während des Roadtrips waren wir auch ganz froh, denn oft sahen die Stellplätze nicht besonders einladend aus oder man durfte erst gar nicht mit dem Mobil in gewisse Ecken fahren (z.B. im Acadia NP auf den Cadillac Mountain). Spontan würden wir daher eher das Auto empfehlen, allerdings haben wir uns auch nicht weiter schlau gemacht bzgl. Wohnmobil. Ein weiterer Punkt: Die Temperaturen fallen ganz schön tief zu der Zeit, abends draußen sitzen ist da eh nicht drin.

Empfehlungen & Tipps

Mein Fazit: Irgendwie hat mich die Natur in New England nicht so richtig gepackt, dafür aber einige Städte. Alle Orte die wir besucht haben waren super schön (danke liebes Wetter), aber irgendwie hat mir oft das WOW gefehlt. Im Vergleich zu Kanada (rund um die Rockies) würde ich ganz klar Kanada vorziehen, vielleicht auch ein unfairer Vergleich 😉
Uns war es zu wenig Abwechselung der Natur und zu kleine Berge für 2 Wochen Urlaub. Daher haben wir auch spontan noch Montreal eingebaut. Länger als 2 Wochen würde ich die Route nicht empfehlen.

Hier folgen ein paar Tipps zu unserer Route:

Boston

Die Stadt ist bombastisch, da würde ich sofort wieder hin! Besondere Tipps haben wir nicht, denn wir haben die übliche Touri Tour gemacht, spricht den Freedom Trail abgelaufen. Dadurch kommt man automatisch an den spannendsten Stellen der Stadt vorbei. Wir haben uns zu spät um eine Free Walking Tour gekümmert. Hier würde ich empfehlen sich frühzeitig einen Platz zu sichern. Man muss sich anmelden, da die Stadt nur eine Mindestanzahl an Leuten erlaubt.

Cambridge und die MIT haben wir uns auf einer Joggingrunde angesehen, fanden wir für einen „richtigen“ Ausflug nicht so spannend. Die beiden Unis liegen quasi gegenüber von Downtown einmal übers Wasser.

Was ganz cool ist, ist die Brauerei „Night Shift Owl‘s Nest“ direkt am Wasser. Da kann man super schön sitzen und die Sonne genießen. Wer auf Craft Beer steht, sollte auch noch Trillium und Meadhoall besuchen (Trillium hat zudem auf dem Grünstreifen eine Art Außenbar und heißt „Trillium Park on the Green way“). Bei Trillium (der richtigen Bar) unbedingt reservieren (wie in allen Restaurants/ Brauereien, ihr glaubt nicht wie lang dort Abends die Schlangen sind!!)

Coole Stadtteile: Beacon Hill (besonders die Acorn Street), Downtown und alle Straßen rund um Back Bay.

Tolle Restaurants: Das Parish Café (das Sandwich mit dem medium rare tenderloin ist der Knaller).

Fahrt nach Cape Cod – P’town

Je nach Wetter sollte man dann entweder erst ins Landesinnere fahren oder an der Küste entlang. Bei uns waren es Ende September traumhafte 24 Grad, daher sind wir zunächst auf die Halbinsel Cape Cod gedüst. Nehmt den Highway 6A anstelle dem großen Highway 6 , dann sieht man nochmal mehr von der Insel. Ein Lunch Halt lohnt sich bei „Moby Dick’s“ mit leckerem Fisch!

Essen bei Moby Dick’s

Übernachtung: Cape Colony Inn – Preis-Leistung für ein Motel super, können wir empfehlen.

Hallo Nordsee bei bestem Wetterchen! Wer Fan von Sand Dünen ist, ist hier genau richtig. Man fühlt sich wie auf Norderney, nur im US Stil! Mir haben die Häuser super gut gefallen (zwar sicher nicht winddicht, aber gemütlich). Schon auf dem Weg nach P-Town gibt’s immer mal wieder nette Ecken zum Halten.

P’town, richtig Provincetown liegt ganz am Ende der Halbinsel und war unser Unterkunftsort. Dies würde ich auf jeden Fall empfehlen! Super quirlige Stadt mit tollen Bars & Restaurants. Wer Homosexuellen gegenüber abgeneigt ist, sollte gar nicht erst hier her fahren, so stehts im Reiseführer 😊 Und tatsächlich, man sieht sehr viele Pärchens, fanden wir super sympathisch!

Empfehlenswert ist dort die Wanderung „Long Point Lighthouse Trail“ ganz am Ende des Dorfes.  Bei dem Trail muss man auf Ebbe und Flut achten, da man über eine Art Staumauer wandert, wäre blöd, wenn die auf dem Rückweg geflutet ist. Wir mussten dann nur leider am Ende umkehren, da ein Rudel Kojoten am Strand rumgelungert ist. Und da die zur Gattung der Wölfe zählen, war es uns nicht so geheuer… Der Weg bis dahin ist aber bereits sehenswert.

Außerdem ist der Race Point Beach ganz cool:

Der Race Point Beach

Von Cape Cod nach Portland

Nach Cape Cod war Portland unser nächstes Ziel, Fahrtzeit ca. 4 Stunden. Auf dem Weg haben wir uns die Stadt Porthsmouth angesehen, fanden wir aber nicht so spannend. Oft liest man noch über die Stadt Kennebunkport, die haben wir aber ausgelassen. Vielleicht schaut ihr euch die mal an 😊

Portland selbst ist nicht sehr sehenswert – uns hats zumindest nicht so gut gefallen bzw. reicht es dort 30 Minuten an der Waterfront vorbei zu laufen. Und genau so viel Zeit hatten wir auch nur. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir angekommen.

Absoluter Hammer war übrigens das „Street und Co“ zum Abendessen, Reservierung notwendig!!

Street & Co

Geschlafen haben wir im Clarion Hotel & Suites etwas außerhalb der Stadt. Mit einem Uber sind es aber nur 6$ bis in die Stadt und dafür ist das Hotel sehr viel günstiger. Die Preise in Portland sind nämlich echt verrückt!!

Thomas Kommentar zu einer guten Craft Beer Brauerei: Bissel Brothers – wie durch Zufall genau neben dem Clarion, haha!

Von Portland nach Camden

Auf dem Weg von Portland nach Camden kommt man an Freeport vorbei, eine Stadt die einfach nur eine große Mall ist. Wir haben uns bei Under Amour mit sehr viel günstigeren Laufbekleidung eingedeckt. Und noch viel wichtiger: ca. 35 km nördlich von Portland ist die Maine Beer Company, auch eine der besten Craft Beer Läden– dort wurde natürlich geshoppt für den zusätzlich mitgebrachten Craft Beer Koffer 😊
Außerdem haben wir noch am Birch Point State Park gehalten, ist aber kein Must-do!

Camden ist ein kleiner süßer Hafenort, wo aber auch nicht die Luzi abgeht. Daher sind wir hier auch nur eine Nacht geblieben. Da die Preise dort auch so verrückt sind, haben wir diesmal ein AirBnB genommen (siehe hier). Reicht völlig aus. Das Dorf ist so klein, dass man schnell von A nach B kommt.

Am nächsten Morgen haben wir eine Wanderung zu den Camden Hills unternommen. Hier hat man zwar einen tollen Blick wenn man oben ist, aber sonst eher keine empfehlenswerte Wanderung (zu eintönig und nur durch den Wald). Im Acadia NP gibts eine ähnliche Wanderung, die viel besser ist.

Bar Harbor & der Acadia Nationalpark

Von Camden aus sind wir durchgefahren bis nach Bar Harbor bzw, erst mal zu einem Lighthouse (Bass Harbor).
Unser Hotel möchte ich nicht empfehlen, ein ganz fieses Motel (Wonderview Inn), aber direkt in Bar Habor, der Ort ist eine super Ausgangsort.

Am Ankunftstag sind wir direkt ganz in den Süden zum „The Bass Harbor Lighthouse“ gefahren. Das war ganz hübsch!

Danach gings durch die Stadt Bar Harbor, die auch super süß ist.
Eine tolle Craft Beer Bar ist die „Atlantic Beer Company“, ein tolles Restaurant ist das „The Blaze.“ Frühstücken kann man gut in „The 2 cats“ (die Pancakes sind nicht lecker!)

Für den Rest des Acadia Nationalparks reicht ein Tag! Wir haben uns am Vorabend bereits ein Eintrittsticket im Visitor Center abgeholt (30$).

Super toll ist die Wanderung „Precipice Trail“, „Mount Champlain Connection Trail“ und „Cadillac Cliffs“. Die drei Trails kann man sehr gut verbinden und man ist dann gesamt ca. 2,5 Stunden unterwegs (400 hm), so sieht die Wanderung aus:

 

Aber Achtung: Der Precipice Trail ist einer der gefährlichsten Trails der USA (das behauptet zumindest Google, wenn man danach sucht). Der Trail enthält nämlich viele Kletterpartien, sprich Eisentreppen und steile Abhänge. Bei uns war bestes Wetter. Sollte es geregnet haben oder danach aussehen, dann den Trail nicht nehmen! Wir haben uns nämlich auf dem Weg hoch gefragt, wie viele hier abstürzen und haben es daher gegoogelt… Thomas hat Höhenangst und hat sich aber nicht unsicher gefühlt, also klingt schlimmer als es ist.

Gegen Mittag haben wir eine Pause am Sandy Beach gemacht und sind noch zum Jordan Pond gefahren.

Jordan Pond

Übrigens haben war bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts vom Indian Summer zu sehen

Die White Mountains

Von Bar Harbor sind wir ca. 4 Stunden bis nach Jackson gefahren. Am Fahrttag waren wir zwar schon gegen Mittag in Jackson, aber haben nichts großartiges gemacht. Dort steht übrigens eine typische überdachte Brücke, die für die Region sehr bekannt ist:

Typische Brücke in Vermont

Tipp: man sieht auf dem Weg nach Jackson überall die Ausschilderung zum „Mt Washington“. Dort kann man mit dem Auto hoch fahren. Da es eine Privatstraße ist, kostet das 40$ für 2 Personen, fanden wir unverschämt und eine Wanderung hoch ist viel toller, mehr gleich.

Übernachtung: The Snowflake Inn, so süß!!

Wanderung zum Mount Washington

Länge: 15 km
Höhenmeter: 1.431
Dauer: 5h

Diese Wanderung war super klasse! Wir haben schon zuvor gehört, dass es sich nicht lohnt mit dem Auto für 40$ (!!) die Straße zum Mt. Washington zu fahren. Daher haben wir uns für eine Wanderung durch den Indian Summer entschieden. Und hier wars nun endlich fortgeschritten, yeah!
Die Wanderung ist zwar anspruchsvoll aber dafür super schön! Gerade auf dem Rückweg vom Mt Washington hat man einen super tollen Blick in die bunten Wälder, sehr zu empfehlen.
Tipp: Unbedingt dicke Sachen einpacken, auf dem Berg windet es wie Sau und mit 3 Grad war es dazu noch kalt!!

Auf dem Weg nach Montreal

Von Jackson aus lohnt es sich den „Kancamagus Highway“ Richtung Lincoln zu nehmen. Auf der Strecke gibts viele Haltepunkte entlang des Indian Summers.
Von Jackson nach Montreal sind es nur knappe 4 Stunden, also echt easy machbar!

Auf dem Kancamagus Highway

Und hach Montreal! Auch wenn die dort versehentlich französisch reden ist die Stadt einfach super toll! Dazu gibts ein extra Artikel mit Tipps & Empfehlungen.

Von Montreal nach Rutland (Green Mountains)

 

Bevor wir die Green Mountains angesteuert haben, haben wir uns die Hauptstadt von Vermont angesehen – Burlington. Hier reichen 1-2 Stunden völlig aus. 

Burlington

Von dort sind wir weiter  nach Killington. Die Stadt liegt mitten im Skigebiet und hier war nun der Indian Summer im vollen Gange! 

Skigebiet in Killington

Sehr cool ist die Bar „The Lookout“ (Familenbetrieb), die auf einem Berg liegt. Gegessen haben wir im „The Foundry“, mega geile Steaks!

Als Übernachtungsort empfiehlt sich Rutland, die Stadt liegt nur 15 Minuten von Killington entfernt und ist um einiges günstiger. Wir hatten dieses Airbnb und waren mehr als zufrieden! Rutland selbst kann man aber knicken.

The Tree House Brewing Company

Der letzte Teilabschnitt war dann von Rutland nach Sturbridge. Hier haben wir auf dem Weg viele Stopps gemacht und sind erst Abends in Sturbridge eingetroffen. Perfekt für einen Stopp bei “ The Tree House Brewing Company“ (laut untappd die beste Craft Beer Brauerei der Welt…), die in diesem Ort liegt. Somit war Thomas happy, denn hier hat er den größten Teil seines Heimbieres eingekauft 🙂

Tree House hat mir aber auch mir super gut gefallen. Der Bereich ist riesen groß (es liegt ja auch am Arsch der Heide) und dadurch haben die einen tollen Außenbereich mit zig Stühlen mitten in der Natur, richtig schön! Und abgefahren von wo die Leute alles her kommen, um dort Paletten von Bier zu holen. Eine solche coole Kultur müssten wir bei uns mal hinbekommen.

Tree House liegt nur ca. eine Stunde von Boston entfernt und hier endet dann unsere Reise. Die letzten 2 Tage (wir sind an einem Samstag Abend heim geflogen), haben wir noch in der Stadt verbracht.

Bei Fragen zu unserer Route immer gern!
Bis bald,
Thomas & Julia

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