Wandern im Allgäu – Die schönsten Wanderungen bei Oberstdorf

Nach unserer großen Hochzeitssause am 10.08. durfen wir auch nochmal ein wenig in die Flitterwochen. Zwar wurde es nicht so eine weite und lange Reise wie letztes Jahr, aber immerhin raus in die Natur!

Wir haben uns für eine Anreise mit dem Auto entschieden – und daher für Oberstdorf, was nur sechs Stunden von Düsseldorf entfernt liegt. Nach Oberstdorf würden wir zwar nicht nochmal fahren, aber definitiv in umliegende Ortschaften.
Uns war Oberstdorf etwas zu trubelig mit zu viele (alten) Touristen, wir mögen es lieber etwas dörflicher, daher würden wir beim nächsten mal Richtung Riezlern, Hirschegg oder Mittelberg gehen. Zudem waren wir in Oberstdorf gefühlt mit Abstand die Jüngsten! Es kommen einem entweder weißhaarige oder sehr alte Leute im Rolli entgegen. Die nächste Truppe sind dann Eltern mit Kleinkindern. Unsere Zielgruppe war irgendwie gar nicht vertreten. Trotz allem muss man sagen, dass der Ort für Wanderungen optimal liegt.

Hier eine kleine Übersichtskarte des Wandergebiets. Ich habe mit schwarzen Edding unsere Wanderungen eingezeichnet:
Wir waren 2-mal bei der Fellhorn/Kanzelwandbahn unterwegs (Nr. 1&4), 1-mal am Nebelhorn (Nr. 3) und dann im Oytal (Nr. 2) und im Trettachtal (Christlesee) (Nr. 5).
Wie man sieht ist Oberstdorf dafür der optimale Ausgangsort.

Wanderkarte Oberstdorf

Die schönsten Wanderrouten

1.) Kanzelwand Bergstation – Fellhorn- Sölleralpe über den Freibergsee zurück nach Oberstdorf

Start: Kanzelwandbahn Riezlern
Länge: 19 km
Höhenmeter: 780 hm
Dauer: 4h 30 reine Gehzeit

Meine absolute Lieblingswanderung!
Normalerweise ist es sehr voll zwischen der Kanzelwandbahn und der Fellhorn Gipfelbahn, denn hier kann jeder Hans und Franz hochkommen, z.B. Omis mit Rollator… Bei uns ist glücklicherweise die komplette Fellhornbahn ausgefallen, daher war’s bei uns schön leer 🙂 Aber auch so lohnt sich die Wanderung definitiv, 90% gehen eh nur weniger als einen Kilometer.

Los sind wir von Oberstdorf mit dem Wanderbus nach Riezlern zur Kanzelwandbahn. Oben angekommen läuft man an der Fellhorn Gipfelbahn vorbei auf einem super schönen Berggrat. Man hat auf dem ganzen Weg einen tollen Panoramaausblick ins Tal. Daher hat mir die Wanderung auch so gut gefallen.

Einkehren kann man in die Sölleraple bevor es weiter geht Richtung Freibergsee. Ein richtig toller See, nur die Skischanze verhunzt etwas den schönen Ausblick. Schwimmen kann man dort auch, aber wir waren schon ziemlich spät dran. Pünktlich vor dem Gewitter sind wir dann auch wieder in Oberstdorf angekommen 🙂

Tipp: In Richtung Fellhorn –> Söllereck laufen und nicht anders herum, da man sonst gegen eine Bergwand läuft und keine guten Ausblick hat

2.) Oberstdorf – Käseralpe Oytal und zurück mit den Oytalrollern

Start: Talstation Nebelhornbahn
Länge: 19 km
Höhenmeter: 620 hm
Dauer: 4h reine Gehzeit

Meine zweit-liebste Wanderung in Oberstdorf! Auch heute müssen wir unser Auto nicht bewegen und laufen durch die Stadt Richtung Nebelhornbahn, wo die Wanderung startet. Das Gute: Meine Beine können von den letzten vielen Kilometern Wandern mal etwas entspannen, denn der Einstieg ins Oytal geht nur minimal bergauf. Erst dachte ich, dass eine Wanderung in ein Tal eher langweilig ist, aber ganz im Gegenteil! Der Weg ist sooo hübsch und auch gar nicht so stark belaufen.

Die erste Einkehrmöglichkeit hat man im Berggasthaus Oytalhaus. Die lassen wir aber erst mal links liegen und gehen zur Käseralpe weiter. Ab nun wird’s etwas anstrengender, denn es geht ganz schön steil bergauf! Umso geiler ist der Ausblick. Die Käseralpe liegt einfach so wunderschön zwischen den Bergen. Eine wunderbare Aussicht. Die Brotzeit dort ist außerdem super lecker – und frischer geht’s nicht!
Seht selbst:

Nun nun kommt der beste Teil! Es geht denselben Weg zurück zum Oytalhaus und dort kann man sich Oytalroller mieten – wie geil ist das denn?! Für 7,50€ pro Person gehts also locker flockig zurück nach Oberstdorf. Erst hier habe ich festgestellt, dass es auf dem Hinweg anscheinend dauerhaft leicht bergauf ging, denn man muss sich einfach nur auf den Fahrradroller stellen und losdüsen! Sooo angenehm nach so viel Gelaufe. Zudem erspart man sich denselben Rückweg über die Teerstraße. Absolut spaßig!

Was man sich alternativ überlegen kann, ist sich direkt Räder aus Oberstdorf auszuleihen, bis zum Oytalhaus zu fahren und zur Käseralpe zu wandern. Mit dem Rad würde ich die Fahrt zur Käseralpe nur sehr guten Radfahrern empfehlen, da der Aufstieg schon sehr steil ist, auf dem Rückweg sollte man sich und sein Rad also sehr unter Kontrolle haben, da man sonst einen Abflug über den Lenker macht.

Von der Nebelhornstation Höfratsblick zum Großen Daumen

Start: Nebelhorn Talstation
Länge: 11 km
Höhenmeter: 709 hm
Dauer: 3h 30 reine Gehzeit

Hach auch diese Wanderung hat mein Herz erobert! Diese Ausblicke sind der Hammer! Die Wanderung startet direkt mit einem Aufstieg und führt dann über das Koblatplateau an Kühen und Seen vorbei. Der Weg ist nicht sehr entspannt, da es dort Steine geregnet hat, heißt man muss immer konzentriert sein. Trotzdem toll!

Nach dem ersten Aufstieg beim Lift geht es erst mal meist recht flach weiter. Der letzte Part zum Großen Daumen wird aber nochmal richtig anstrengend, der Blick von ganz oben lohnt sicher sehr! UND auf dem Weg trifft man kaum Leute. Sehr tolle Wanderung!

Fellhorn Bergstation – Guggersee – Talstation Fellhorn

Start: Fellhorn Bergstation
Länge: 19 km
Höhenmeter: 616 hm
Dauer: 5h 15 reine Gehzeit

Puh, also diese Wanderung fanden wir etwas kacke, haha! Aber das lag nur am letzten Teil der Wanderung, dem Abstieg. Der war leider über 1000 Höhenmeter über lockeres Gestein und ohne Ausblick. Gar nicht cool. Dafür waren aber 2/3 der Wanderung richtig toll!

Man kann die Route aber super leicht abwandeln.

Radfahrt zum Christlesee & Spielmannsau

Diese Fahrt haben wir leider nicht mitgetrackt. Los geht’s in der Nähe der Nebelhornbahn. Laufen würde ich den Weg nicht, da es schon recht eintönig ist. Hier kann man also sehr gut ein Rad leihen. Und hätte ich mal ein E-Bike genommen. Die Radfahrt haben wir nach 2 Tagen à 19 Kilometer in den Beinen unternommen und schon die kleinen Steigungen haben mich gekillt – haha.

Der Christlesee ist super klar und wunderschön, ein Halt lohnt sich! Weiter sind wir zum Bergasthof Spielmannsau und haben in der Gaststätte Spinatknödel gegessen, suuuper lecker!

Restaurantempfehlungen

Essen darf bei uns natürlich auch nicht zu kurz kommen! Unser Hotel hatte ein Sternerestaurant, aber das war so gar nichts für uns. Von diesen überteuerten Miniportionen wird doch kein Wandersmann satt 🙂

Wir fanden toll
a) Dampfbrauerei (hier waren wir 3x)
b) die Traube (zwar kommt man sich vor wie bei einem Ausflug von Rentnern, aber Essen war super!)

Nicht toll war das Restaurant direkt am Tennisplatz „Baccusstuben“. Ansonsten haben wir auch oft auf den Hütten gegessen.

Und das war’s schon wieder!

Bei Fragen immer gern!

Bis bald,
Thomas & Julia

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