Eine Woche durch Portugal – Von Porto bis Faro mit dem Auto

Zwei Mädels, ein Mietauto, viel Sonne und kein Talent zum Kartenlesen – so kann man doch perfekt in einen Portugal Urlaub starten!

Was man in einer Woche Portugal unternehmen kann, habe ich hier zusammengefasst.

Auf einen Blick

Reisedauer: 03.-11.09.2016, individuelle Rundreise
Start: Porto
Ende: Faro
Grobe Route: Porto, Aveiro, Coimbra, Peniche, Sintra, Lissabon, Setúbal, Lagos, Portimão, Faro

Nachdem unserer letzter Mädelstrip an die Westküste der USA ging, haben wir uns dieses Jahr für eine kurze Anreise entschieden.
Die Flüge haben wir über Ryanair gebucht, das Mietauto über billiger-mietwagen.de. Alle Unterkünfte haben wir schon vorab auf airbnb.de gebucht. Da wir außerhalb der Hauptsaison geflogen sind, hätte man sicher auch noch spontan Unterkünfte bekommen. Wir haben meist um die 20-30€ pro Nacht gezahlt.

Mautsystem

Alles nicht so kompliziert wie gedacht! Alle Mietautos von Sixt sind mit einem automatischen Mauterfassung ausgestattet, man muss nur auf der grünen Spur bleiben. Ab Lagos haben wir allerdings das Navi auf „Mautstraßen verbieten“ gestellt, da die Entfernungen nicht mehr so weit waren. Man muss das Mautgerät nicht buchen, ich würde es aber machen.

Porto

Unterkunft: Im Sunshine Room von Miguel (25€ pro Nacht)

Los ging’s am Flughafen von Porto mit einem Smart forfour, was ein Kackauto! Total unübersichtlich…
Die Unterkunft von Miguel liegt in der Nähe des Crown Palace (Hotel) und ist ca. die Mitte zwischen dem Strand und der Innenstadt. Mit den öffentlichen braucht man ca. 15 Minuten in die Stadt (insofern man sich nicht verläuft beim Suchen der U-Bahn ;)).

Am Abend sind wir gemütlich durch die gut besuchten Gassen geschlendert und haben die Stadt auf uns wirken lassen. Es gibt zahlreiche kleine Bars und alle Leute sitzen draußen, eine tolle Atmosphäre!

Besuch des Parque e Jardim da Fundacao Serralves

Am nächsten Tag sind wir recht früh in den Tag gestartet. Wir durften uns die Räder von Miguel leihen und sind mit denen Richtung Strandpromenade gefahren. Den ersten Stopp haben wir im Parque e Jardim da Fundacao Serralves gemacht. Sonntags ist dort freier Eintritt, ansonsten zahlt man um die 10€. Ein Museum kann man auch besuchen, aber da wir beide Kulturbanausen sind, sind wir direkt in den Park. Lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn der Eintritt frei ist.

Gleich danach sind wir mit den Rädern weiter Richtung Strand gerollt (es ging fast nur bergab, vorm Rückweg hats mir schon gegraut!). Wir waren aber wohl etwas früh dran, denn es war noch sehr nebelig, sehen konnte man also nicht soo viel, daher waren wir auch nicht so begeistert von der Ecke Portos. Aber wer weiß wie es bei Sonnenschein aussieht.

Von dort gings zurück zu unserer Unterkunft und dann weiter mit den Öffentlichen in die Stadt.

Wir hatten das nicht auf dem Schirm, aber wenn es in Porto Free Walking Tours von Lokalen gibt, dann würde ich die machen.

Am Flughafen haben wir eine Karte von Porto mit allen möglichen Sehenswürdigkeiten bekommen, die sind wir brav abgelaufen. Unter anderem haben wir in einem Café auch die berühmte Speise Francesinha gegessen, denn unser Host meinte, dass man die auf jeden Fall in Porto probieren muss. Das ist ein Sandwich mit Käse, Schinken, Würstchen und co. und mit einem Ei oben drauf und ganz viel Soße. Irgendwie ekelhaft nach dem fünften Bissen, aber probiert es mal 😉

Portweinprobe

Besonders gut hat mir die andere Flussseite „Vila Nova de Gaia“ gefallen. Hier haben wir auch die Portweinprobe gemacht. Unser Host hat und die Ferreira Cellars empfohlen, wir haben 12€ für die Führung inkl. 2 Portweinen gezahlt. Achtet auf die Öffnungszeiten, bei uns hatten die ab 18 Uhr geschlossen. Auf jeden Fall ein Besuch wert und die Portweine sind echt lecker, hätte ich nicht gedacht.

Generell ist das Viertel „Vila Nova Gaia“ sehr hübsch. Wir sind mit der Bahn rüber gefahren und von dort aus kann man noch hoch zur Mosteiro da Serra do Pilar laufen. Von dort aus hat man einen super Blick über die Stadt. Zum Sonnenuntergang siehts es auch toll aus.

Porto hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Viele Häuser dort sind komplett mit Kacheln eingedeckt, ist mal etwas anderes und bietet tolle Fotomöglichkeiten.

Tipp: Zieht euch auch bei Hitze richtige Schuhe an, es geht viel hoch und runter und viele Straßen bestehen aus Kopfsteinpflastern.

Von Porto sind wir früh morgens los Richtung Lissabon. Auf dem Weg haben wir in Aveiro, Coimbra und am Strand von Peniche gehalten und schließlich in Sintra, was westlich von Lissabon liegt.

Der Ort Aveiro

Die kleine süße Stadt liegt ca. eine Stunde von Porto entfernt. Ein schöner Halt für einen Kaffee falls ihr eh in der Nähe seid. Wir hätten es im Nachhinein raus gelassen, da Sintra den Tag vollkommen ausgefüllt hätte.

Coimbra

Ein weiterer kurzer Halt auf dem Weg Richtung Lissabon. Coimbra ist eine Universitätsstadt und gehört zum Weltkulturerbe, die Uni mussten wir uns daher mal ansehen 🙂 Man kann am Eingang verschiedene Tickets holen, wir haben das für 12€ gekauft und hatten somit Zugang zur Bib, die Britta gern sehen wollte. Im Inneren der Uni konnte man noch einen Rundweg laufen und hat verschiedene Säle gesehen. Fand ich persönlich nicht so spannend, aber war ja im Preis enthalten 😉

Peniche

In Peniche gibt es einen hübschen kleinen Strandabschnitt der nicht überfüllt ist und an dem man sich gut hinlegen kann, es ist nur sehr windig dort, habe etwas gefroren 🙂 Am besten Fahrt ihr zum Praia do Baleal. Im Nachhinein würde ich Peniche aber von der Route streichen, da wir nur einen Tag hatten um von Porto nach Lissabon zu fahren. Durch Peniche und die generelle Fahrtdauer bis Sintra hatten wir leider dort nicht mehr viel Zeit.
Hier ein paar Eindrücke von Peniche:

Sintra – Das Pena Castle

In Sintra sind wir durch die vielen Stopps erst gegen 17 Uhr angekommen. Das Pena Castle (Palácio Nacional da Pena), wo wir hinwollten, hatte nur noch bis 18 Uhr auf, daher war es etwas stressig. Aber auf der anderen Seite auch gut, denn die großen Touristenströme waren schon weg und wir konnten fast ohne Menschenseele Fotos machen, daher würde ich empfehlen so spät wie möglich dort hinzugehen und andere Sachen in Sintra davor zu machen.
Zum Pena Castle fährt man ein ganzes Stück bergauf mit ganz vielen Serpentinen. Da wir so spät dran waren konnten wir so gut wie vor die Tür fahren, dort waren noch viele Parkplätze am Rand frei. Kommt man zur Hauptzeit muss man wahrscheinlich Glück haben, denn einmal am Castle angekommen, muss man der Einbahnstraße wieder runter folgen.

Das Pena Castle ist echt ein Traum. Der Eintritt kostet 14€ und man muss zunächst einen sehr steilen Berg hoch. Im Castle selber kann man dann einem Rundweg folgen. Auch der Ausblick ist spitze von dort. Man konnte von dort auch ein paar andere Sehenswürdigkeiten wie das Castelo dos Mouros sehen. Für uns, die keine Zeit für den Rest hatten, also super 🙂
Klarer Tipp: nehmt euch genügend Zeit für Sintra.

Lissabon:

In Lissabon sind wir spät Abends angekommen und das erste was ziemlich nervt ist die Parkplatzsituation. Wir haben in der Nähe des Flughafens gewohnt auch selbst dort konnte man nur als Bewohner parken oder musste viel Geld bezahlen, wobei man auch nur maximal 5 Stunden stehen darf.
Wir haben kurzerhand beim Hotel Sana Metropolitan Hotel nett nachgefragt und durften für 10€ pro Tag dort parken. Von der Wohnung aus waren es nur 3 Minuten zu Fuß, daher optimal.
Tipp: Macht euch schon vor Ankunft schlau über Parkhäuser, falls es eine Unterkunft ohne Stellplatz ist.

Free-Walking Tour

Da wir uns schon in Porto etwas schwer getan haben mit der Orientierung habe ich auf Tripadvisor nach coolen Stadttouren geschaut und bin auf die Free Walking Tour aufmerksam geworden. Die Tour wird von lokalen Leuten gemacht, die auch in Lissabon aufgewachsen sind. Das coole daran ist, dass es Jungs sind, die durch die schlechte wirtschaftliche Lage ihre Jobs verloren haben, aber nicht den Kopf in den Sand gesteckt haben, sondern ihr eigenes Ding hochgezogen haben. Unser Guide Josef hat uns durch alle möglichen Stadtteile geführt, hat aber dabei alle Sehenswürdigkeiten, die auch im Reiseführer stehen, raus gelassen, denn die kann man selber leicht finden.

Highlights:
Alfama – super verwinkelte Gassen
Bairro Alto – Abends toll zum Ausgehen mit vielen Bars

Ansonsten solltet ihr auf jeden Fall mit der kleinen gelben Bahn fahren. Wir haben ein Tagesticket geholt, damit konnte man auch mit denen fahren.

Zudem gibt er Tipps bzgl. guten, authentischen Restaurants, wir waren im O Fernandinoh. Nebenan das Super Mario soll auch toll sein, das hatte bei uns zu.

Einen tollen Frühstücksladen namens Brown Coffee Shop haben wir auch entdeckt, direkt an der U-Bahn Haltestelle Baixa-Chiado. Dort gibts mega geile Baguettes, Thunfisch war besonders lecker!

Der Stadtteil Belém

Belém ist ein westlicher Stadtteil von Lissabon. Man kann recht einfach mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Belém fahren. Hauptsächlich sind wir dort hin wegen des Gebäcks Pastei de Belém, unbedingt in der gleichnamigen Bäckerei probieren, dass warten lohnt sich! Britta und ich haben gleich jeweils drei gefuttert 🙂

Was man sich sonst noch ansehen kann

Mosteiro dos Jerónimos: Ist ein Kloster, welches recht beeindruckend gebaut ist, drin waren wir nicht. Stellt euch auf lange Schlangen ein.
Torre de Belém: ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Lissabon, auch ein tolles Fotomotiv, waren wir aber auch nicht drin.
Padrao dos Descobrimentos: Dies ist ein Denkmal, bei uns war es wegen Bauarbeiten verdeckt. Der Boden vor dem Denkmal stand bei uns im Reiseführer als cooles Fotomotiv aufgelistet.

Lissabon war noch ein Tick schöner als Porto, das war also nicht der letzte Besuch. Wir waren 2 Tage dort, ich finde das hat gereicht für den ersten Eindruck.

Von Lissabon aus sind wir aufgebrochen Richtung Setúbal, unserer nächsten Unterkunft.

Setúbal

  • Unterkunft: Bei Maria, 25€ pro Nacht
  • Tag 6: Küste von Alejandro, Sagres, Lagos

Setúbal ist eine kleine schnuckelige Stadt, circa 45 Minuten von Lissabon entfernt. Wir haben den Ort als Unterkunft gewählt, um schon mal gegen Abend raus aus Lissabon zu sein, um besser in den Süden starten zu können.
Hier ist das Restaurant D Pescadore 2 besonders zu empfehlen, leckerer Lachs – wurde direkt hinter uns zubereitet, toll! 🙂 Der Vino Verde durfte dabei nicht fehlen 🙂

Auf dem Weg nach Lagos

Unser Host aus Porto hat uns die Küste von Alejandro empfohlen, wir haben Halt gemacht am Praia de Melides . Ich würde aber auch diesen Teil für eine einwöchige Rundreise rauslassen, da wir auch noch nach Sagres wollten (westlichster Punkt Europas). Daher hatten wir für die eigentlich tolle Küste nicht wirklich viel Zeit.

Sagres bzw. Westlichste Punkt

Am Farol Cabo de São Vicente ist es ziemlich touristisch! Wir haben aber trotzdem einen kleinen Fotostopp eingelegt. Zu sehen gibt es dort steile Klippen, die zusammen mit dem Meer gigantisch aussehen. Von dort sind wir weiter nach Lagos zum Praia do Camilo.

Lagos

Mein Highlight! Hier haben wir nur eine Nacht gebucht, ich würde mindestens 2-3 Nächte dort verbringen (nur nicht in der Unterkunft, etwas ungemütlich, aber zentral). Wir sind gegen 18 Uhr in Lagos angekommen und sind zunächst direkt zum Praia do Camilo gefahren, um noch etwas zu chillen. Der Strand liegt links vom Ponta da Piedade. Da dort aber jemand einfach seine Tür aufgemacht haben während wir mit dem Auto dran vorbei gefahren sind, durften wir erst mal eine Stunde vergeuden, um die Sache zu klären. Mega nervig!!
Der Praia do Camilo hatte Treppenstufen zum Strand, daher war der auch sehr voll, vor allem da an den Stränden bei Lagos allgemein nicht viel Platz ist zwischen den Felsen. Von dort aus sind wir zu Fuß etwas an der Küste hoch gelaufen. Dort findet man überall die typischen Algarve Felsformationen. Hier ein paar Eindrücke:

Am nächsten morgen sind wir Richtung Innenstadt von Lagos gegangen. Ein hübsches kleines Städtchen, was aber schon ziemlich auf Tourismus ausgelegt ist.

Kanu Tour

Wir haben uns für eine Kanu Tour mit Days of Adventure entschieden. Eine super Wahl, es hat richtig viel Spaß gemacht! Man war ca. 3 Stunden unterwegs, finde ich für 30€ völlig in Ordnung. Start war 10 Uhr morgens. Man wird mit Sack und Pack vom Hafen auf die Küstenseite gefahren und dann gehts mit den Kanus ins Wasser. Wir durften dann durch einige Höhlen paddeln und hatten eine super Aussicht. Auf jeden Fall machen!!

Danach sind wir daher nochmal zum Ponta da Piedade gefahren und waren aber diesmal rechts vom Leuchtturm. Auch dort sind überall tolle Formataionen zu sehen. Und dort haben wir einen tollen einsamen Strand entdeckt, unbedingt hingehen falls ihr einen Sonnentag einlegt!
Google Maps zeigt mir leider keinen Namen an, aber anhand der Fotos sollte man in etwas erkennen wo der Strand ist, vor allem an dem Loch in der Felswand.

Tipp: Zieht feste Schuhe an! Ein Grund wieso es dort so leer ist, ist weil es da keinen gemachten Weg runter gibt. Aber mit festen Schuhen kommt man recht einfach ans Ziel, es gibt auch an einer Stelle ein Seil als Hilfestellung 😉 Es lohnt sich!

Am Ende des Tages sind wir schließlich nach Portimão in unsere nächste Unterkunft aufgebrochen.

Portimão

Abends sind wir von unserer Unterkunft in die Stadt gelaufen. Uns hat es dort überhaupt nicht gefallen, daher sind wir am nächsten Morgen los Richtung Faro.

Auf dem Weg von Portimão nach Faro

Benagil

Über die tollen Felsformationen beim Strand von Benagil habe ich schon vor dem Urlaub viel gelesen, daher wollte ich dort unbedingt hin. Dort angekommen haben wir uns aber schnell gegen eine Tour in die Höhle entschieden! Es ist mega touristisch und man muss eine Tour buchen, um überhaupt dort hinzukommen, Schwimmen wäre noch eine Alternative, aber das sah uns nicht ganz geheuer aus. Daher sind wir mit dem Auto schnell weiter nach Albufeira.

Albufeira

Hier sind wir nur gemütlich am Strand lang spaziert und haben hier und da Fotos gemacht.

Olhão

Da wir noch nicht zu unserer Unterkunft in Faro wollten, sind wir noch Olhão gefahren, ca. 20 Minuten vom Flughafen entfernt. Dort haben wir eine Bootsfahrt raus ins Naturschutzgebiet gemacht. War ehrlich gesagt nicht so furchtbar spannend. Eine Insel war ganz cool, aber muss man nicht machen.

Faro

  • Unterkunft: Bei Pedro, 34€ pro Nacht
  • Tag 9: Flug heim

Uns wurde gesagt, dass Faro nicht hübsch sein soll. Daher sind wir erst gegen 18 Uhr zum Flughafen, haben unser Auto abgegeben und sind zur Unterkunft gelaufen. Dort haben wir dann den Urlaub mit einer Flasche Vino Verde ausklingen lassen.

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