Rundreise durch den Westen der USA: Der Yosemite Park – Tipps; Tricks & Wanderungen

Wunderschön, super überfüllt und doch eine Reise wert. So in etwa kann man den Yosemite Park zusammenfassen. Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann kann man auf jeden Fall eine tolle Zeit hier verbringen. Und genau diese Tipps schreiben wir euch zusammen.

Schon allein das Yosemite Valley ist super schön (unweit vom Parkplatz geschossen):

Das Yosemite Valley

Überblick über den Yosemite Park

Zufahrten

Es gibt verschiedene Zufahrten in den Park. Wir sind vom Osten in den Park gefahren, hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Über den Tioga Pass
  2. Über den Sonora Pass

Perfekt wäre für uns der Tioga Pass gewesen, doch in 2019 ist so viel Schnee gefallen (177% über dem Durchschnitt), dass der Pass Mitte Juni noch immer gesperrt war. Normalerweise öffnet der Ende Mai. Hier kann man das nachlesen und die historischen Werte ansehen. Falls der Pass offen ist, würden wir diesen empfehlen. Auf dem Weg zu den Mammoth Lakes konnten wir die ersten 12 Meilen dieses Pass fahren und waren begeistert.
Naja, somit mussten wir von den Mammoth Lakes kommend einen zwei Stunden Umweg über den Sonora Pass fahren.

Falls ihr Interesse an den Mammoth Lakes habt, dann gibts hier Details „Rundreise durch Kalifornien: Wanderungen am Lake Tahoe & Skifahren in den Mammoth Mountains

 

Wandergebiete

Den Yosemite Park kann man in zwei interessante Wandergebiete einteilen:

  1. Yosemite Valley und
  2. Glacier Point

Im Yosemite Valley gehen die meisten Wanderungen los. Aber auch den Glacier Point sollte man nicht auslassen. Dieser ist ca. 45 Minuten vom Valley entfernt, also nicht eben um die Ecke. Welche Wanderungen wir empfehlen können folgt weiter unten.

Tipp: Vor der Parkeinfahrt voll tanken. Je nachdem wo man übernachtet legt man täglich bis zu 50 Meilen zurück, im Park gibt es keine Tankstelle.

Die besten Wanderungen

Die zwei vollen Tage die wir hatten, haben wir zum Maximum ausgereizt. Am ersten Tag hat das in 31 Kilometern und einigen Höhenmetern geendet 😉
Hier eine Übersicht der Wanderungen, die wir gelaufen sind (orange gemarkert):

Wanderungen mit Start im Yosemite Valley

Am ersten Tag, ein Samstag sind wir die Wanderungen im Valley abgegangen. Bis auf den „Four Miles Trail“ haben wir alle gemacht. Mit dem Auto sind wir um 6.30 Uhr aufgebrochen um zum ersten Shuttle um 7 Uhr am Parkplatz zu sein (wir haben Haltestelle Nr. 11 genommen und dort unser Auto geparkt).

Wanderung N. 1: Vernal & Nevada Falls

Länge: 13,8 km
Höhenmeter: 677 hm
Dauer: 4 h
Start: Shuttle Bus Haltestelle Nr. 16

Absoluter Favorit! Um 7.30 Uhr waren noch ca. 10 andere Leute mit uns unterwegs, allerdings verläuft sich das schnell.
Sinnvoll ist es erst den „Mist Trail“ zu gehen und dann über den „John Muir Trail“ zurück zu gehen, eine schöne Rundwanderung.
Gleich die erste Warnung: Da bei uns Jahrhundertwasser waren, war der Mist Trail eher ein Waterfall Trail. Sprich man hatte nicht nur ein bisschen Niesel von der Gischt des Vernal Falls, sondern es kam runter wie aus Eimern. Wir waren bis auf die Unterhose nass, da wir nur Regenjacken an hatten. Ui ui ui!
Sobald man da durch ist kommt aber keine Gischt mehr 😊 Man läuft dann ganz oben über eine Brücke über den Nevada Fall und hat super Ausblicke ins Tal. Besonders ab dann wird die Aussicht super schön, da man den Half Dom, den Wasserfall und noch einen anderem Berg sieht.
Als wir um ca. 11.30 Uhr wieder unten angekommen sind, kamen uns MASSEN entgegen. Daher sollte man auf jeden Fall früh aufbrechen, das macht sonst keinen Spaß mehr.

Wanderung Nr. 2: Mirrow Lake

Länge: 4 km
Dauer: < 60 Minuten
Höhenmeter: 60 hm

Den Trail fanden wir sehr langweilig, aber ganz ok für die Entspannung der Beine. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte den Trail auf jeden Fall auslassen.

Mirrow Lake

Wanderung Nr 3: Upper Yosemite Fall

Länge: 12,7 km
Dauer: 4 h
Höhenmeter. 886 hm
Start: Shuttle Bus Halt Nr. 7

Thomas wollte wohl, dass ich abends ganz dolle müde bin! 😉 Nach der Wanderungen zum Nevada Fall auch noch diese Wanderung zu machen, hatte es in sich. Aber wenn ich das schaffe, dann sicherlich auch viele von euch!
Wir sind um 14 Uhr gestartet, das reicht dann noch völlig aus, auch wenn einem schon viele Leute entgegen kommen. Wasser kann man übrigens am Camp 4 bei den Toiletten auffüllen.
Der Weg hoch ist leider kein Zuckerschlecken, es geht 6 Kilometer nur in Serpentinen bergauf. ABER es lohnt sich! Auch wenn ich selber nach der Hälfte schon fast umgedreht wäre, war ich froh, dass Thomas mich überzeugt hat. Es ist ein schöner Panoramaweg und der Blick von ganz oben ins Valley ist einfach der Hammer!
Dies ist nach den Nevada Falls meine zweitliebste Wanderung.

Im Valley haben wir dann außerdem noch die „Lower Yosemite Fall“ Wanderung und die Wanderung zum „Bridalveil Fall“ gemacht. Kann man sich beide sparen, super langweilig. Da wir aber am zweiten Tag noch Zeit hatten, haben wir uns die angesehen.
Somit fehlt uns im Valley nur der „Four Mile Trail to Glacier Point“. Da wir aber am Glacier Point eine andere Wanderung machen wollten und nicht noch so einen harten Tag einplanen wollten, aber wir den ausgelassen.

Wanderungen am Glacier Point

Den Glacier Point erreicht man entweder zu Fuß über den Four Mile Trail (mit 1.000 Höhenmetern) oder über die Straße (vom Valley ca. 45 Minuten Fahrt).
Wir fanden unsere Variante ganz gut, denn so umgeht man wieder dem Stau und hat alle wichtigen Punkte in diesem Bereich abgehakt. Auch hier ist der Stau nämlich verrückt! Die Autos stehen ewig lang an den Parkplätzen (und Sonntag ist kein extremer Stautag)! Daher unser Tipp: Parken am Sentinel Dome Parkplatz und von dort aus wandern.
Los sind wir diesmal um 8 Uhr und waren um 8.30 Uhr am Parkplatz.

Sentinel Dome & Glacier Point

Länge: 12,7 km
Dauer: 4 h
Höhenmeter. 886 hm
Start: Parkplatz Sentinel Dome

Die Wanderung ist im Vergleich zum Vortag super entspannt und sehr gut machbar, wenn man keine Stärke in Ausdauer und Höhenmetern hat. Und an Aussicht muss man nicht einbüßen!
Bis zum Sentinel Dome (ein riesen Steinplateau) braucht man ca. 30 Minuten. Diese Aussicht! Einfach der Hammer! Man überblickt das ganze Valley und sieht sogar jede Wanderung vom Vortag. Und auch der El Capital Berg ist zu sehen. An diesem Berg sind die ganzen verrückten Kletterer unterwegs.

Eigentlich wollten wir eine Rundwanderungen über den Traft Point machen, aber der Weg war wegen Schnee noch gesperrt. Somit sind wir weiter bis zum Glacier Point. Das sind ca. 2,5 Kilometer weiter. Zunächst wollten wir mit dem Auto schnell zum Glacier Point fahren, da wir nicht gesehen haben, dass man die Wanderung bis dahin fortführen kann. Und gut das wir das nicht gemacht haben! Dieser Stau, schrecklich!
Der Glacier Point ist trotz der Menschenmassen absoluter Wahnsinn, also nicht auslassen!
Zurück geht’s dann denselben Weg.

Den Rest des Tages haben wir nochmal im Valley verbracht und sind zum Lower Yosemite Fall und zum Bridalveil Fall gelaufen. Beide Sachen kann man getrost auslassen, man verpasst nichts! Zum Zeitvertreib wars aber ganz ok 🙂

Und so schnell sind zwei Tage rum! 😊

Unser Wander-Ranking

Falls ihr weniger Zeit habt, dann würde ich die Wanderungen in dieser Reihenfolge favorisieren:

  1. Nevada Fall
  2. Upper Yosemite Fall
  3. Sentinel Dome & Glacier Point

Sonstige Tipps

Wie lange sollte man bleiben?

Wir waren 3 Nächte im Park und haben in Yosemite West übernachtet, das ist ca. 30 Minuten vom Yosemite Valley entfernt, aber liegt im Park. Man sollte mindestens zwei volle Tage im Park einplanen, um alle wichtigen Spots gesehen/ gewandert zu sein. Daher sind auch drei Nächte nötig, denn die Anreise in den Park dauert je nach Wochentag von außerhalb 2-6 Stunden. Gerade am Wochenende muss es am Eingangstor schlimm sein, Wartezeiten bis zu 4 Stunden. Vom Eingangshäuschen bis in den Park sind es auch nochmal 60 Minuten. Unser Besuch lag leider auch an einem Wochenende, da es nicht anders gepasst hat (ist aber gut machbar). Daher war es umso wichtiger IM Park zu übernachten.

Wo kann man übernachten?

Sehr ans Herz legen können wir Yosemite West, gebucht über scenicwonders.com. Es ist zwar immer noch ein stolzer Preis von 259€ pro Nacht, allerdings ist es im Vergleich zum Valley noch günstig. Der Vorteil hier ist, dass man 30 Minuten ins Valley benötigt und 30 Minuten zum Glacier Point, fanden wir super. Außerdem gibt’s eine Küche, somit muss man nicht Essen gehen und kann sich selbst versorgen. Wer die Reise natürlich schon sehr früh plant, kann Glück haben einen Campingplatz zu bekommen, bei uns war alles ausgebucht (und wir hatten auch kein Campingequipment).
Außerhalb des Park macht keinen Sinn, denn die Anfahrt dauert ewig (Stau am Parkeingang), somit müsste man nachts aufbrechen. Das Problem: Die Amis lassen jeden in den Park, es gibt kein Maximum. Dadurch ist im kompletten Valley Stau, daher sollte man schon um 7 Uhr im Valley sein, um einen Parkplatz zu bekommen (und den Massen zu entkommen). Sobald man einen Platz hat, sollte man das Auto nicht mehr bewegen und den Shuttle nutzen. Außer man hat Bock im Stau zu stehen. Am Wochenende ist es ganz schlimm unter der Woche eventuell entspannter. Der Shuttle hat eine eigene Spur 😊 Zumindest war das im Juni der Fall.

Wo kann man einkaufen?

Wir haben gelesen, dass man im Park nicht einkaufen kann. Aber das kann man! Hätte mich bei den Amis auch stark gewundert. Im Valley gibt es einen Supermarkt. Wir hatten aber schon vorher eingekauft. Nur ein Tankstelle gibt’s nicht, daher vorher volltanken! Unterschätzt nicht die Entfernungen und auch die Höhenunterschiede, die auch nochmal mehr Sprit kosten.

Zusammenfassung der Tipps

  1. Vorher volltanken
  2. Wanderungen im Valley um spätenstens 7.30 Uhr starten, um den Massen zu entgehen
  3. Im Valley den Shuttle nutzen und das Auto nicht mehr bewegen
  4. Wanderungen am Glacier Point um spätestens 8.30 Uhr starten und auch hier das Auto nach 9 Uhr nicht mehr zum Glacier Point bewegen

Angst vor Bären?

Ich schon! Aber ich kann euch eins sagen: Auf diese Menschenmassen hätte ich als Bär auch keine Lust. Es sind so viele Menschen unterwegs, dass man echt keine Angst haben muss. Wir haben keinen gesehen, obwohl die Aktivität zur Zeit super hoch ist.

Wir hatten zwei tolle Tage hier und können einen Besuch sehr empfehlen. Auch wenn es sehr schade ist, dass die Regierung nicht eine Mindestanzahl an Besuchern pro Tag festsetzt, gibt es Wege den Massen aus dem Weg zu gehen. Die meisten sind eh faul und machen nur Wanderungen, die ca. 1 Kilometer gehen oder die man vom Auto aus sehen kann…
Durch diesen Andrang ist der Besuch leider etwas unentspannt, da man sich an frühe Zeiten halten muss und nicht in den Tag reinleben sollte.

Ihr seid interessiert an unserer Gesamtroute? Dann schaut gern hier vorbei:
18 Tage Rundreise durch den Westen der USA: Tipps & Route für Lake Tahoe, Mammoth Lakes, Yosemite Park, San Diego und Hawaii

Falls ihr noch Fragen habt, her damit!

Bis bald,
Thomas & Julia

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