Rundreise durch Südafrika Teil I: Drei Tage Safari im Sabi Sands Game Reserve

Wie war das – Pläne sind da, um sie über den Haufen zu werfen? Gut, dann haben wir diesen Punkt nun ungewollt abgehakt. Auf dem Weg von Hanoi nach Südafrika wollten meine Ohren nicht so wie ich und wir mussten beim ersten Zwischenstopp aussteigen, weil ich keinen Druckausgleich mehr machen konnte und Ohrschmerzen hatte. Na super… die nächsten drei Tage waren wir daher in Bangkok gefangen und sind jeden morgen ins Krankenhaus gedackelt, in der Hoffnung, dass der blöde Kanal zwischen Ohr und Nase wieder frei wird. Man man man, ich bin so selten krank und dann so ein scheiß… Nun ja… Lange Rede kurzer Sinn: wir mussten also 3 Tage von Südafrika streichen und etwas umplanen. Hier hat sich sowohl unsere Auslandskrankenversicherung als auch Reiserücktritt mega gelohnt (wir bekommen allein 1.400€ von den Arztkosten zurück und dazu noch die nicht wahrgenommenen Übernachtungen, die wir nicht mehr stornieren konnten, dazu zählen die kostspieligen im Park. Daher: nicht an den Versicherungen sparen!).

Der eigentliche Plan war es von Johannesburg nach Graskop zu fahren, dort die Panorama Route zu erkunden und weiter zur Safari. Den ersten Teil mussten wir auslassen und sind von Johannesburg direkt in den Nationalpark. Etwas stressiger, aber wir haben das Beste daraus gemacht und wurden sowas von belohnt 🙂

Unsere Route:

Safari im Sabi Sands Game Reserve

Das erste was ich gelernt habe: wir sind gar nicht im Krüger Nationalpark, sondern im Sabi Sands Game Reserve. Das Sabi Sands ist ebenfalls ein Park, aber ein privater, welcher direkt an den Krüger angrenzt (es gibt keine Zäune dazwischen). Der Unterschied zum Krüger Park ist die Exklusivität, denn hier darf man nur rein, wenn man eine Unterkunft IM Park gebucht hat. Durch den Krüger NP kann man auch selbst fahren und muss keine Tour buchen. Dazu gibts bestimmte Routen im Park die man fahren, aber auch nicht verlassen darf. Meiner Meinung nach lohnt sich die Investition für eine Nacht in einem privaten Park. Ja, es ist teurer, aber es war einfach sowas von genial. Auch wenn ich den Krüger nicht kenne, glaube ich nicht, dass man als Selbstfahrer die Tiere so nah und in einer solchen Vielfalt sieht. Wir sind den Tieren mit dem Auto querfeldein gefolgt, waren nur wenige Meter von ihnen entfernt und waren maximal drei Autos, aber meist immer allein bei den Tieren. Laut Erzählungen stehen im Krüger gern mal 10-20 Autos bei einem Tier. Auf dem Weg zur Lodge im Sabi Sands macht man außerdem auch eine Selbstfahrertour, denn meist muss man 10-20 Kilometer durch den Park zur Lodge fahren.

Wir haben zwei unterschiedliche Unterkünfte gebucht,  ursprünglich hatten wir nur die erste, konnten aber zwei der Nächte wegen meinem Ohr nicht wahrnehmen. Das Elephant Plains war da schon ausgebucht…

  1. Das Elephant Plains und
  2. Das Inyati Game Lodge

Die Unterkünfte sind zwar nur 10 Kilometer voneinander entfernt, weswegen wir das Inyati gebucht hatten, aber es hat 2 Stunden gedauert die Unterkunft zu wechseln 🙂 Man muss nämlich durch ein anderes Gate und kann nicht durch den Park fahren, da ein Fluss im Weg ist. Das kommt davon, wenn man sich zuvor Google Maps angeschaut hat und denkt, dass man schnell die Unterkunft wechseln kann 🙂 Daher: nie auf Google hören!
So wie wir das gemacht haben, war es natürlich nicht optimal, da wir die erste Unterkunft gar nicht genießen konnten (wir sind erst gegen 17 Uhr angekommen). Daher würde ich empfehlen mindestens 2 Nächte in einer Unterkunft zu bleiben.

In einer Lodge in einem Private Reserve ist der Tagesablauf immer gleich: Man hat morgens um 6 Uhr eine Pirschfahrt (3 Stunden), dann meist noch einen Bushwalk nach dem Frühstück und um 16 Uhr noch eine weitere Pirschfahrt für 3 Stunden. Frühstück, Lunch und Abendessen sind inklusive.

Die Anfahrt zum Sabi Sands…

Den Weg zum Nationalpark habe ich mir in etwa so vorgestellt: es gibt ausgebaute Straßen, sicherlich eine Menge Hinweisschilder, man kann sich nicht verfahren und man begegnet einer Menge Touristen. Alles traf irgendwie nicht so ganz zu 🙂 Ich als Schisser hatte ja sowieso Angst auf dem Weg raus aus Johannesburg im Auto überfallen zu werden. Vorschriftsmäßig haben wir alle Türen verriegelt und keine Wertsachen getragen. Ok, vielleicht etwas übertrieben, aber lieber Vorsicht als Nachsicht, was? Raus aus Johannesburg war aber alles total relaxt und ich habe mich total sicher gefühlt. Auch die Straßen waren (zunächst) super ausgebaut. Vielleicht lag es daran, dass wir keine Selbstfahrerfahrt durch den Krüger gemacht haben und dadurch eine andere Route gefahren sind, aber die letzten 80 Kilometer sind wir durch richtige Käffer gefahren. Die Straße war nur eine Sandstraße mit sehr vielen Schlaglöchern, da war mir schon etwas mulmig, da es nicht nach dem richtigen Weg aussah und wir null Hinweisschilder gesehen haben! Aber es schien alles gestimmt zu haben und wir sind ohne Komplikationen angekommen. Hier direkt ein Tipp: niemals die Lodge eingeben, sondern das Gate. Google leitet oft falsch!

Nach ca. 6,5 Stunden sind wir dann endlich im Elephant Plains angekommen.

Die erste Nacht im Elephant Plains

Schon mal eine aufregende Anfahrt, denn vom Gate aus mussten wir noch ca. 10 Kilometer mit unserem Auto durch den Park mit all den wilden Tieren. Wir haben aber nichts gesehen… Wir sind erst gegen 17 Uhr angekommen, heißt wir hatten die Abendpirschfahrt eigentlich schon verpasst und hatten nur noch die Morgenfahrt vor uns. Gelohnt hat es sich nicht eine Nacht hier zu bleiben, aber wir mussten das Beste daraus machen und wurden sowas von belohnt!

Kaum sind wir in der Unterkunft angekommen, da konnten wir nämlich doch noch für 1,5 Stunden an einer Pirschfahrt teilnehmen, suuuper und so aufregend! Wir waren noch keine 24 Stunden im Land und sind schon auf einer Safari! So cool! Wir wurden auch direkt belohnt und haben in der wenigen Zeit Elefanten, Nashörner und ein Leopard gesehen. Richtig toll war der Leopard, der seine Beute auf dem Baum vor uns verspeist hat! Man hat richtig die Knochen brechen hören.

Am nächsten Morgen wurden wir um 5 Uhr geweckt und es ging los mit der zweiten Tour! Auf dieser Tour haben wir nun noch die restlichen Tiere der Big Five gesehen: Giraffen, Büffel und sogar Löwen!
Was ich total abgefahren finde, ist wie nah man an die Tiere ran fährt. Die Löwen waren vielleicht zwei Meter entfernt und die haben sich nicht die Bohne für uns interessiert. Die sind übrigens auch ganz schwer zu entdecken, da sie 17 Stunden am Tag nur faul rumliegen 🙂 Unser Teleobjektiv hätten wir gar nicht gebraucht, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Zur Unterkunft:

Die war schon ziemlich cool, wer sich mal etwas gönnen will ist hier super aufgehoben! Die Unterkunft liegt mitten im Park und wir haben von unserer Terrasse aus Elefanten und Zebras gesehen! Wie cool ist das bitte?! Die Unterkunft ist übrigens eingezäunt (die zweite war es nicht :))

Wir hatten Frühstück, Mittagessen und Abendessen inklusive. Am coolsten ist das Abendessen um eine Feuerstelle. Super gemütlich und eine tolle Atmosphäre!

Sabi Sands Game Reserve

Die Zimmer sind einfach der Wahnsinn! Wir hatten ein einzelnes Häuschen und innen war es total gemütlich eingerichtet mit Himmelbett (auch wenn es ein Moskitonetz war ;)) Wir haben uns total wohl gefühlt und wären gern länger geblieben.

Nach dem Frühstück sind wir dann rüber zur Inyati Lodge. Da wir aus dem Gate raus mussten und durch ein anderen gefahren sind, haben wir ca. 2 Stunden gebraucht. Diesmal haben wir auf dem Weg zur Lodge in unserem eigenen Auto eine Elefantenherde, Zebras, ein Nashorn und Giraffen gesehen. Da wird einem schon anders… so ganz allein im Auto mit den starken Tieren… ohwei 🙂 Somit haben wir sozusagen doch eine Selbstfahrerfahrt gemacht!

Die Inyati Lodge

Ok, diese Lodge ist nochmal eine ganz andere Nummer, einfach der Hammer, dabei war das Elephant Plains schon super geil! Es gibt keinen Zaun! Und wo ich hier gerade sitze und tippe läuft dahinten eine Herde Elefanten rum – wow!

Sabi Sands Game Reserve

Ab 19 Uhr darf man hier auch nicht mehr alleine zum Zimmer, sondern muss von einem Ranger begleitet werden, weil oft Tiere im Garten stehen. Wie abgefahren ist das? Heute morgen war erst eine Herde Elefanten im Garten und dann im Fluss an der Veranda mit einem Hippo zusammen. Hach, darf ich hier einziehen?

Diese Unterkunft konnten wir dann in vollen Zügen genießen! Wir sind zum Lunch angekommen und sind um 16 Uhr zur ersten Pirschfahrt los. Wir haben nochmal alle Tiere von gestern gesehen und etwas sehr seltenes: Wildhunde auf der Jagd! Das war mega interessant! Die saßen erst ganz faul am Straßenrand und auf einmal ist ein Hund aufgestanden und gegangen und das ganze Rudel hinterher. Wir haben sie mit dem Auto verfolgt, mega aufregend 🙂 Die legen sich dann irgendwann ganz flach hin und dann rennen sie los zur Impala Herde (sehen aus wie Rehe) – wow die können auch rennen wie nix! Ein geniales Bild wie diese riesen Herde von Impalas von sicherlich 100-150 Stück davon rennt. Die Hunde waren übrigens nicht erfolgreich und mussten sich mit einem Hasen zufrieden geben. Sowas kann man als Selbstfahrer nicht erleben!

Der Knaller kam dann bei der Morgendfahrt. Eigentlich habe ich nichts mehr großartig neues erwartet, aber einfach nur wow!

Erst sind wir auf eine riesen Herde Giraffen getroffen, das war schon mal der Hammer!

Sabi Sands Game Reserve

Und dann auf eine riesen Herde Elefanten – das war ein once in a lifetime Erlebnis! Wir hatten die Herde zuvor schon gesehen, sicherlich 40 Stück mit ganz kleinen Babyelefanten, so süß! Aber dann kam der Hammer! Unser Ranger wusste, dass die Elefanten zum Fluss gehen werden und daher sind wir dort hin. Eigentlich wollten wir eine kurze Frühstückspause einlegen, aber die Herde war schneller als gedacht, denn plötzlich stand ein Elefant am Berg, huch. Heißt mit Kaffee und Tee mussten wir schnell aufs Auto und dann gings los. Wir waren gegenüber vom Fluss und konnten beobachten, wie die Herde nach und nach ins Wasser gekommen ist. Es waren einfach so viele und so toll zu beobachten! Ich bin noch immer sprachlos!

Nochmal getoppt wurde unser Erlebnis beim Abendessen, denn das hat mitten im Busch stattgefunden! Wie Hammer?! Die Ranger waren alle total entspannt und meinten, dass es der sicherste Ort der Welt sei… ääh ok…  Da sitzt ja nur eine Hyäne 3 Meter entfernt… Die hat sich aber nicht blicken lassen! Der Sternenhimmel war echt gigantisch da draußen. Ein richtig toller Abend!

Sabi Sands Game Reserve

Bei unserer letzten Pirschfahrt am Morgen wurden wir dann wieder überrascht! Diesmal haben wir eine Elefantenherde in einem Wasserloch spielen sehen. Das war so witzig, wie die mit ihrem Rüssel auf dem Wasser rumgeschlagen haben 🙂 Und so hübsch ist der Kontrast von nassen zu trockenen Elefanten! Einfach der Wahnsinn, wie unsere Erwartungen nochmal getoppt wurden!

Zu guter Letzt haben wir nochmal Leoparden in Aktion gesehen und hatten eine tolle Frühstückspause direkt an einem See mit Nilpferden und Elefanten! Auch eine riesen Büffelherde haben wir noch gesehen und Pumba 🙂
Es war einfach genial!

Hier noch ein paar Bilder von der Inyati Lodge:
In dieser Lodge hat man auch ein eigenes Haus und ist ebenfalls total gemütlich eingerichtet.

Das Fazit

Einfach nur WOW! Ich hatte nicht viel erwartet, ein paar Tiere in der Ferne, die ich durch die Kamera gut sehen kann. Aber sowas?!
Ich würde immer wieder das Geld in die Hand nehmen und mich für ein Private Reserve mit Ranger entscheiden. Schon zwei Nächte lohnen sich! Wieso: Man kann wie im Krüger eine Selbstfahrer Fahrt machen (wir haben auf dem Weg zur Lodge eine u.a. Elefantenherde und Giraffen gesehen) und kommt zudem mit einer geführten Tour super nah an die Tiere heran. Mit super nah meine ich 3-4 Meter an z.B. Löwen! Als Selbstfahrer durch den Krüger musst du Glück haben a) das erste Auto zu sein um etwas sehen zu können und b) das die Tiere deine erlaubte Route gehen. Auf einer privaten Safari fahren die Ranger „off the track“ und den Tieren hinterher. Eine andere Alternative zum Selbstfahrer ist außerhalb des Parks eine Unterkunft zu buchen und mit einer Tour in den Park zu fahren. Rechnet mal aus auf welchen Preis ihr mit Übernachtung und Tour kommt, das müsste in etwa einer Nacht im Park entsprechen. Plus die Erlebnisse, die unbezahlbar sind.
Das war definitiv ein Highlight unserer Weltreise und ich kann es nur jedem empfehlen! Drei Tage waren die perfekte Länge, denn wir haben an jedem Tag ein neues Highlight erlebt.

Übrigens haben wir Malerone als Malaria Prophylaxe eingenommen, denn im Januar ist rund um den Krüger hohes Malaria Risiko. Wir haben die Tabletten super vertragen!

Nun geht unsere Reise weiter Richtung Süden.
Hier gehts direkt zum Artikel: Rundreise durch Südafrika Teil II: Von Badplaas bis Hluhluwe

Ihr sucht eine Gesamtübersicht unserer Reise durch Südafrika? In diesem Artikel haben wir Tipps zur Route, unsere Hotels und die Highlights zusammengefasst:
3 Wochen Rundreise durch Südafrika: Route, Highlights & Tipps

Bis bald,
Thomas & Julia

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